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Zufrieden: (v.l.) Laura Mühlfenzl, Dr. Isabel Mühlfenzl, Caroline Mühlfenzl und Petra Schwienbacher bei der Eröffnung des Bahnhofs Hechendorf.

Eröffnung

Vom S-Bahnhof zum Ess-Bahnhof

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Die Hechendorfer haben sich die Möglichkeit, den sanierten S-Bahnhof anzuschauen, am Samstag nicht entgehen lassen.

Hechendorf – Ab 15 Uhr strömten die Hechendorfer in Massen in die einstige Wartehalle und freuten sich. Die einhellige Meinung: Darauf haben alle immer gewartet. Bahnhofsbesitzerin Dr. Isabel Mühlfenzl saß mittendrin in dem großen Getümmel und war zufrieden. „Da entstehen jetzt so viele Ideen allein aus dieser Veranstaltung, da müssen wir jetzt erst mal sehen, wie es weitergeht“, sagte Tochter Caroline am Rande der Veranstaltung.

Nach Kauf: „Bis dato nicht gekannte Leidenszeit“

Unter anderem kursierte auch schon ein neuer Name für das Projekt: Ess-Bahnhof Hechendorf. Bevor die Bürger den Bahnhof stürmten, hatte eine geladene Gästeschar das Ergebnis von zwei Jahren Bauzeit inspiziert, darunter Vize-Landrat Georg Scheitz, Bürgermeister Wolfram Gum, Seefelds Gemeinderäte und auch Promis wie beispielsweise Karikaturist Dieter Hanitzsch. Dieser überreichte Isabel Mühlfenzl im Auftrag von Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner für diese Art „Senioren-Startup“ eine Siegerurkunde, was für große Heiterkeit sorgte.

Die schwierige und vor allem kostenintensive Sanierung beschäftigte Bürgermeister Gum in seiner kurzen Ansprache: Mit dem Kauf des Bahnhofs habe für Isabel Mühlfenzl eine „bis dato nicht gekannte Leidenszeit“ begonnen, sagte er. Fehlende Stromleitungen, giftiger Bahnschutt, unvermutete Altrechte der Bahn, Wasserschäden und zwischendrin „gut platziert das Abspringen des avisierten Wirts“. All dies habe die Metamorphose des alten Bahnhofs in ein Schmuckstück begleitet.

Investitionen auf bis zu 1,6 Millionen Euro angestiegen

Isabel Mühlfenzl hatte zuvor noch trocken bekannt, viel zu teuer gebaut zu haben: „Das ist hier viel zu schön für eine Wirtschaft, sagen viele.“ Letztlich sind weit mehr als die einst geplanten 1,3 Millionen Euro in die Sanierung des S-Bahnhofs geflossen, es dürften wohl bis zu 1,6 Millionen Euro gewesen sein.

Wie es nun weitergeht, ist offen. Am Samstag hatten die Seefelderin Petra Schwienbacher und Stefan Posner (Restaurant „Zweite Heimat“) aus Herrsching das Catering übernommen, unterstützt von dem Münchner Weinhändler Stephan Häusler und Pianist Charlie Glass aus Fischen. Ob und wie es miteinander im Bahnhof Hechendorf weitergeht, ist noch unklar. Ab sofort jedenfalls kann der Wartesaal für Veranstaltungen gemietet werden. 

Siegmund Gottlieb, ehemals Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, entwickelte ad hoc die Vision, von München aus Festgesellschaften im Triebwagen nach Hechendorf zu fahren. „Alles ist möglich“, schloss Caroline Mühlfenzl. Fest eingeplant ist jedenfalls eine Internetseite, die Enkeltochter Laura Mühlfenzl in Kürze freischalten soll.

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