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Sie ist prächtig, will aber gepflegt werden: die Eichenallee zwischen Seefeld und Delling.

Eichenallee Seefeld

Kleine Eichen: Die ersten Jahre  sind entscheidend

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Das staatliche Bauamt  Weilheim und Seefelds Agenda 21 suchen gemeinsam Paten für 15 junge Eichen. Das dient dem Erhalt der längsten und schönsten Eichenallee Europas.

Seefeld – Sie sind zart, gute zwei Meter hoch und wurden im Frühjahr entlang der Eichenallee gesetzt: Jetzt sucht das Staatliche Bauamt in Weilheim gemeinsam mit der Agenda-Gruppe Ortsbild/Ortsentwicklung in Seefeld Baumpaten für 15 junge Eichen. Eine Patenschaft kostet einmalig 300 Euro. Im Frühjahr veranstaltet die BN-Ortsgruppe Seefeld zudem einen Vortragsabend zum Thema Eichenallee.

Die 15 Jungbäume wurden nach einer längeren Pflanzpause eingesetzt. „Die für die Nachpflanzungen geeigneten Lücken in der Allee müssen genügend Licht zwischen den Kronen der Altbäume bieten, damit die jungen eine Chance auf gutes Gedeihen haben“, erklärt Marika Hoyer vom Bauamt in einer Pressemitteilung. Nicht jede Lücke könne geschlossen werden, da nicht an allen Standorten, wo ein Baum fehle, günstige Bedingungen herrschten.

Die jungen Eichen lässt das Bauamt schon seit einigen Jahren aus Samen der Eichenalleebäume heranziehen. Die Pflanzung hatte die Firma Krauss aus Seefeld übernommen. Das Unternehmen ist auch in den nächsten drei Jahren für die Bäumchen zuständig. Sie müssen gewässert werden und erhalten in mehrjährigen Abständen Erziehungs- und Aufbauschnitte. „Die ersten Jahre der Anwuchs- und Entwicklungsphase sind für Neupflanzungen wegen der gegenüber der Baumschule veränderten Standortbedingungen besonders kritisch“, erklärt Hoyer. Von großer Bedeutung sei die Wasserversorgung.

Werden die Jungbäume in ihren ersten Jahren gut betreut, stehen die Chancen gut, dass sie sich in der Krone gesund entwickeln. Das wiederum heißt, ihnen bleiben Korrekturen erspart, die für den Baum problematisch sein können. „Eine intensive Pflege in den ersten 15 bis 20 Jahren zahlt sich in späteren Jahren sowohl hinsichtlich der Baumgesundheit als auch der erforderlichen finanziellen Mittel aus“, stellt Hoyer fest.

Und nun kommen die Paten ins Spiel: Mit der Übernahme von einmalig 300 Euro unterstützen sie die Pflege und leisten damit auch einen Beitrag zur Erhaltung der Allee. Bisher konnten für die Allee 30 Paten gewonnen werden – darunter zehn Vereine, Verbände, Firmen und Bildungseinrichtungen. „Diesen vorbildlichen Förderkreis möchte das Staatliche Bauamt Weilheim gerne erweitern und kann aktuell 15 neue Patenschaften anbieten“, schreibt Hoyer.

Die Eichenallee zwischen Delling und Seefeld ist eine der schönsten und längsten in Europa. Sie ist 2,8 Kilometer lang, rund 700 Eichen im Alter von fünf bis 250 Jahren säumen ihren Verlauf. Seit Jahrzehnten ringen Naturschützer und Behörden um ihren Erhalt – auch wegen der Anforderungen, die die Staatsstraße in Sachen Verkehrssicherheit stellt. Den Pflegemaßnahmen liegt ein umfassendes Pflegewerk der Hechendorfer Landschaftsarchitektin Almuth Boedecker zugrunde, das zuletzt 2015 evaluiert wurde.

Auch die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe in Seefeld zählt zu den Baumpaten. „Der Baum 149 ist der Gründungsbaum der Ortsgruppe“, weiß Ildiko Gaal-Baier, Sprecherin der Agenda-Gruppe Ortsbild/Ortsentwicklung. Beide Gruppierungen arbeiten eng zusammen. Für Freitag, 22. März 2019, lädt die BN-Ortsgruppe im Bahnhof in Hechendorf zu einem Vortrag zum Thema ein: „Die Eichenallee von Seefeld in Wort und Bild“, lautet der Titel, die Vortragende ist Almuth Boedecker. „Wir möchten, dass die Menschen so viel wie möglich über diese wunderbare Allee wissen“, sagt Gaal-Baier.

Wer sich für eine Patenschaft interessiert, findet unter www.agenda-seefeld.de weitere Informationen dazu. Ansprechpartnerin im Staatlichen Bauamt ist Marika Hoyer, z (08 81) 9 90 11 33.

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