Plötzlich stand da jemand

Frau und Kind wachen nachts auf - und bekommen den Schreck ihres Lebens

  • schließen

Es klingt wie im Horrorfilm: Mitten in der Nacht ist in einem Garten an der Seestraße in Hechendorf ein Fremder aufgekreuzt und hat in ein Schlafzimmer geglotzt. Bemerkt wurde er nur durch Zufall.

Hechendorf– Mitten in der Nacht steht ein Fremder auf der Terrasse und schaut durch das Fenster – diese Vorstellung ist erschreckend. Eine Familie in Hechendorf hat dies vergangene Woche erlebt. Inspektionsleiter Erich Schilling bestätigte den Vorfall gestern auf Anfrage.

Danach soll die achtjährige Tochter der Bewohner nachts gegen ein Uhr aufgewacht sein und das elterliche Schlafzimmer im Erdgeschoss aufgesucht haben. Die Mutter setzte sich mit dem Kind auf. Nur weil die Katze erschrocken nach draußen schaute, blickten auch Mutter und Tochter raus – und sahen einen über 1,80 Meter großen Mann, der vor dem Fenster auf der Terrasse stand und ins Innere des Zimmers blickte. Wie lange er schon da stand und was er im Schilde führte, ist offen. Als ihn die Bewohner entdeckten, ergriff er die Flucht.

Der Mann war zuvor wohl mit einer Taschenlampe unterwegs

Die Frau verständigte sofort die Polizei. „Eine Streife hat den Fall aufgenommen und auch die Fußspuren ausgemessen“, erklärte Schilling gestern. Weil es aber keine Hinweise auf einen Einbruchversuch gab und keine Anzeige erstattet wurde, veröffentlichte die Polizei Herrsching auch keinen Polizeibericht. Außerdem soll der Mann zuvor mit einer Taschenlampe durch den Garten des Anwesens an der Seestraße gelaufen sein, „was auch nicht auf einen Einbrecher schließen lässt“, wie Schilling meint.

Auf jeden Fall aber handelt es sich um Hausfriedensbruch. „Aber dieser Tatbestand ist in der Hierarchie der Vergehen ganz unten angesiedelt“, sagt Schilling. Theoretisch könne ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet werden, „dessen Erfolgsaussichten sind aber überschaubar“, so Schilling. In diesem Fall habe man schon ein Problem, wenn man die Bahn um Videomaterial über den Geflüchteten bitten würde, der in der Nacht in Richtung S-Bahnhof geflüchtet sein soll. „Weil kein Straftatbestand vorliegt, würde dies die Bahn nicht mitmachen.“

Eine Beleuchtung im Garten hätte den Mann eventuell aufgehalten

Die Fußspuren, die der Unbekannte in dem abgezäunten und durch eine Alarmanlage gesicherten Gelände auf dem frisch gefallenen Schnee hinterließ, werden nun abgeglichen. Kleiner Trost für die Beamten: „Wir bekommen zum Glück viele Hinweise von aufmerksamen Bürgern, die beispielsweise langsam durch die Straßen fahrende Lieferwagen melden oder Personen, die ihnen verdächtig erscheinen“, sagt Schilling. Eine hundertprozentige Sicherheit aber gebe es nicht. Auch Vorrichtungen wie Alarmanlagen oder gesicherte Türen und Fenster „dienen in erster Linien der zeitlichen Verzögerung und halten niemanden auf“.

In dem Fall der Familie in Hechendorf hätte eventuell eine Beleuchtung im Garten abgeschreckt. Aber Bewegungsmelder gehen, wie es der Name sagt, bei jeder Bewegung los – und wer schläft schon gerne bei Scheinwerferlicht, nur weil eine Katze durch den Garten schleicht.

Rubriklistenbild: © pixabay

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Darum verlässt Steinmüller Tutzing
Die Traditionsfirma verlässt Tutzing und siedelt sich in Wieling an.
Darum verlässt Steinmüller Tutzing
Kripo warnt vor der Autoschlüssel-Bande
Nach dem zehnten Fall in drei Monaten schlägt die Kriminalpolizei Alarm. Sie warnt vor dem aktuellen Phänomen „Homejacking“ und gibt vor allem den Besitzern hochwertiger …
Kripo warnt vor der Autoschlüssel-Bande
Starnberg wartet auf sein Buch
Der Historiker Paul Hoser schrieb zum Starnberger Jubiläum vor fünf Jahren 800 Seiten Stadtgeschichte auf. Dafür erhielt der Münchner 40 000 Euro. Das Buch ist bis heute …
Starnberg wartet auf sein Buch
7,5-Tonnen-Lkw fährt auf Auto auf
Auf der Weilheimer Straße kam es am Montag ab 14.10 Uhr für eine Stunde zu Verkehrsbehinderungen.
7,5-Tonnen-Lkw fährt auf Auto auf

Kommentare