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Große Pläne für Oberaltings Ortseinfahrt

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Von: Hanna von Prittwitz

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Die geplante Bebauung auf dem Grundstück an der Uneringer Straße in Oberalting-Seefeld.
Die geplante Bebauung auf dem Grundstück an der Uneringer Straße in Oberalting-Seefeld. © immosens

Wohnungs- und Gewerbeneubau umfasst ein Projekt, das die Immosens GmbH aus München an der Uneringer Straße in Oberalting realisieren will. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag stellte Mitgeschäftsführer Rainer Bargenda das Projekt vor. Es wird die Ortseinfahrt verändern.

Oberalting - Vier Mehrfamilienhäuser mit bis zu 35 Wohnungen, die sich um einen grünen Anger reihen, dazu eine Tiefgarage und ein gewerblicher Bestand, der durch einen Neubau für gewerbliche Nutzung abgerundet wird: Kein Zweifel, das Vorhaben zählt zu den größeren Projekten in der Gemeinde. Derzeit befindet sich auf der etwa 10 500 Quadratmeter großen Fläche ein Altbestand mit Gewerbe, der größere Teil der Fläche ist noch unbebaut. Den Baumbestand an der Uneringer Straße jedoch „wollen wir erhalten, das sollte klappen“, sagte Bargenda.

Auf der jetzigen Grünfläche soll ein autofreies Wohnquartier entstehen. Die Stellplätze für das Gewerbe befinden sich bereits im Bestand, für das Wohnquartier wird eine große Tiefgarage gebaut. Für die Erschließung und auch die fußläufige Verbindung zum alten Ortskern soll der südliche Teil der Stampfgasse nach Osten bis zur Uneringer Straße ausgebaut werden. Laut Bargenda beträgt die Geschossfläche des gewerblichen Bestands 3600 Quadratmeter, neu hinzukommen 1180 Quadratmeter Geschossfläche für Gewerbe. Die Wohnbebauung ist mit rund 2260 Quadratmetern Geschossfläche veranschlagt.

Der Gewerbebestand bleibt langfristig im Eigentum einer Seefelder Familie, erkläre Bargenda. Im ehemaligen Produktionsgebäude einer Gerberei befinden sich heute die Seefelder Firmen Digitalkonzept und Myspotti. Bestehende Lagerflächen sollen aufgewertet und ebenfalls an Seefelder Gewerbetreibende vermietet werden. Auch die Immosens GmbH will Teilflächen im Gewerbe-Neubau belegen. Das Unternehmen belegt selbst Büros im Seefelder Technologiepark. „Diese werden wir dann frei machen“, kündigte Bargenda an.

Die Wohnungen werden ebenfalls von Immosens gebaut und vermarktet. „Zielgruppen sind Eigennutzer und auch Kapitalanleger“, sagte Bargenda. „Eine Förderung von Seefelder Bürgern im Rahmen einer exklusiven Vorverkaufsphase mit Vorzugspreisen ist vorgesehen“, fügte er hinzu.

„Das macht einen ganz ansprechenden Eindruck“, eröffnete Gemeinderat Christian Wagner (BVS) die Diskussion. Ihm sei der Aspekt, Einheimische bei der Vermarktung der Wohnungen einzubinden, besonders wichtig. Sorge mache ihm der Anteil der Wohnbebauung: „Wie stellen wir sicher, dass die Eigentümer noch mehr Wohnungen bauen und dann gar kein Gewerbe mehr übrig bleibt?“ Stefan Futterknecht vom Bauamt konnte ihn beruhigen: „Das können wir über Festsetzungen im Bebauungsplan festschreiben.“ Petra Gum (FW) war mit Blick auf die Gewerbeflächen ebenfalls skeptisch. Denn vor dem Hintergrund, dass diese knapp sind in Seefeld, war das Projekt ursprünglich erst entwickelt worden. „Da entsteht ein kompletter Ortsteil über Nacht“, sagte Gum. Dass man bei der Vermarktung tatsächlich einen Vorzugspreis für Einheimische anbieten würde, „kann ich mir bei unseren Preisen nicht vorstellen“. Auf der anderen Seite sehe sie nur ein einziges Gebäude, das für Gewerbetreibende gebaut werde. „Da ist noch Luft nach oben.“

Johanna Senft (BVS) sorgte sich um die Verkehrssituation. Jetzt schon ist es in dem Bereich um den Bestand sehr eng. „Das ist eine Einschränkung für das Gewerbegebiet.“ Bargenda erklärte, dass über den südlichen Teil der Stampfgasse nur der hintere Bereich des Areals angefahren werde, dort gibt es noch Stellplätze. „Alles andere läuft über die Uneringer Straße.“ Das Gewerbe müsse sich auf strikte Auflagen einstellen. „Jeden Tag fünf Sattelschlepper, das wird nicht funktionieren.“ Das Wohnquartier bleibe auf jeden Fall autofrei, „die Bewohner fahren vorne in die Tiefgarage rein“.

Wenige Meter weiter, am südlichen Teil der Stampfgasse, baut gerade ein Bauträger ein großes Mehrfamilienhaus. Und auch die Gemeinde plant in der Stampfgasse Wohnungsbau. In den nächsten Jahren wächst also der Druck auf die schmale Gasse. Bei der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung hatte der ehemalige FWG-Gemeinderat Peter Schlecht entsprechend eine Frage zur weiteren Entwicklung gestellt. „Ich habe den Eindruck, dass das Gebiet überfordert wird“, sagte er und erkundigte sich nach einem Bebauungsplan für das Areal. Derzeit gibt es keinen, laut Bürgermeister Klaus Kögel will die Gemeinde bei ihrem Projekt mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan agieren – das gilt auch für die Fläche des Immosens-Vorhabens.

Die Räte nahmen Bargendas Ausführungen wohlwollend zur Kenntnis. Die Aufstellung des Bebauungsplans wird einige Zeit in Anspruch nehmen, als Bauzeit veranschlagte Bargenda etwa zwei Jahre. Möglich ist eine Realisierung demnach 2026.

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