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Possierlich und schlau, aber ungeliebt: die Ratte. In Steinebach sind gerade zu viele unterwegs.

Plage

Eklig: In Steinebach sind die Ratten los

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Seitdem der Rattenfloh im Mittelalter die Pest übertrug, hat auch sein Wirt, die Ratte, einen schlechten Ruf. In Steinebach vermehren sich die Säugetiere gerade derart, dass das Gesundheitsamt die Gemeinde aufgefordert hat einzugreifen. In diesen Tagen ist der Kammerjäger unterwegs.

Steinebach – Ratten gibt es überall. Wer Vogelfutter offen lagert, offen kompostiert oder auch beispielsweise Hühner hält, kennt den scheuen, nachtaktiven Gast. In Sommern wie diesem, heiß und feucht, stimmt dann oft alles, um die kleinen Nager auf den Plan zu rufen. In Steinebach, nahe des Auinger Bachs, Bereich Kiebitzstraße und Auinger Straße allerdings, nahm die Population offensichtlich überhand. „Das Gesundheitsamt hat uns aufgefordert, tätig zu werden“, berichtete Bürgermeisterin Christel Muggenthal den Gemeinderäten.

Warum genau sich die Tiere dort so auffällig vermehrten, kann nur vermutet werden. „Die Kombination aus Wasser, Kompost, Fallobst oder auch Igelfutter sorgt für paradiesische Zustände“, vermutet Muggenthal. Ein sich dort befindlicher kleiner Hühnerhof werde vom Veterinäramt überprüft. Nachbarn hatten vermutet, das dort Essensreste verfüttert werden. „Aber auch jeder Kaninchenstall lockt Ratten an“, sagt die Bürgermeisterin.

Der Leidensdruck der Anlieger sei zunehmend groß geworden. „Ich habe auch Fotos erhalten. Eins zeigt eine Ratte, die im gekippten Fenster eingeklemmt war. Sie war auf dem Weg nach draußen. Die sind also wohl schon in die Häuser rein.“

Muggenthal hat mit Ratten so ihre Erfahrungen gemacht. „Vor zehn Jahren etwa gab es bei uns am Bulachbach eine Plage“, erinnert sie sich. Zu der Zeit habe sie eines Tages eine Schale mit Zwetschgen auf dem Gartentisch stehen lassen. Aus der Küche habe sie dann gesehen, wie eine Ratte den Tisch hochgeklettert sei. Die Gemeinde engagierte ebenfalls einen Kammerjäger, seither ist am Bulachbach Ruhe.

Muggenthal geht davon aus, dass die Rattenbekämpfung am Auinger Bach an die drei Monate dauern wird. Der Kammerjäger legt dafür in Röhren Köder aus – unerreichbar für Haustiere und beispielsweise Igel. Die Kosten von etwa 8000 Euro übernimmt die Gemeinde. „Ich halte es für bedenklich, wenn die Leute auf eigene Faust anfangen, Gift auszulegen“, sagt die Bürgermeisterin. Zumal das in Gartencentern erhältliche Gift oft nicht so wirksam, dafür aber gefährlich für Haustiere sei. Völlig entnervte Anwohner sollen sogar schon mit Luftgewehren auf die Säuger geschossen haben. „Das möchte ich dann doch lieber professionellen Kammerjägern übertragen.“

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