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Um dieses Grundstück nahe der Eichenallee dreht sich der Streit.

Es geht um die Chirurgische Klinik

Seefelds Bürgermeister Gum: „Dieses Misstrauen ist zum Kotzen“

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In der Diskussion um Sanierung und Erweiterung der Chirurgischen Klinik Seefeld hat Bürgermeister Wolfram Gum - unterstützt von seinem Stellvertreter Dr. Oswald Gasser - am Donnerstag deutliche Worte gefunden.

Seefeld – Das Bürgerbegehren läuft, die Fronten sind geklärt: Bürgermeister Wolfram Gum und sein Stellvertreter Dr. Oswald Gasser hatten daraufhin am Donnerstagnachmittag zu einem Pressegespräch geladen, um ihre Sicht der Dinge in Sachen Chirurgische Klinik Seefeld darzustellen. „Da gibt es viele Gerüchte, ich will offen sprechen“, kündigte Gum an.

Wie berichtet wird derzeit geprüft, ob die Chirurgische Klinik Seefeld am Standort saniert und erweitert werden kann. Es geht um etwa 30 Betten. Die Bürgerinitiative Eichenallee hat unterdessen ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht, dass sich für den Erhalt der Klinik im Ort und gegen den Neubau eines Krankenhauses im Landschaftsschutzgebiet ausspricht (wir berichteten).

„Alle Verantwortlichen wollen den bisherigen Standort erhalten“, sagte Gum. „Wir werden alles tun, damit am alten Standort gebaut werden kann“. Falls jedoch die Fachplaner zu dem Ergebnis kämen, dass die Generalsanierung nicht funktioniere, brauche Seefeld einen Plan B. „Ansonsten wird dieses Haus geschlossen. Das wäre eine Katastrophe für den Ort, die Infrastruktur, unsere Bürgerschaft“, sagte Gum. „Es ist meine Aufgabe, eine zukunftsweisende Lösung für diesen hoffentlich nicht eintretenden Fall zu suchen.“

Deshalb war der Gemeinderat seinem Vorschlag mehrheitlich gefolgt, die Herausnahme der Fläche an der Eichenallee aus dem Regionalplan prüfen zu lassen. Auf die Erkenntnisse der Planer hat die Gemeinde keinen Einfluss. Es gelte abzuwägen zwischen den Gütern „unberührbare Landschaft am Ortsrand“ und dem Faktor Gesundheitsversorgung. „Dieser Aufgabe müssen wir uns alle stellen.“ Mit dem Antrag auf Prüfung habe die Gemeinde nicht warten können, „weil das Verfahren langwierig ist“. Sehr wohl sei das Vorgehen der Gemeinde im Vorfeld auch mit offiziellen Stellen abgesprochen worden. Die Eichenallee werde nicht berührt. „Und wir haben nicht die Absicht, dort weiteres Gewerbe zu etablieren.“

Dass überhaupt eine Generalsanierung des Klinikums nötig ist, erstaunt Gum bis heute. „Ich wusste nicht, dass wir so nicht zukunftsfähig sind.“ Eine Schließung könne er nicht zulassen. „Ich werde alles tun, um das zu verhindern, und wenn es mich ins Grab bringt.“ Es gehe hier auch nicht um eine Tankstelle oder eine Spielhölle, sondern eine existenzielle Einrichtung. Sollte die Klinik neu gebaut werden müssen, sei auch noch ein anderer Standort im Gespräch. „Die Inninger Straße in Hechendorf ist noch nicht ganz vom Tisch“, sagte Gums Vize Gasser.

Dass dem Gemeinderat so viel Misstrauen entgegengebracht wird, ärgert die Bürgermeister. „Dieses Misstrauen ist zum Kotzen“, sagt Gum. „Warum sollten die Räte so korrupt sein?“ Er hält es außerdem für höchst unfair, die Flächenversiegelung im Falle eines Neubaus anderen zuzumuten. Im Ort sorgten derweil zahlreiche Gerüchte für Angst. Da wäre die Rede von einem Aldi-Lager neben einem Krankenhausneubau. Dabei sei nicht einmal bekannt, wie groß die Fläche für ein Krankenhaus sein müsste. „Ich gehe von etwa 20 000  Quadratmetern aus. Neben einem Park wären vermutlich drei Gebäude nötig und eine dichte Eingrünung.“ Gums größte Hoffnung: „Dass wir die Klinik in der Ortsmitte behalten. Dann war alles ein Sturm im Wasserglas.“

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