Wollen nicht ohnmächtig zuschauen: Anne und Dr. Alexander Eichberger, Gründer der Initiative „unserklima.jetzt“.
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Wollen nicht ohnmächtig zuschauen: Anne und Dr. Alexander Eichberger, Gründer der Initiative „unserklima.jetzt“.

Ehepaar gründet Initiative und beteiligt sich als weiterer Hauptsponsor am Filmfestival

Die Eichbergers und ihre Klima-Idee

  • Hanna von Prittwitz
    VonHanna von Prittwitz
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Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Wie lässt sich die Dringlichkeit des Themas einer breiten Bevölkerung vermitteln? Mit dieser Frage befassen sich Anne und Dr. Alexander Eichberger aus Hechendorf schon länger – und gründeten die Initiative „unserklima.jetzt“.

Hechendorf - Erste Aktion der neuen Initiative: die neue Filmreihe Kino & Klima beim Fünf-Seen-Filmfestival. Dort treten die beiden heuer als weitere Hauptsponsoren auf. Denn als die Durchführung des Filmfestivals zu Beginn dieses Jahres noch auf der Kippe stand, löste das bei Anne (64) und Alexander Eichberger (63) eine Art Initialzündung aus. Sie schrieben eine E-Mail an Festivalchef Matthias Helwig – und rannten damit die berühmten offenen Türen ein. „Er fand die Initiative und das Thema gut.“ Dann ging alles schnell. Heute steht das Programm. Geplant sind ausgesuchte Filme, ein Filmgespräch und eine Podiumsdiskussion mit allen Bundestagskandidaten des Landkreises. Dazu kommt die Vergabe des Kino & Klima-Awards, der vom Publikum bestimmt und an den Regisseur des Siegerfilms vergeben wird. Er ist mit 3000 Euro dotiert.

Zuerst jedoch gaben die Eichbergers einen einminütigen Film in Auftrag. Dieser zeigt in wunderbaren Bildern unsere Erde – und dann sehr deutlich das, was wir Menschen auf und mit ihr veranstalten. Der Kurzfilm ist beim am 28. Juli (bis 16. August) beginnenden Open-Air-Kino im Starnberger Seebad jeweils vor Filmbeginn zu sehen – und vor den Vorführungen des Festivals vom 18. bis 28. Juli.

Doch was treibt das Ehepaar an? Noch vor wenigen Jahren waren die Eichbergers eher keine Klimaaktivisten, wenngleich sich Alexander Eichberger als Gründer der Simpack AG mit virtuellen Prototypen, darunter auch Windkraftanlagen, befasste. „Ich bin so aufgewachsen wie viele meiner Generation: Du musst etwas leisten, dann kannst du dir auch etwas leisten“, kommentiert Eichberger seinen Werdegang. Diese Wertigkeit, der ewige Wachstumsgedanke: „Das funktioniert heute nicht mehr.“ 2014 verkaufte er sein Unternehmen. Seither engagiert sich Eichberger ehrenamtlich für die Energiewende, hält Vorträge und fährt E-Auto. Allerdings pendelt das Ehepaar auch zwischen unterschiedlichen Wohnsitzen hin und her.

„Wir würden heute vieles anders machen“, sagt die medizinische Dokumentatorin Anne Eichberger. Jeden Tag würden sie überlegen, wie sie ihren ökologischen Fußabdruck verringern könnten. Dazu gehört beispielsweise der Umbau des Hauses in Hechendorf in ein Zweifamilienhaus. Ins Flugzeug steigen sie schon lange nicht mehr, Fleisch gibt es nur noch selten. „Natürlich sind wir angreifbar, weil wir vieles machen konnten und können“, sagt Alexander Eichberger. „Aber das kann kein Grund sein, sein Leben nicht zu ändern und sich nicht zu engagieren.“ Auch wenn er als Ingenieur gewisse Zweifel hat, dass die Menschheit es noch hinkriegt. „Wir haben die technischen Möglichkeiten. Aber es funktioniert nicht ohne eine Änderung der Politik und der Gesellschaft.“ Dafür sei die kommende Legislaturperiode entscheidend.

Ab Montag, 26. Juli, ist die Internetseite der Initiative „unserklima.jetzt“ freigeschaltet. Neben Tipps zu Literatur und Klimafilmen finden die Besucher auch Klimarechner. „Das ist ein erster Schritt – einfach mal zu sehen, wie schaut mein Fußabdruck aus. Und wie kann ich ihn reduzieren“, sagt Anne Eichberger.

Nach dem Festival soll der Klima-Trailer in weiteren Kinos in der Umgebung und der Region laufen. Und sicher ist heute, dass die Reihe Kino & Klima keine Eintagsfliege ist: Sie wird es beim Festival in den nächsten drei Jahren geben, das ist schon ausgemacht.

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