Die Grafik zeigt den möglichen Standort für einen Klinikneubau.
+
Die Grafik zeigt den möglichen Standort für einen Klinikneubau.

Veranstaltung zum Klinikneubau: Noch viel Platz für Zuhörer – Jürgen Kaul moderiert

Infostände, Livestream und Platz für Fragen

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
    schließen

Rund 25 Menschen haben sich bisher bei der Informationsveranstaltung der Gemeinde zum Thema Klinikneubau in Hechendorf am kommenden Dienstag, 8. Juni, 19 Uhr, in der Hechendorfer Turnhalle angemeldet. Platz ist für etwa 70 Zuhörer. Mittlerweile steht das Programm für den Abend, zu dem sich Interessierte auf der Internetseite der Gemeinde unter www.seefeld.de noch anmelden können.

Seefeld - „Es soll viel Raum für Fragen geben“, sagte Bürgermeister Klaus Kögel am Dienstag im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Das Informationspaket soll vorher abgearbeitet werden.“ Das heißt, der von dem in Seefeld lebenden Radiosprecher Jürgen Kaul moderierte Informationsabend beginnt zwar mit Redebeiträgen der Beteiligten, „aber die werden wir zeitlich begrenzen“. Am längsten wird Oliver Prells vom Planungsverband (PV) Äußerer Wirtschaftsraum München sprechen. Er soll das Prozedere seit September 2020 aufzeigen, dazu zählt vor allem der Weg, den Gemeinde und Fachbehörden für die Auswahl des Grundstücks an der Lindenallee (Bahnhofstraße) in Hechendorf gegangen sind.

Im Anschluss haben die verschiedenen Interessenvertreter das Wort. Dazu zählen Landrat Stefan Frey als Vorhabenträger sowie Günter Schorn, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, der gemeinsam mit der Bürgerinitiative Eichenallee das Bürgerbegehren initiiert hat. Das Wort erhalten auch die Unterstützer des Ratsbegehrens, dazu zählen alle Gemeinderatsfraktionen (bis auf die Grünen und die Bürgerinitiative). Wer stellvertretendend für die Fraktionen spricht, war am Dienstag noch nicht entschieden.

Die drei Redner haben etwa fünf Minuten Redezeit. Nach einer Zusammenfassung durch Kögel beginnt dann die Fragerunde. Die Fragen können bei der Anmeldung zu der Veranstaltung und auch am Abend gestellt werden. Neben Frey, Kögel, Prells, Schorn und den Gemeinderäten steht auch Starnbergs Klinikchef Dr. Thomas Weiler für Antworten parat. An vier Infoständen, die in den Ecken der Turnhalle verteilt werden, präsentieren sich Befürworter und Gegner des Projekts. Fraktionen, Landkreis, Gemeinde und PV sowie Bund Naturschutz und Bürgerinitiative stehen dort für weitere Gespräche bereit.

Detaillierte Zahlen zu den Kosten, Antworten auf Fragen zur Erschließung oder zur Größe eines möglichen Krankenhausneubaus wird es jedoch wohl nicht geben. „Wir gehen den anderen Weg als bei anderen Bürgerentscheiden“, erklärte Kögel. Das heißt, Gemeinde und Landkreis wollen nicht in die Planung einsteigen, ohne vorher die Meinung der Bürger abgefragt zu haben. Das hat den Nachteil, dass oben genannte Fragen nicht beantwortet werden können. Dafür wird im Ort spekuliert, ein Klinikneubau werde an die 150 Millionen Euro kosten. „An Spekulationen über Kosten werde ich mich nicht beteiligen“, sagte Kögel dazu. Zu der Diskussion über einen möglichen Ausbau der Klinik Dr. Schindlbeck in Herrsching sagte er: „Wir wissen alle, was Veränderungen im Bestand bedeuten. Die Kosten sind nicht absehbar und mit einem hohen Risiko verbunden.“ Ein Ausbau sei auch immer „die zweit- oder drittbeste Lösung“ im Vergleich zu einem Neubau. „Aber das müssen die Fachgremien entscheiden.“

Wie berichtet, steht das rund 25 000 Quadratmeter große Grundstück an der Lindenallee (Bahnhofstraße) in Hechendorf neben dem neuen Friedhof als Standort für einen Klinikneubau mit 200 Betten zur Diskussion. Die Mehrheit des Gemeinderats möchte dort die planungsrechtlichen Grundlagen schaffen. Naturschützer kritisieren, dass sich das Areal im Landschaftsschutz und regionalen Grünzug befindet, es ist umsäumt von Biotopen und auch FFH-Flächen. Am 27. Juni entscheiden die Bürgerinnen und Bürger über ein Ratsbegehren zum Thema. Die Unterlagen dazu gehen allen Wahlberechtigten voraussichtlich Anfang nächster Woche zu. BN und BI haben zusätzlich ein Bürgerbegehren „Für eine Klinik außerhalb des Landschaftsschutzgebiets“ initiiert. Über dessen Zulassung muss der Gemeinderat noch entscheiden.

Die Informationsveranstaltung in der Turnhalle wird auf der gemeindlichen Internetseite live übertragen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare