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Es bleibt spannend: Noch in diesem Jahr soll mit Generalsanierung und einem Anbau an die Klinik Seefeld begonnen werden. 

Klinik Seefeld

Spatenstich für neue OPs noch in diesem Jahr

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Die Klinik Seefeld soll generalsaniert und vergrößert werden. Spatenstich für den Bau von drei OPs ist noch in diesem Jahr geplant.

Seefeld – Spatenstich soll in diesem Jahr sein, aber es gibt noch ein paar Steine aus dem Weg zu räumen – das ist das Fazit der Veranstaltung zum Thema Klinik Seefeld, zu der die Seefelder FDP am Mittwochabend ins Sudhaus des Seefelder Schlosses geladen hatte. „Neubau Klinikum Seefeld – wo, wie wann?“ lautete der Titel der Versammlung, die letztlich gut 30 Neugierige ins Sudhaus lockte. Referent war Dr. Thomas Weiler, Geschäftsführer der Starnberger Kliniken, zu denen neben Starnberg und Penzberg auch das Seefelder Krankenhaus zählen wird. Wie berichtet, soll dieses am Standort generalsaniert und erweitert werden.

Der Weg dahin war auch schon steinig, fast hätte es ein Bürgerbegehren gegeben, weil lange Zeit ein Neubau des Hauses im Raum stand, auf einem Grundstück an der Eichenallee. „Die Entscheidung ist gefallen, auch wenn ich gerne einen Neubau gehabt hätte“, sagte Weiler. Heute jedoch würde das Ministerium einen Neubau „gar nicht mehr mitgehen“. Das war lange anders, weshalb sich die Gemeinde bekanntlich überhaupt erst in die Diskussion über das Grundstück an der Eichenallee begeben hatte.

Die Planung

Saniert und erweitert wird nun also vor Ort. Experten haben das hinter dem jetzigen Klinikum liegende Gelände, 17 000 Quadratmeter, untersucht und für bebaubar befunden. „Sie sagen, es wird teuer, aber es geht“, so Weiler. Geplant ist im jetzigen Park ein parallel zur Hauptstraße liegendes Gebäude, das mit dem Bettentrakt verbunden sein muss. Der vordere Gebäudeteil, zum Teil 170 Jahre alt, soll nach Sanierung und Fertigstellung des Neubaus aus der Kliniknutzung herausgenommen werden – möglicherweise können dort Wohnungen entstehen. Auf der anderen Seite des Neubaus sind die neuen Operationssäle vorgesehen.

Der Zeitplan

Seit 2. Januar läuft die europaweite Ausschreibung für die Gewerke, berichtete Weiler. Bis Ende März sollen Auswahlverfahren und Beauftragung abgeschlossen werden. Dann will Weiler auch den Bauantrag einreichen. Die Zeit drängt. Denn Spatenstich für die drei OPs soll noch in diesem Jahr sein. „Das wissen alle, auch die Juristen und das Kreisbauamt im Landratsamt“, sagte Weiler mit Blick auf Bürgermeister Wolfram Gum, der bei diesem Zeitplan gleich zusammenzuckte. Denn die Gemeinde hat noch nichts in der Hand, muss aber einen Bebauungsplan aufstellen. „Das kriegen wir hin, aber nur, wenn auch das Landratsamt mitzieht“, sagte Gum. Im günstigsten Fall sollen 2019 die Operationssäle fertig sein. In einem zweiten Bauabschnitt entsteht dann ein neuer Bettentrakt.

Die Größe

Die jetzige Klinik in Seefeld hat 72 Betten. Zu klein, rentabler wären mindestens 100 – die will auch das Ministerium. „Wir werden aber so planen, dass dies eventuell erweiterbar ist. Aber es werden keinesfalls mehr als 150 Betten werden“, schätzt Weiler. Abhängig ist die Anzahl der Betten von der Auslastung der Klinik, und die spielt jetzt schon eine große Rolle. Sie liegt bei etwa 72 Prozent. Das ist gut, aber nicht gut genug. Nötig sind 80 Prozent Auslastung. Diese zu erreichen, ist schwierig. Ein Beispiel: In der Klinik gibt es keine Einzelzimmer. Wenn ein entsprechend versicherter Patient dies jedoch fordert, bleibt im Doppelzimmer ein Bett leer – auf Kosten der Auslastung. Oder wenn ein Patient isoliert werden muss. Das gilt auch für die sechs Intensiv-Betten: „Da dürfen wir schließlich nicht jeden reinlegen“, erklärt Weiler.

Die Baustelle

Um dieses Thema drehten sich die meisten Fragen aus dem Publikum an diesem Abend. Denn Parkplätze sind ohnehin schon Mangelware rund um das Krankenhaus, die Hauptstraße ist oft verstopft. Weiler setzt auf den Bau einer großzügigen Tiefgarage. Und hat schon Bauchschmerzen. „Wir werden über mehrere Jahre eine große Baustelle haben. Alles wird über die Hauptstraße abgewickelt. Das ist eine Belastung, die Gemeinde und Anwohner tragen müssen.“ Er appellierte an die Anwohner: „Bitte, gründen Sie keine Initiative dagegen. Am Ende profitieren Sie auch von der Infrastruktur und einem lebendigen Ort.“

Die Kosten

20 Millionen Euro hat der Landkreis Starnberg im Haushalt für Sanierung und Anbau in Seefeld zur Verfügung. „Ich denke, dass wir damit hinkommen“, sagt Weiler. Vom Ministerium gibt es Zusagen für Förderungen – bisher aber nur mündlich. Der Zweckverband bleibt indes verantwortlich für den Altbestand und dessen mögliche Umwandlung in bezahlbare Wohnungen. Weiler kann sich heute noch ärgern, dass die Klinik Seefeld unter der Geschäftsführung von Thomas Deppenkämper über Jahre hinweg keine Zuschüsse eingefordert hat. „Er hätte rufen können, aber er hat nicht gerufen“, sagte er. Letztlich habe dies zu dem finanziellen Debakel geführt.

Grundsätzlich könne es beim Bau einer Klinik nicht das Ziel sein, aus den roten Zahlen zu kommen, betonte Weiler. „Unser Ziel ist die Daseinsberechtigung“, sagte er. Wenn das Haus in Seefeld schließe, „gibt es keine chirurgische Versorgung mehr im westlichen Landkreis“. Dabei sei der Bedarf „sehr, sehr groß“.

Die neue Klinik

Wenn alles so läuft, wie heute auf dem Papier geplant, könnten Sanierung und Neubau laut Weiler in vier, fünf Jahren fertigt sein. „Das Gute ist, dass wir die ganze Zeit weiterarbeiten können.“ Neben einer chirurgischen Abteilung soll behutsam auch eine Abteilung für innere Medizin aufgebaut werden – in Zusammenarbeit mit der Schindlbeck-Klinik in Herrsching. „Auf gar keinen Fall wollen wir in Konkurrenz treten“, betont Weiler. Er befinde sich im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Klinik. „Wenn man uns machen lässt, klappt das.“ Allerdings gehört die Klinik dem amerikanischen Laborunternehmen Myriad, das sich auf Krebsdiagnostik konzentriert. „Und was die Amerikaner planen, weiß ich nicht.“

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