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Die chirurgische Klinik Seefeld bekam im Mai einen neuen Chefarzt: Dr. Julian Wagner (MItte) hier zusammen mit dem scheidenden Klinikchef Helmut Friedrich (l.) und Bürgermeister Wolfram Gum.

Medizinische Versorgung

Klinik-Neubau mit 100 Betten in Seefeld?

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Seefeld - Die Kliniklandschaft im Landkreis Starnberg bleibt auch nach Schließung der Schön Klinik in Bewegung. In Seefeld denken Landrat Karl Roth und Klinikchef Dr. Thomas Weiler laut über einen Neubau nach.

Stürmische Zeiten liegen hinter der Chirurgischen Klinik in Seefeld. Nach dem Finanzdesaster des Hauses steht nun fest: Am 30. Juni 2017 schlüpft die Klinik unter das Dach des Klinikverbunds Starnberg und Penzberg. Fest steht auch: Im kommenden Jahr wird es mindestens einen, wahrscheinlich aber gleich mehrere neue Operationssäle für das Seefelder Krankenhaus geben. „Es ist zwar noch noch nichts entschieden“, sagt Starnbergs Klinik-Geschäftsführer Dr. Thomas Weiler. Es werde aber wohl auf eine Containerlösung hinauslaufen.

Ursprünglich hatten die Verantwortlichen den Anbau eines OP-Trakts erwogen. Der macht im Hinblick auf die fernere Zukunft des Seefelder Krankenhauses jedoch nicht viel Sinn. Das 72-Betten-Haus ist in dieser Größe nicht rentabel, es soll auf bis zu 100 Betten erweitert werden. Seither zerbrechen sich die Experten die Köpfe, wie das erreicht werden soll.

Weiler: „Ich könnte mir vorstellen, dass statt eines Anbaus ein Neubau die favorisierte Lösung sein wird.“ Alle Szenarien mit Blick auf einen Anbau seien schwieriger, teurer und schlechter. Weiler: „Die Entscheidung trifft am Ende des Tages aber das Ministerium.“

Auch Landrat Karl Roth gefällt der Gedanke an einen Neubau. Er schätzt das Investment auf gut 60 Millionen Euro, wovon zwei Drittel gefördert werden würden. „Der Landkreis zahlt seit vielen Jahren jährlich 2,6 bis 2,8 Millionen Euro in den Gesundheitsfonds ein. Daraus werden Krankenhäuser finanziert.“ Und ja, es gebe positive Signale aus dem Gesundheitsministerium.

„Kleine Häuser werden nicht unterstützt. Unsere Konstruktion mit den drei Säulen Starnberg, Penzberg und Seefeld aber ist zukunftsfähig“, betont Roth. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Schön Klinik in Kempfenhausenmit ihren 70 Betten Anfang Dezember geschlossen hat (wir berichteten). Der Klinikverbund des Landkreises plant mit insgesamt 500 Betten (300 in Starnberg, je 100 in Penzberg und in Seefeld).

Involviert in die Diskussion ist auch Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum. Zwischen den Zeilen klingt durch, dass auch schon über Grundstücke gesprochen wurde. „Am liebsten wäre mir allerdings der Anbau an das Gebäude in Seefelds Mitte“, sagt Gum. 10 000 Quadratmeter Gemeindegrund stünden dort für eine Erweiterung zur Verfügung. „Aber wenn sich herausstellen sollte, dass das Haus so nicht zukunftsfähig ist, weil ein Anbau dort nicht geht, ist ein Neubau die einzige Alternative, hoffe ich.“

Und wo? Es gibt am Ortsausgang von Hechendorf in Richtung Inning, zwischen dem Ortsrand und dem Schaf-Stadel auf der rechten Seite, offensichtlich eine geeignete Fläche. Über diese Option ist wohl auch schon mit den Beteiligten und im Kreistag gesprochen worden. Rupert Monn, Sprecher der Bürgermeister, sagt dazu: „Ich war wegen der Klinik Seefeld anfangs skeptisch. Seit der Schließung der Schön Klinik sehe ich die Lage anders.“

20 000 Quadratmeter wären wohl nötig für ein Projekt dieser Größenordnung. Gum weiß um die sensible Lage des in Frage kommenden Grundstücks. „Aber die Gesundheitsversorgung ist wichtiger als alles andere.“ In der Ortsmitte in Oberalting könne man dann ein Wohnprojekt für Senioren realisieren.

Zurück zu den Operationssälen für die Klinik in Seefeld. Diskutiert wird, ob die Container gekauft oder geleast werden können. „Wir sprechen alle Möglichkeiten durch“, sagt Geschäftsführer Weiler, der nach der Verabschiedung von Interimsgeschäftsführer Helmut Friedrich am gestrigen Nachmittag nun auch Geschäftsführer der Klinik Seefeld ist. Die Containerlösung mache Sinn, da die Anlage später verkauft oder zurückgegeben werden könne. Das ist dann aber auch der einzige Vorteil gegenüber dem Anbau eines OP-Trakts. Denn die Kosten, geschätzte drei Millionen Euro, bleiben wohl die gleichen.

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