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Blühende Kräuter, Natur pur: Von einer Fläche im Aubachtal, die renaturiert werden kann, träumen die Mitglieder der Schutzgemeinschaft Aubachtal. Fehlt nur noch der Landwirt, der bereit ist, Grund  herzugeben.  

Schutzgemeinschaft Aubachtal

Großer Traum von der eigenen Fläche

Die Schutzgemeinschaft kümmert sich in erster Linie um Flächen im Aubachtal zwischen Seefeld und Hechendorf. Und hätte gerne ein eigenes Areal, um es zu renaturieren.

Seefeld – Ein eigenes Grundstück am Aubach – davon träumt die Schutzgemeinschaft Aubachtal. Genügend Geld hat sie bereits zusammengespart. „Jetzt fehlt nur noch ein verkaufsbereiter Eigentümer“, verkündete Dr. Oswald Gasser in der jüngsten Mitgliederversammlung. Mit der Idee eines vereinseigenen Areals zur Renaturierung und Pflege stieß der Kassier bei den zwölf Mitgliedern und weiteren acht Zuhörern auf breite Zustimmung.

Aktuell gehören der Schutzgemeinschaft rund 30 Mitglieder an, zu denen auch der Bund Naturschutz oder das Unternehmen 3M zählen. „Jüngere Mitglieder wären super“, sagte Vorsitzende Ute Dorschner in ihrem Bericht. Das bedeute junges Blut für die Freiwilligen, die sich ehrenamtlich um den Schutz des Aubachtals kümmern, das sich von Weßling bis zum Pilsensee erstreckt.

Dorschner und Gasser sind die Gründungsmitglieder einer Gemeinschaft, in der die Beteiligten vorwiegend selbst Hand anlegen, wie der Jahresrückblick zeigte. Etwa, als die Aktiven „unterhalb von Hechendorf zum Pilsensee einen riesen Haufen Weiden zusammengetragen haben“. Im Zuge der Arbeiten stellten sie fest, dass sich der Biber am alten Aubach wieder heimisch fühlt. Potenzieller Nachwuchs könnte aus der Grundschulklasse Seefeld-Hechendorf kommen. Die Kinder wollen im Sommer beim Bau eines „Lesesteinhaufens“ als Rückzugsort für Insekten und Kleintiere helfen.

Lobend erwähnte Dorschner Constanze Gentz, die sich um die kleine Kiebitzpopulation im Aubachtal kümmert (wir berichteten). „Ein Problem für das Gelege sind nach wie vor Spaziergänger, die ihre Hunde frei laufen lassen“, mahnte Dorschner und bat die Anwesenden, Hundebesitzer auf die Bodenbrüter aufmerksam zu machen.

Der Blühstreifen, den die Naturschützer 2017 auf einer etwa 50 Quadratmeter großen Fläche angelegt hatten, entwickele sich prächtig, sagte Dorschner und präsentierte die Aufnahme einer blumenreichen Wiese aus dem Sommer. Der brachte viel Sonne, aber wenig Regen. Ein Problem für junge Pflanzen wie Eichen, stellte ein Besucher fest. Das ist ein Projekt für 2019: Eine Patenschaft für neu gepflanzte Eichen an der Eichenallee, die in Trockenzeiten zusätzlich bewässert werden müssten. Dieser und andere Redebeiträge mündeten erneut in dem Thema von einem bis zu 20 000 Quadratmeter großen Grund am Bach, den die Schutzgemeinschaft gerne kaufen oder pachten würde – um dort unter Umständen einigen der vom Aussterben bedrohten Schmetterlingsarten eine Heimat zu geben, über die Dr. Klaus Gottschaldt aus Gilching in einem Vortrag abschließend berichtete. 

Michèle Kirner

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