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Initiative Hechendorf will es wissen

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Von: Hanna von Prittwitz

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Mehr Einkaufsmöglichkeiten wünscht sich die Initiative Hechendorf.
Mehr Einkaufsmöglichkeiten wünscht sich die Initiative Hechendorf. © Sven Hoppe

Die Initiative Hechendorf um den Unternehmensberater Dr. Volker Behrendt hat im Oktober 2021 erneut eine Umfrage gestartet. Allerdings nicht unter der Bevölkerung, sondern den elf der 20 Gemeinderäten, die in Hechendorf leben.

Hechendorf - „Wir erhielten Antworten von allen Fraktionen, in denen Hechendorfer vertreten sind“, so Behrendt (78). Das wären CSU, BVS, Grüne/BI und SPD. Entsprechend fehlen FWG und FDP. Themen der Umfrage: der Bau eines Supermarkts in Hechendorf. Und der Bau einer Klinik.

Schon 2019 hatte die BI Hechendorf auf eigene Faust und parallel zum Ortsentwicklungsprozess eine Umfrage gestartet. Damals ging es um die Belebung des Seefelder Ortsteils. 1200 Fragebögen wurden verteilt, 120 Menschen antworteten. Die Ergebnisse stellte Behrendt damals im Bürgerstadl vor, er selbst sprach von einer „Stoffsammlung“.

Nun wollte er aber der Haltung der Räte zum Bau eines Supermarkts und der Klinik auf den Grund gehen. Seit vielen Jahren betreibt die Familie Ginder in Hechendorf einen kleinen Lebensmittelmarkt. Zur Diskussion steht, angrenzend an den Sportpark am Oberfeld neben Wohnungen einen weiteren Vollsortimenter auszuweisen. „Den brauchen wir auf jeden Fall“, findet Behrendt. Und wollte wissen, ob das die Politik auch so sieht.

Alle Fraktionen hätten auf die Umfrage geantwortet – zum Teil seien die Antworten in der Fraktion abgestimmt gewesen, zum Teil durch den oder die Vorsitzenden erfolgt. „Alle angesprochenen Gemeinderäte wiesen darauf hin, dass sie sich selbstverständlich nicht nur für Hechendorf, sondern für die ganze Gemeinde Seefeld in der Verantwortung fühlen“, berichtet Behrendt.

Drei Fraktionen hätten den Bau eines neuen Supermarkts in Hechendorf befürwortet. Eine Fraktion jedoch wolle angesichts des neuen Wochenmarkts und verschiedener Lieferdienste das Geschäft der Familie Ginder stärken beziehungsweise konsolidieren. Die Fraktion befürchtet, dass mit einem weiteren Supermarkt der innerörtliche Verkehr zunimmt und zudem Einkaufstourismus aus Nachbargemeinden sowie Lieferverkehr generiert werde. „Der bestehende ÖPNV wird zu wenig genutzt. Als potenzieller Standort wird nur ein Standort im umgebenden Landschaftsschutzgebiet oder die unmittelbare Nähe zu Wohngebieten gesehen“, fasst Behrendt die Haltung der Fraktion zusammen.

Die drei Befürworter schlagen Ortsrandlagen mit wenig Flächenverbrauch (Tiefgarage) vor, der gut erreichbar ist; eine Fraktion bevorzugt ausdrücklich die Lage in der Ortsmitte. Beim Betreiber wünschten sich die Fraktionen einen regionalen Bezug, „die Gewerbesteuer soll in der Gemeinde bleiben“. Laut Behrendt soll es auch schon Anfragen von Supermarktbetreibern für Hechendorf gegeben haben. „Aber über den Zeitpunkt einer Eröffnung ist keine Aussage möglich.“

Die Umfrage zur Klinik überschnitt sich mit der neuen Entwicklung. Wie berichtet, sind alle drei Standorte (Schindlbeck-Klinik und Seefelder Straße in Herrsching sowie Fläche neben dem neuen Friedhof in Hechendorf) zwar noch im Rennen. Zuletzt hatte Landrat Stefan Frey jedoch von einer positiven Entwicklung mit Blick auf die Verhandlungen an der Seefelder Straße gesprochen. Offiziell entschieden ist jedoch noch nichts. Die Gemeinderäte sehen vornehmlich positive Auswirkungen, angefangen bei neuen Möglichkeiten, wenn der Klinikstandort in der Ortsmitte aufgelöst wird, bis hin zu einem Druckmittel, was den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs angeht. Derzeit sieht es nach einer Realisierung in Hechendorf jedoch eher nicht aus.

Behrendt ist mit dem Ergebnis der Umfrage zufrieden. Er wundert sich aber auch, dass das Thema offiziell noch nicht behandelt wird. Dabei hatten sich die Bürger schon in Behrendts Umfrage 2019 umfassendere Einkaufsmöglichkeiten im Ort gewünscht. „In Münchner Stadtgebieten versorgt ein Supermarkt selten mehr als 2000 Menschen. Bei uns leben 3500. Wir sind überzeugt, dass wir uns da Gedanken machen müssen.“ Der Wochenmarkt könne die Versorgung nicht leisten. Insgesamt generiere die Lage mehr Verkehr, als nötig, weil die Menschen in die Nachbargemeinden führen. „Wir bleiben an dem Thema dran.“

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