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Heitere Runde (v.l.) Bürgermeister Wolfram Gum, Ben und Ulf Walliczek, Amela Katava, Pflegefürsprecherin Erika Höfer und Anke Walliczek. 

Seniorenstift am Pilsensee

Großer Schritt Richtung Wohnprojekt

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Aufbruchstimmung herrscht im Seniorenstift am Pilsensee in Seefeld: Am Wochenende hatte das Team um die Geschäftsführer Ulf Walliczek und Amela Katava zum Tag der offenen Tür geladen. Am Montag ging es gleich weiter zum Notar: Der Grundstücksverkauf für den Bau eines weiteren Seniorenwohnheims wenige Meter vom Stammhaus entfernt, ist damit fast besiegelt.

Seefeld – Durch das Haus tönt Weihnachtsmusik, es duftet nach frischen Waffeln und Kaffee: Einige der derzeit 48 Bewohner sitzen mit Angehörigen im renovierten Gemeinschaftssaal und lauschen dem Gesang des Männerchores und der Scheffel-Sisters. Neben Bürgermeister Wolfram Gum sind auch einige Gemeinderäte gekommen, um sich die renovierten Räume des Seniorenstifts anzusehen. Insgesamt verfügt das Pflegeheim über 61 Plätze „Wir fangen wieder behutsam an mit der Aufnahme“, erklärt Ulf Walliczek (48).

Hinter der Einrichtung liegen schwere Monate. Nach Problemen mit dem Vorgängerbetreiber hatte im Februar 2017 das Ehepaar Zoran und Amela Katava die Trägerschaft übernommen. Im Sommer dann stand der Amtsarzt vor der Tür, eine Bewohnerin des Hauses hatte ein Medikament nicht erhalten und lag mit erhöhten Entzündungswerten im Krankenhaus. Es galt ein Aufnahmestopp für die Einrichtung (wir berichteten). Ulf Walliczek, dessen Familie seit 30 Jahren das Pflegeheim unterhält, zog die Konsequenzen. Heute führt er gemeinsam mit Amela Katava (40) das Pflegeheim wieder als Geschäftsführer. Auch seine Mutter Anke Walliczek ist noch an Bord und hilft mit.

Am Tag der offenen Tür macht Walliczek einen sehr entspannten Eindruck. Großen Respekt äußert er vor Amela Katava, die mit leichter Hand ein starkes Team auf die Beine gestellt habe. Insgesamt gibt es 45 Mitarbeiter, darunter einige Berufsanfänger. „Ich habe die Weihnachtsfeier besucht – das war wie ein großes Familienfest“, schwärmt Walliczek. Eine gute Atmosphäre sei unerlässlich, sowohl für das Team also auch für die Patienten. „Man muss diesen Beruf lieben“, fügt Katava hinzu. Die Belange der Patienten und Angehörigen vertritt seit kurzem Erika Höfer: Sie wurde für zwei Jahre zur Pflegefürsprecherin gewählt.

Stolz zeigt Katava den Besuchern die renovierten Zimmer der Einrichtung: Die alten Teppiche wurden rausgerissen, die Bäder sind neu. Im Keller ist ein Andachts- und Gesellschaftsraum entstanden. Der Gruppenraum im Erdgeschoss erhält noch eine offene Küche, in der alle kochen dürfen. Alles ist heller, freundlich, grüne Farbe an den Wänden sorgt für Frische.

Wie berichtet hat Walliczek noch viel mehr vor in der Gemeinde. Seit gut fünf Jahren verhandelt er mit ihr über den Bau eines Seniorenwohnheims an der Ulrich-Haid-Straße. Am Montag endlich wurde zwischen Gemeinde, Kirchenstiftung und Walliczek der Kaufvertrag für das Grundstück unterzeichnet. Der Gemeinderat muss den Verkauf nun noch absegnen, außerdem wird der Vertrag noch von der Rechtsaufsicht geprüft. „Denn wir haben das Grundstück günstiger hergegeben“, erklärt Bürgermeister Wolfram Gum. Er geht jedoch nicht davon aus, dass es da Schwierigkeiten geben wird.

Walliczek plant auf der Fläche ein dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach. Über das Konzept wird noch diskutiert. Geplant sind kleine Appartements für Demenzkranke oder auch Wohngruppen. Zwischen 25 und 43 Menschen könnten in der Einrichtung Platz finden. „Das ist für mich nach langer Zeit ein Schritt nach vorne“, sagt Walliczek. Wenn alles glatt läuft, kann mit dem Bau 2019 begonnen werden. Auch Gum ist erleichtert: „Wir brauchen mehr Raum für unsere Senioren.“

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