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Roswitha Dosch und der alte neue Brunnen. 

Archäologischer Fund

Neuer Standort für alten Brunnen

Hechendorf - Im Sommer 2015 fanden Archäologen in Hechendorf Reste einer 2000 Jahre alten Siedlung. Einen Brunnen aus dieser Zeit hat die Familie Dosch wieder aufbauen lassen. 

Wenn auf Baugrundstücken Überreste unserer Vorfahren gefunden werden, freut das vor allem die Archäologen. Die Bauherren sind oft weniger begeistert, schließlich bedeuten derartige Funde meistens Zeitverlust und Kosten. Auch Alfons und Roswitha Dosch, Gründer des Bauunternehmens Dosch in Hechendorf, erwischte der Fund von Resten einer alten Siedlung auf dem Baugrund am Oberfeld kalt. Heute erinnert ein Brunnen im Hof der neuen Betriebsgebäude an die damalige Siedlung. 

Roswitha Dosch, Jahrgang 1961, ist ein pragmatischer Mensch. Die Kunde von den Funden im vergangenen Sommer nahm sie gelassen auf. „Du kommst ja nicht aus“, sagt sie und zuckt mit den Schultern. Sehr schnell begeisterte sie sich auch für die Vorstellung, dass an gleicher Stelle einst unsere Vorfahren ebenfalls zwei große Gebäude in Pfahlbauweise errichtet hatten – vor schätzungsweise 2000 Jahren. In der Mitte des jetziges Hofs befand sich der Brunnen – aus Feldsteinen von innen trocken gesetzt und ungefähr vier Meter tief, ein Schmuckstück. „Wir haben gleich gesagt, dass wir die Steine behalten wollen“, sagt Roswitha Dosch. Matthias, einer ihrer vier Söhne, setzte den Brunnen schließlich Stein für Stein zusammen, unterstützt von Steinmetz Andreas Schauer und Cousin Andreas Dosch. Der Hochstadter Michi Halser schmiedete schließlich eine schwere Kette und baute die Ziehvorrichtung – „so wie es damals wirklich gewesen sein könnte“, sagt Roswitha Dosch. In die Mitte des Betriebshofs konnten sie das gute Stück allerdings nicht stellen. Also wanderte das alte Bauwerk an die linke Seite der Hofanlage. Dort steht der Brunnen nun, nachts angestrahlt. 

Was aus den restlichen Funden geworden ist, weiß Roswitha Dosch nicht. „Wir haben noch nichts bekommen.“ Theoretisch gehören die Fundstücke den Bauherren. Zumindest haben die Doschs auch für die Ausgrabungsarbeiten zahlen müssen. Etwa 25 000 Euro hat das antike Vergnügen gekostet, dazu kamen ein Monat Bauverzögerung. Fachleute vermuten, dass die Siedlung noch viel größer war. „Auf dem Feld nebenan könnten noch einige Funde liegen“, sagt Roswitha Dosch. Die Doschs haben die Zufahrt zu ihrem Hof in Abstimmung mit der Gemeinde „Am Römerbrunnen“ genannt. Und die Stichstraße nebenan heißt Keltenweg. In Gedenken an unsere Vorfahren. Die es dort offensichtlich auch schon schön fanden

hvp

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