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Die Teilnehmer der Demonstration kritisieren den Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels. 

Demonstration

200-mal Nein zu Glyphosat

200 Demonstranten machten in Hechendorf ihre Stimmung deutlich: kein Glyphosat, dafür eine Agrarwende. Ein Landwirt zeigte den Teilnehmern auf, dass das ohne Weiteres nicht möglich ist.

Hechendorf – Die Dimension der Großdemo in Berlin war natürlich eine andere als in Hechendorf – das Motto war aber gleich: „Wir haben es satt.“ 200 Demonstranten machten am Samstag ihren Unmut über den Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat deutlich. Dazu aufgerufen hatte die Kreisgruppe Starnberg vom Bund Naturschutz (BN).

Unter den Demonstranten war auch Helmut Ronstedt von der Bürgerinitiative Eichenallee, die im Zuge der Klinik-Diskussion gegründet hatte. Aus eigener Erfahrung berichtete er: „Protest lohnt sich.“ Und der Protest reichte weit über den umstrittenen Einsatz des Pestizids hinaus. Denn den Demonstranten war nicht nur das Thema Glyphosat wichtig, sondern vor allem die Agrarwende hin zu einer ökologischen Landwirtschaft. 

Flugblatt: „Der Agrarindustrie die Stirn bieten“

Gekommen waren Bürger, Mitglieder von BN und Grünen, Imker – und Landwirte. Denn eine Agrarwende gelinge nur gemeinsam, betonte Dr. Martha Mertens vom BN. Einst habe es noch geheißen, „Glyphosat baut sich ab und schadet nur Pflanzen“, erinnerte sie sich. Eine Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung verurteilte das Mittel 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“. Eine andere Studie kam zum Ergebnis „nicht krebserregend“

Die Demonstranten in Hechendorf jedenfalls sind kritisch. Klaus Hirsch etwa betonte: „Seit 1976 hat die Insektenvielfalt um 75 Prozent abgenommen.“ Als Verursacher sieht er unter anderem eingesetzte Chemikalien.

Vor Hirsch und den anderen Demonstranten liefen Laurin (13), Jona (11) und Benno (12). Sie drückten Passanten das Flugblatt „Der Agrarindustrie die Stirn bieten“ in die Hand, während die Gruppe in Richtung Aubachtal ging. Mit Imkeranzug ausgestattet waren Michaela und Susanne Grötsch, die Imkerrauch schwenkten. Seit zehn Jahren arbeiten sie als Imkerinnen in Machtlfing. Ihre Beobachtung: „Die Insekten sind nicht mehr so aktiv wie früher.“ Trotz ihres verletzten Knies marschierte Martina Neubauer von den Starnberger Grünen mit. „Wichtig ist es, ein klares Zeichen für die gesamte Lebensmittelindustrie zu setzen.“

Rat: „Kauft biologisch regional“

Als Vertreter der Landwirte sprach sich Nikolaus Friesenegge für die Förderung der Kleinbauern aus. Ein Stall mit 25 Kühen solle in einen Laufstall umgebaut werden können – ohne, dass der Besitzer in eine Schuldenfalle tappe. „Kauft biologisch regional“, rief der Vorsitzende des Imkervereins Starnberg, Hubert Dietrich, die Verbraucher zum Umdenken auf. 

Denn: „Entscheidungen müssen von unten nach oben wachsen.“ Knapp drei Stunden lang hielten die Demonstranten ihre Schilder hoch, applaudierten den Rednern – und genossen ihren Spaziergang entlang erhaltenswerter grüner Wiesen. Und BN-Kreisvorsitzender Günter Schorn freute sich, dass aus der Bürgerinitiative Eichenallee im März die BN-Ortsgruppe Seefeld werden soll.

Von Michèle Kirner

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