In Drößling ist es eng, daher soll eine Ampel den Verkehr regeln. Nun gibt es wieder neue Pläne.
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In Drößling ist es eng, daher soll eine Ampel den Verkehr regeln. Nun gibt es wieder neue Pläne.

Bürgermeister Kögel hofft auf Verbreiterung der Staatsstraße – Positive Signale aus Weilheim

Doch keine Ampel in Drößling?

In Drößling soll 2021 eine Ampel den Verkehr regeln. Nun gibt es jedoch wieder neue Pläne.

Seefeld – Die Planung schien in trockenen Tüchern: In Drößling soll ab 2021 eine Ampel den Begegnungsverkehr auf der engen Staatsstraße regeln. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag nun sorgte Bürgermeister Klaus Kögel für eine Überraschung: Er ist von der Ampel nicht überzeugt und will lieber die Straße verbreitern, beziehungsweise einen Gehsteig bauen. Erste Gespräche mit Anwohnern hat es wohl schon gegeben.

Durch den kleinen Seefelder Ortsteil Drößling führt die Staatsstraße 2070. Weil Drößling eng und kurvig ist, verkeilen sich dort immer wieder Lkw, mal ganz abgesehen davon, dass viele Autofahrer zu schnell unterwegs sind und für Fußgänger schon gleich gar kein Platz ist. Die Ampellösung, die das Passieren der Ortsmitte im Wechsel erlauben sollte, schien da eine Lösung. Das fanden nicht alle gut in Drößling, aber letztlich sollte sie installiert werden, das war auch mit dem Staatlichen Bauamt so abgesprochen. Die Grünen/BI hatten daraufhin im Sommer einen Antrag eingereicht, in dem sie ein Verkehrskonzept für den Nachbarort Unering beantragten. Denn die Befürchtung ist groß, dass viele Autofahrer keine Lust auf die Ampel in Drößling haben und daher den Weg über Unering wählen.

Als es am Dienstag nun um den Antrag der Grünen ging, sorgte Kögels Anmoderation bei den in Drößling wohnenden Gemeinderäten Ulrich Pirzer (FWG) und Christian Wagner (BVS) für helle Verwunderung. „Wir befinden uns in enger Abstimmung mit den Drößlinger Bürgern, um die Ampellösung dahingehend auflösen zu können, dass es einen Gehweg gibt“, sagte Kögel. Er habe dazu bereits ein Gespräch mit dem Staatlichen Bauamt in Weilheim geführt, dort sei man offen gewesen für den Vorschlag.

Wagner und Pirzer hatten zwar nichts gegen eine Lösung ohne Ampel. Irritiert waren sie dennoch. „Ich bin schon überrascht“, sagte Wagner. Über Jahre hinweg sei er aufgefordert gewesen, mit den Drößlingern zu reden, es habe Versammlungen gegeben. Pirzer ging es ähnlich. „Das ist völliges Neuland, dass man die Straßenbreite da plötzlich herbringt“, wunderte er sich. „Ich habe dann jahrelang das Falsche geglaubt. Das wäre schon schön, wenn wir informiert würden.“ Er habe sich für die Sache stets ins Zeug gelegt, „und dann werden wir übergangen“.

„Ich halte eine Ampel nicht für die Superlösung“, sagte Kögel dem Starnberger Merkur auf Nachfrage. Er befürchtet einen Ausweichverkehr über Unering. Abgesehen davon verfügten längst nicht alle Fahrzeuge über eine Start-Stopp-Automatik, Lkw schon gar nicht. „Das führt zu einer Belastung der Dorfbewohner“, fürchtet Kögel. Nicht zuletzt erschwere stehender Verkehr im Ort auch das Ein- und Ausfahren der Anlieger. In der Sitzung sagte er, es gäbe nun einen Vorstoß bei den Anliegern, sie seien bereit, ihren Beitrag zu leisten. Ralf-Peter Beutel vom Bauamt erklärte, dass man üblicherweise davon ausgegangen sei, die Straße müsse 6,5 Meter breit plus Gehweg sein. „Das Staatliche Bauamt ist aber auch mit einer Straßenbreite von sechs Metern plus 1,5 Meter Gehweg einverstanden.“ Das ist neu, und das eröffnet neue Möglichkeiten. Laut Beutel ist aber die Ampellösung nach wie vor in trockenen Tüchern. „Es wäre aber blöd, wenn man die neue Möglichkeit nicht nutzen würde.“

Auf die allgemeine Situation in Unering soll trotzdem ebenfalls geschaut werden. Seit vielen Jahren gibt es eine Planung, „aber wir haben das auch wegen der Haushaltslage immer verschoben“, erklärte Bauamtsleiterin Imke Friedrich. Der Gemeinderat will sich das im kommenden Jahr anschauen.

Das gilt auch für die Verkehrssituation in Hechendorf. Die Grünen/BI hatten in einem zweiten Antrag für die Inninger Straße Zebrastreifen, eine feste Radaranlage und Tempo 30 am Ortsausgang in Richtung Seefeld gefordert. Weil es sich nicht um einen Unfallschwerpunkt handelt, lehnt die Polizei dies ab. Die Gemeinde hat jedoch Messanlagen gekauft, die dort und an anderen Stellen aufgestellt werden sollen. Die Geräte können auch verdeckt messen. Das heißt, die Anzeige ist aus, der Effekt auf den Verkehr wird trotzdem aufgezeichnet. „Wir gehen das Thema an“, versprach Kögel.

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