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Ob der Christkindlmarkt in Seefeld stattfindet, ist noch offen.

Gemeinderat diskutiert Durchführung im Seefelder Schloss

Christkindlmarkt auf der Kippe

Der Christkindlmark der Vereine im Seefelder Schloss ist beliebt. Ob er heuer stattfindet, ist jedoch offen.

Seefeld – Der Christkindlmarkt der Seefelder Vereine zählt zu den Höhepunkten der Weihnachtszeit in der Gemeinde. Die Atmosphäre im Hof des Seefelder Schlosses lockt nicht nur Einheimische, sondern auch Besucher von fern. In der Sitzung am Dienstagabend diskutierten Seefelds Gemeinderäte die Frage, ob der Markt auch heuer trotz Corona stattfinden kann. Die Meinungen darüber gingen auseinander, eine Entscheidung fiel nicht. Eine Antwort soll gemeinsam mit den Vereinen gefunden werden.

Bürgermeister Klaus Kögel sprach das Thema unter „Sonstiges“ an. „Wie wird das von Ihnen gesehen?“, wollte er von den Gemeinderäten wissen. Die Hygienebestimmungen seien sicherlich nicht unerheblich. Dr. Oswald Gasser (FDP) war trotzdem zuversichtlich. „Ich finde, wir sollten versuchen, ihn stattfinden zu lassen“, sagte er. Die Abgeschlossenheit im Schlosshof sei eine gute Voraussetzung. „Wir sollten lernen, mit Corona zu leben und dem Virus nicht jede Weihnachtsstimmung zu opfern.“ In Abstimmung mit den Vereinen betrachte er dies als lösbare Aufgabe, sagte Gasser.

„Ich würde es schade finden, wenn man es absagt“, betonte Arnulf Daxer (CSU). Auch Josef Wastian (FWG) wünscht sich einen Weihnachtsmarkt, „aber in Abstimmung mit dem Rentamt, den Vereinen und der Wirtin des Bräustüberls“. Dr. Brigitte Altenberger (SPD) war kritisch. „Ich merke bei unserem Kulturverein, wie kompliziert die Umsetzung der Hygienerichtlinien ist. Das ist ein Riesenproblem.“ Sie wisse nicht, ob man den Vereinen das zumuten solle.

Johanna Senft (BVS) betonte, dass alle mit ins Boot geholt werden müssten. Christian Wagner (BVS) hatte ein Problem mit einem möglichen Symbolcharakter. „Viele Veranstaltungen, von denen Menschen leben, wurden abgesagt. Bei uns muss keiner davon leben.“ Das empfand Thomas Zimmermann (Grüne/BI) ähnlich: „Die Signalwirkung ist ganz wichtig. Es ist eine Feier, die entbehrlich ist. Ich sehe das mit großer Skepsis.“ Claudia Winter (CSU) schlug vor, den Markt eventuell dezentral zu veranstalten und die Standorte „wie beim Oktoberfest in München im Ort zu verteilen“. Eine Entscheidung trafen die Räte am Dienstag nicht. Kögel kündigte an, mit den Vereinen in Dialog zu treten. „Ich glaube aber, die Enge im Schloss macht es kompliziert.“

Auch bei den Vereinen hat man sich über das Thema Gedanken gemacht. „Wenn der Markt stattfindet, werden wir auf jeden Fall dabei sein“, sagte Patricia Kalchschmidt, stellvertretende Vorsitzende der NBH Seefeld, gestern gegenüber dem Starnberger Merkur. Der Markt sei für den Verein eine gute Einnahmequelle, „ein Zuckerl“. Sie geht davon aus, dass beim Hygienekonzept die Gemeinde in der Hauptverantwortung steht und die Vereine das Konzept jeweils für ihre Stände umsetzen. Kränze und Marmeladen zu verkaufen sei da wohl weniger problematisch. „Die Auflagen für Getränke und Lebensmittel sind höher. Doch auch wenn wir unseren Hollerwein nicht verkaufen können, würden wir mitmachen.“ Bei einer Absage ist die NBH jedoch gewappnet: „Wir stellen dann bei uns ein Zelt auf und verkaufen.“

Irmgard Rehm, Vorsitzende der NBH Hechendorf, ist zurückhaltend „Wenn es stattfindet, beteiligen wir uns. Aber es muss nicht auf jeden Fall sein.“ Abstandsregeln umzusetzen hält sie im Schlosshof für schwierig, Alkohol sei verpönt, und viele Menschen würden möglicherweise gar nicht kommen wollen. „Wenn eine Stadt wie München das Oktoberfest und seinen Christkindlmarkt absagt, ist schon die Frage, ob ein Dorf das durchziehen muss.“ Sie wolle nicht den Namen ihres Vereins in Zusammenhang mit einem Corona-Vorfall in der Zeitung lesen. „Bei Kleidermärkten ist das was anderes, sie erfüllen einen sozialen Zweck.“ Aber der Christkindlmarkt habe doch eher Unterhaltungscharakter. „Vielleicht machen wir dann nächstes Jahr einfach etwas Größeres.“

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