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Vertragspartner mit Gemeinsamkeiten: Isabel Mühlfenzl und ihre junge Pächterin Ines Czaya wollen im Bahnhof Hechenorf neben der Gastronomie auch ein vielfältiges Kultur-Angebot etablieren. 

Neues Leben für Gastronomie

Hechendorfer Bahnhof: Lichtblick nach Enttäuschungen

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Im dritten Anlauf soll es klappen. Ein junges Gastronomen-Ehepaar möchte dem Hechendorfer Bahnhof endlich Leben einhauchen. Mit einem Konzept, das auf einem gastronomischen Fundament fußt, aber auch noch mehr will. Gestern war Schlüsselübergabe.

Hechendorf– Zweimal wähnte sich Dr. Isabel Mühlfenzl mit der Verpachtung ihres Bahnhofs in Hechendorf für gastronomische Nutzung auf der sicheren Seite. Im ersten Fall hatte sie in Erwartungs eines Vertragsabschlusses bereits in die Kücheneinrichtung und das Mobiliar investiert. Doch zweimal wurde die 91-jährige Hechendorferin enttäuscht. Beide potenzielle Pächter sprangen wieder ab.

Diese Enttäuschung passt in eine Reihe von Rückschlägen beim Kauf und der Sanierung des historischen Gemäuers. Die studierte Betriebs- und Volkswirtin, die ihre berufliche Leidenschaft schließlich im Journalismus erfüllt sah, hat mit der Investition in den Hechendorfer Bahnhof viel Lehrgeld bezahlen müssen. „Das ist das Schicksal einer Unwissenden“, räumt Isabel Mühlfenzl heute ein. Die ursprünglich auf 1,3 Millionen Euro geschätzten Kosten haben sich um mehrere hunderttausend Euro erhöht. Die Umbauarbeiten wurden erst nach zwei Jahren im Herbst 2017 abgeschlossen.

Ist die 91-Jährige nun, nochmals eineinviertel Jahre später, froh, dass der Betrieb bald aufgenommen wird? Isabel Mühlfenzl ist durch all’ die negativen Erfahrungen vorsichtig geworden: „Ich glaube erst daran, wenn ich sehe, dass Leben in das Gemäuer kommt.“ Dafür soll Ines Czaya sorgen, die gemeinsam mit ihrem Mann Georg den Bahnhof pachtet.

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Die 35-Jährige ist eine gastronomische Quereinsteigerin. Geboren in München, hat Ines Czaya nach der Schulausbildung zunächst Jura und vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg studiert. Bald wurde ihr aber klar, dass ihr für die berufliche Zukunft das Handwerkliche näher liegt. Durch Zufall fand sie Zugang zu einer kleinen Küche in München-Neuhausen. Das Kochen war ihr durchaus nicht fremd, im Gegenteil. Inspiriert von der Großmutter und deren Rezepten „hatte ich schon viel gekocht, auch für viele Leute“. Eine klassische Kochlehre kam für sie aber nicht in Frage: „Das verdirbt die Leidenschaft, war meine Sorge.“ Sie eignete sich als Autodidaktin Kenntnisse und Fertigkeiten an. Vor vier Jahren gründete sie einen Catering-Service im Würmtal.

Und wieder spielte der Zufall ihr in die Hände. Im Dezember vorigen Jahres wurde sie auf den Hechendorfer Bahnhof aufmerksam und die Tatsache, dass dafür ein Betreiber gesucht wird. Ein Treffen mit Isabel Mühlfenzl war rasch arrangiert. Und beide fanden einige Gemeinsamkeiten heraus – insbesondere die Leidenschaft für das Alte, Historische.

Der Fisch kommt nicht aus den Weltmeeren

Mit ihrem Mann (34) will Ines Czaya in Hechendorf mit einem Tages-Café samt Mittagstisch starten. Nach und nach soll auch ein Restaurant-Betrieb am Abend aufgebaut werden. Was kommt auf den Teller? „Eine moderne, regionale Küche“, sagt die 35-Jährige. Und darunter versteht sie, offen zu sein für Zubereitungen aus aller Welt, allerdings mit regionalen Produkten. „Das heißt zum Beispiel, dass der Fisch nicht aus den Weltmeeren kommt, sondern aus den Seen hier im Fünfseenland, so wie ich es beim Catering schon praktiziere.“ Apropos Catering-Service: Den wird Czaya von den bisherigen Standorten Pasing und Germering abziehen und dem Betrieb in Hechendorf einverleiben.

Aber bevor die Herde und Öfen im Bahnhof angeheizt werden, gibt es noch einiges an der Inneneinrichtung zu vervollständigen, sagt Czaya. Auch die Küche selbst ist noch nicht auf dem Stand, wie ihn sich die junge Unternehmerin wünscht. In der zweiten Märzhälfte, so ihre Vorstellung, soll sich die Tür für das Publikum öffnen.

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