Frau übersieht Kradfahrer in Seefeld - Urteil wegen fahrlässiger Körperverletzung

„Das wünsche ich keinem“

Es kann so schnell gehen: Beim Abbiegen nicht ausreichend aufgepasst - und schon ist ein Unfall passiert und ein Mensch verletzt oder gar tot. Eine 42-jährige Frau musste sich jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten. 

Seefeld – Ein Moment der Unachtsamkeit erschütterte Ende Mai 2018 das Leben einer Schondorferin. Mit ihrem Audi bog die Frau an jenem Morgen auf die Staatsstraße am Pilsensee ein und übersah dabei einen nahenden Kraftradfahrer.Vor dem Starnberger Amtsgericht musste sich 42-Jährige wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten und erklärte unter Tränen: „Ich bin froh, dass dieser Mensch lebt.“

Ihr Rechtsanwalt machte deutlich, dass die Angeklagte den von links kommenden Motorradfahrer schlichtweg übersehen hatte: „Der Schaden ist schon reguliert.“ Laut Attest erlitt der Geschädigte eine schmerzhafte Hodenverletzung. Im Zeugenstand musste er angesichts der geständigen Angeklagten nicht erscheinen. Die Anklage fußte vor allem auf ihre elf Voreintragungen im Bundeszentralregister. „Meine Mandantin hatte ein schwieriges Leben. Heute ist sie alleinerziehend“, so ihr Verteidiger, der zudem hervorhob, dass ein solcher Unfall letztlich jedem passieren könne.

Die Schondorferin fügte an: „Ich wünsche das keinem. Ich werde vom Pech verfolgt.“ Richterin Christine Conrad blieb mit ihrem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft und setzte die Geldstrafe bei 70 Tagessätzen à 35 Euro fest. Denn: „Die Angeklagte ist geständig und reuig. Es gibt keine einschlägige Voreintragung.“

Rubriklistenbild: © dpa / David-Wolfgang Ebener

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