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Zur Weintraubenmadonna pilgerten schon im 18. Jahrhundert viele Menschen von weither. 

Tag des offenen Denkmals in Drößling

Einzigartige Weintraubenmadonna 

Auch die Drößlinger Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt nimmt am Tag des offenen Denkmals am Sonntag teil. Eine besondere Sehenswürdigkeit erwartet die Besucher am Altar. 

Drößling – Aus über 60 bayerischen Ortschaften kamen im 18. Jahrhundert zahlreiche Gläubige, um die „Weintraubenmadonna“ in der Drößlinger Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt im Zuge einer Pilgerreise anzubeten. An diesem Sonntag, 9. September, steht die „Frau von Drößling“ wieder im Fokus – wenn die Kirche zum Tag des offenen Denkmals ihre Pforten öffnet.

„Wir freuen uns über alle Gäste, die wir an diesem Tag in unserer schönen Drößlinger Kirche begrüßen dürfen“, sagt Seefelds Pfarrer Roland Böckler. Das Thema des bundesweiten Aktionstages lautet in diesem Jahr „Entdecken, was uns verbindet“. Und so laden Böckler, Mesner und Pfarrgemeinderatsmitglied Matthias Wenig sowie anderen Vertreter der Kirchenverwaltung zu einer Entdeckungsreise durch Mariä Himmelfahrt ein. „Wenn Interesse besteht, werden wir auch eine kleine Führung durch die Kirche anbieten und die eine oder andere Sehenswürdigkeit vorstellen“, sagt Wenig.

Gebaut wurde die Wallfahrtskirche in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. „Den Hinweis darauf gab uns eine Glocke, die im Jahr 1471 gegossen wurde“, erklärt Wenig. Die Glocke sei mittlerweile allerdings abgehängt worden, weil sie einen Sprung hatte. Immer noch gut erhalten sind aber die Statuen von Christi und seinen zwölf Aposteln. Die etwa 60 Zentimeter hohen Figuren des Weilheimer Bildhauers Heinrich Hagen stehen auf einer Empore in einer Brüstung und können am Sonntag ebenfalls besichtigt werden.

Weintraubenmadonna ist die interessanteste Sehenswürdigkeit 

Die interessanteste Sehenswürdigkeit ist jedoch die Darstellung der Mutter Gottes als „Weintraubenmadonna“. Um einen Blick auf sie zu erhaschen, pilgerten im 18. Jahrhundert so viele Menschen nach Drößling, dass sogar Beichtstühle auf dem Friedhof aufgestellt werden mussten, um den Andrang zu bewältigen. Bei der Weintraubenmadonna handelt es sich um eine etwa 1,60 Meter hohe gekrönte Holzfigur, die vermutlich um das Jahr 1470 geschnitzt wurde.

Sie zeigt die Mutter Gottes sitzend, in der linken Hand hält sie eine Rebe, mit ihrem rechten Arm stützt sie den kleinen Jesus, der bei ihr auf dem Schoß sitzt. „Die Figur der Mutter Gottes mit Weintrauben symbolisiert einerseits die Frucht des Leibes“, erklärt Wenig. „Außerdem greift die Weinrebe auch den Opfergedanken auf. Die Trauben werden für den Wein geopfert, so wie Jesus sich für uns geopfert hat.“ Wer die Weintraubenmadonna sehen will, kann am Sonntag von 14 bis 17 Uhr in die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt kommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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