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Knapp 15 Millionen Euro an Rücklagen hat die Gemeinde Seefeld aufgebaut.

Seefeld

Stoffgeier für den Haushalt

Seefeld – Gleich zwei Stoffgeier brachte Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum am Dienstagabend zur Gemeinderatssitzung mit. Flankiert von ihnen, hielt er seine Haushaltsrede – geschlossen nickte das Gremium das Rechenwerk ab. 

Bürgermeister Wolfram Gums Fazit war eindeutig: Es wird schwieriger, aber die Gemeinde ist nach wie vor schuldenfrei. „Wir müssen einen neuen Kurs finden“, sagte Gum. Der Gemeinde ist ein entscheidender Gewerbesteuerzahler weggebrochen (wir berichteten). Nicht, weil er seine Firma verlagert, sondern weil er die steuerlichen Möglichkeiten nutzt und dort abrechnet, wo er weniger zahlt. 

Rücklagen der Seefelder: Knappe 15 Millionen Euro

Namentlich genannt wurde das am Griesberg beheimatete Unternehmen nicht. In der Vergangenheit hatte die Firma der Gemeinde durch die Gewerbesteuer zu einer Spitzenposition im Landkreis verholfen. „Es ist keine Katastrophe, aber wir rutschen in das Mittelfeld der Kommunen“, sagte Gum. 

Immerhin hat Seefeld knapp 15 Millionen Euro an Rücklagen aufbauen können – die aber wohl für die Kreisumlage draufgehen werden. Insgesamt beträgt das Haushaltsvolumen 28,5 Millionen Euro. Statt den üblichen gut zehn Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen kassierte die Gemeinde heuer nur 5,6 Millionen Euro. Die Einkommenssteuereinnahmen sind mit 5,6 Millionen Euro konstant. Die Gesamteinnahmen betragen 12,9 Millionen Euro. Trotz allem bleiben die Steuersätze für Grund- und Gewerbesteuer unverändert. 

Gemeinde Seefeld seit 2000 schuldenfrei

In den nächsten Jahren wird es erstmals keine Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt geben, „das muss also mit den Geldern aus den Rücklagen ausgeglichen werden“, sagte Gum. Gründe dafür sind die „drastisch erhöhte Kreisumlage mit 7,1 Millionen Euro“ und eine Gewerbesteuerzulage von 1,6 Millionen Euro. Kämmerin Gabi Ulrich rechnet zudem mit Gewerbesteuerückzahlungen. „Wir werden wohl, und das tut mir weh, in den nächsten Jahren Kredite aufnehmen müssen“, sagte Gum. 

Seit 2000 ist die Gemeinde schuldenfrei. Die Gemeinderäte sahen den Haushalt dennoch positiv. Dr. Oswald Gasser (FDP) begrüßte die Tatsache, dass die Gemeinde trotz allem „nicht an der Steuerschraube dreht“. Peter Schlecht (FWG) sprach von „Kaffeesatzleserei, was die Zukunft angeht“. Dennoch sei es wohl wichtig, vom „worst case“ auszugehen. Und Johanna Senft (BVS) fand, dass die Gemeinde „in Zukunft überdenken muss, was sie an Leistungen anbietet“. Großes Lob ging an Kämmerin Gabi Ulrich. „Die Finanzausschusssitzungen verliefen sehr freundschaftlich, die Unterlagen waren gut vorbereitet“, berichtete Martin Dameris (SPD).

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