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Mit der Befestigung des Freskos sind die Sanierungsarbeiten im Hechendorfer Bahnhof weitgehend abgeschlossen. Dr. Isabel Mühlfenzl und Adalbert Adaszynski verfolgen die Montage. Wer den Bahnhof nun pachtet, soll sich in den nächsten Wochen entscheiden. Die drei Wohnungen und ein B üro sind inzwischen bereits vermietet.

Sanierung abgeschlossen

Finale mit Fresko für den alten Bahnhof Hechendorf

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Die Sanierung des Hechendorfer Bahnhofs ist abgeschlossen. Am Wochenende ließ Eigentümerin Dr. Isabel Mühlfenzl noch ein extra angefertigtes Fresko im Wartesesaal befestigen. Die drei Wohnungen und das Büro in den oberen Etagen sind vermietet und bezogen. 1,6 Millionen Euro hat die 90-Jährige aus Hechendorf investiert.

Hechendorf –Über die zu den Gleisen zeigende Glasfront flutet Licht in den alten Wartesaal, das offene Dach sorgt mit seinen alten Planken für Atmosphäre. In der Mitte des Raumes sind Holzbodendielen eingelassen, umgeben von terrakottafarbenen Steinfliesen, es gibt eine Fußbodenheizung. „Warteraum II. Klasse (bepolstert)“, steht über einer Tür, „Warteraum III. Klasse (Holzklasse)“, über der gegenüberliegenden.

Die Wirtschaftsjournalistin Isabel Mühlfenzl ist gerade erst von einer Reise durch Polen zurück, und sie strahlt. Zu dritt sind Arbeiter damit beschäftigt, das Fresko des befreundeten Italieners Gianfranco Di Mauro an der Wand zu befestigen. Unter den wachsamen Augen von Adalbert Adaszynski mörteln sie Platte für Platte an die Wand. Das Bild zeigt in leuchtenden Farben das Wappen von Seefeld, den See, die Natur, den Bahnhof und im Hintergrund die Alpen.

Für Isabel Mühlfenzl ist dies sozusagen der letzte Akt ihres Sanierungsprojekts, das sie nicht nur viel Geld, sondern auch jede Menge Nerven gekostet hat. Sie hat als Bauherrin alles erlebt, was man da so erleben kann, über Wasserrohrbrüche bis hin zu maroden Stromleitungen, randalierenden Rowdys und heftigen Auseinandersetzungen mit der Bahn. Jetzt ist alles picobello und weitestgehend auch bezahlt.

Für ihr Engagement hat sich Isabel Mühlfenzl in den vergangenen Wochen eine Menge anhören müssen. „Zu aufwändig, zu schön, zu liebevoll“, sagten Fachleute und schüttelten den Kopf. Aber genau darum ging es Isabel Mühlfenzl immer. Sie wollte und konnte den Bahnhof nicht mehr vor sich hingammeln sehen. Und er schaut nun wirklich prächtig aus, im Inneren und von außen.

Und nun? „Ich habe ganz viele Ideen“, sagt sie munter. Für die Bewirtschaftung des Wartesaals gibt es derzeit mehrere Bewerber. Die 90-Jährige hat allerdings ihre Vorstellungen. Derzeit denkt sie an ein Konzept mit Bäckerei, Café und Bistro. Eine Küche ist vorgesehen, die Anschlüsse sind vorhanden und im Keller steht ein Fettabscheider. In dieser Woche nimmt sie die Gespräche mit den Interessenten wieder auf. Ihr zur Seite steht dabei Beraterin Angelika Steitz (56). „Ohne sie hätte ich das nicht geschafft“, sagt Mühlfenzl. Ursprünglich hatte sie das Projekt mit Tochter Caroline begonnen, doch diese ist mittlerweile in Luxemburg und damit einfach zu weit weg. Also sprang Angelika Steitz ein und landete so unversehens in Verhandlungen und Streitereien rund um ein Mammutprojekt.

An diesem Nachmittag aber, an dem nach vielen Stunden konzentrierter Arbeit endlich das Fresko in seiner ganzen Pracht an der Wand hängt, freuen sich beide nur noch. Und sind sich einig: „Heute hat es richtig Spaß gemacht.“ Hanna von Prittwitz

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