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Wie die Franzosen: Zum ersten öffentlichen Boulespiel-Termin hatte der Seefelder Seniorenbeirats geladen. Danach folgte die Altöl-Attacke. 

Sachbeschädigung

Altöl-Attacke nach Boulevergnügen

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Erneut hat ein Unbekannter im Eisenpark in Seefeld sein Unwesen getrieben. 

Seefeld– Entsetzen und Wut, damit lassen sich die Gefühlsregungen in der Seefelder Verwaltung und auch bei den Senioren der Gemeinde Seefeld wohl am ehesten beschreiben. Erneut ist der Eisenpark an der Hauptstraße in Seefeld von einem Unbekannten verwüstet worden. Die Gemeinde hat Anzeige erstattet.

Ursula Hartmann, Mitglied des Seniorenbeirats, hat längere Zeit in Frankreich gelebt. Dort lernte sie das Boulespiel kennen und lieben. „Daher kam mir die Idee, solche Treffen im Eisenpark in Seefeld zu organisieren“, erzählt sie. Am Mittwoch war es soweit: Mehr als zehn Teilnehmer und ein paar neugierige Kinder fanden sich auf der von der Gemeinde frisch hergerichteten Bahn wieder. Es gab Madeleines und Cidre zur Erfrischung, bis schließlich das Gewitter die kleine Runde auflöste. „Wir haben alles ordentlich hinterlassen, und wir waren auch nicht laut“, sagt Ursula Hartmann. Irgendwem scheint die Veranstaltung, die in Zukunft alle zwei Wochen stattfinden soll, nicht gefallen zu haben. Gestern Morgen jedenfalls waren die frisch lackierten und fest montierten Bänke und Sitze sowie die Pergola mit einem harzigen Altöl-Gemisch beschmiert. „Richtig krass“, findet das Ursula Hartmann, die Senioren sind entsetzt und bringen die Tat in unmittelbare Verbindung mit ihrem Boule-Nachmittag. Laut Polizeibericht fand die Beschädigung am Mittwochabend zwischen 22 und 22.30 Uhr statt.

Auch Bürgermeister Wolfram Gum ist sauer. Denn diese Art von Verwüstung hat nicht zum ersten Mal stattgefunden. Die Gemeinde hat auch einen dringenden Verdacht. Danach handelt es sich möglicherweise um einen Anwohner, der einfach keine Lust auf Betrieb im Eisenpark hat. Mit harzigem Schmier hat der Unbekannte meist vor allem die Sitzgelegenheiten unbrauchbar gemacht. Er war es vielleicht auch, der im Frühjahr 2017 mehrere Autoreifen aufschlitzte: Die Besitzer der Fahrzeuge waren zum Boulespielen im Park. „Der Bauhof hat schon hunderte von Stunden damit verbracht, den Park aufzuräumen und sauber zu machen“, berichtet Gum. Er hat die Nase voll, die Gemeinde hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Dabei gibt es längst auch Videoaufnahmen von dem Verdächtigen. Dieser soll nämlich auch einst installierte Videokameras beschädigt beziehungsweise gestohlen haben. Die Staatsanwaltschaft reagierte bisher jedoch zögerlich.

Seit 2015 ist der Park fertig und geöffnet. An die 350 000 Euro hat die Gemeinde in das Grundstück investiert, das ihr einst von der Familie Eisen als Schenkung überlassen worden war. In den ersten Sommern gab es Schwierigkeiten mit feiernden Jugendlichen. Zwischendrin sorgte daher ein Sicherheitsdienst für Ruhe. Dann ließ die Gemeinde ein Tor anbringen. Zeitweise war der Park nachts abgesperrt. Das soll jetzt auch wieder konsequenter gehandhabt werden, kündigt Gum an. Und er ist zuversichtlich, dass die Gemeinde beziehungsweise die Polizei dem Täter auf die Spur kommen wird und er dingfest gemacht werden kann. Sicher ist laut Gum auch eins: „Wir werden den Park nicht fallen lassen.“

Den Senioren hat Gum empfohlen, immer Sitzfolien mitzunehmen. Der Bauhof ist informiert. Ob er die Reinigungsarbeiten selbst durchführt, oder aber eine Fremdfirma beauftragt werden muss, ist noch offen. „Wir sind zu Agreements bereit“, sagt Gum mit Blick auf den Verdächtigen, „aber wir beugen uns nicht der Gewalt“. Wenn der Täter erwischt werde, falle die Rechnung für ihn auf jeden Fall hoch aus.

Die Polizei Herrsching schätzt den Sachschaden der jüngsten Aktion auf etwa 1000 Euro, und nimmt Hinweise auf den Täter unter  (0 81 52) 9 30 20 entgegen.

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