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Sorgenkind, aber auf dem Weg aus der Krise: die Klinik in Seefeld. 

Klinik Seefeld

Mitarbeiter wollen nicht wechseln

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Der Landrat ist verärgert, und teuer wird das auch: Mindestens sieben Fachkräfte der Klinik Seefeld  machen beim Betriebswechsel nicht mit. 

Seefeld – Das wird teuer für den Krankenhaus-Zweckverband: Mehrere Mitarbeiter der Klinik Seefeld haben dem Wechsel in die neue Klinik Seefeld GmbH widersprochen. Sie sind freigestellt. Die Rede ist von mindestens sieben zum Teil langjährigen Angestellten aus dem OP- und Intensiv-Bereich.

Die GmbH zählt gemeinsam mit den Kliniken Penzberg und Starnberg zu der neuen Klinik-Holding (wir berichteten). „Wir haben uns direkt mit Kollegen aus den anderen Häusern verstärkt“, sagte gestern Holding-Chef Dr. Thomas Weiler. Landrat Karl Roth ist sauer. „Wir tun alles, um die Klinik vor dem Sturz in den Abgrund zu bewahren, und dann sowas.“ Dabei sei vereinbart gewesen, dass sich für die Mitarbeiter nichts ändern werde. „Das ist kein gutes Startsignal“, befand der Landrat.

Vor etwa fünf Wochen soll in der 72-Betten-Klinik eine Personalratsversammlung stattgefunden haben, bei der auch ein Anwalt zugegen war. Im Nachgang hätten die sieben Angestellten dem Wechsel widersprochen, ein achter Fall wird noch geprüft. Laut Weiler bleiben die Mitarbeiter Angestellte des Zweckverbands. Dieser verwaltet aber nur noch die Immobilie, kann die Mitarbeiter also nicht mit einem gleichwertigen Job beschäftigen. Für die Betroffenen heißt dies, dass sie bei vollem Gehalt für bis zu neun Monate freigestellt sind. Weiler geht von einem sechsstelligen Betrag aus, den die Zweckverbandsgemeinden Herrsching, Seefeld, Gilching, Andechs, Weßling, Wörthsee und Inning zahlen müssen.

In der Klinik Seefeld gehe derweil alles seinen Gang, betonte Weiler. „Die Stimmung ist gut. Das Team ist zusammengerückt.“ Zwar sei einer der drei Operationssäle in Seefeld geschlossen. „Das war aber wegen Umbaumaßnahmen schon länger der Fall“, sagte Weiler. Wegen der Auslastung in den ohnehin ruhigeren Sommermonaten sei dies nicht dramatisch.

„Ich finde es sehr schade, dass die Klinik nach all den Erfolgen wieder negative Schlagzeilen macht“, sagte Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum, Vorsitzender des Zweckverbands, am Freitag. Er habe versucht, die Mitarbeiter in persönlichen Gesprächen umzustimmen. „Aber da sind zu viele Emotionen und zu viel Frust.“ Den Betroffenen falle die Entscheidung nicht leicht – „sie hatten Tränen in den Augen“. Insgesamt arbeiten in Seefeld 150 Mitarbeiter.

Nicht realisierbar ist laut Weiler die Möglichkeit, die sieben oder acht Angestellten der Klinik Starnberg auszuleihen und damit auch von ihr bezahlen zu lassen. „Dafür müssen wir die Satzung ändern und ein Gewerbe anmelden, das dauert zu lange.“ Die Stellen seien ausgeschrieben, „aber derzeitig kann sich Fachpersonal ja die Jobs aussuchen.“ Am 25. Juli sollen die Bürgermeister in der Zweckverbandssitzung über das Thema beraten.

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