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Es geht aufwärts für die Klinik in Seefeld. 

Chirurgische Klinik in Seefeld

Klinikum übernimmt Klinik und baut

Seefeld - Es schaut gut aus für die Chirurgische Klinik in Seefeld. Der Kreistag hat einer Übernahme durch die Starnberger Kreisklinik zugestimmt.

„Der Kreistag hat mit großer Mehrheit beschlossen, dass es weitergeht“, verkündete Wolfram Gum, Vorsitzender des Krankenhauszweckverbands am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der Seefelder Verwaltung. Zugegen waren auch Landrat Karl Roth und Starnbergs Klinikchef Dr. Thomas Weiler. Geplant ist, dass die Klinik zum 1. April im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsauftrags vom Landkreis übernommen wird. Bis zum Ende des Jahres ist die Seefelder Klinik dann Mitglied im Verbund Starnberg und Penzberg. Bis dahin soll der Zweckverband aufgelöst werden. Langfristig ist geplant, die Chirurgische Klinik Seefeld zu erweitern, entweder durch einen Anbau oder aber einen Neubau. Die internistische Versorgung soll ausgebaut und die Klinik auf 100 Betten vergrößert werden. Derzeit verfügt sie über 72 Betten – „was sich wirtschaftlich nicht trägt“, wie Weiler erklärte. Diese Pläne sind auch in Zusammenarbeit mit der Regierung von Oberbayern entstanden. 

Wie ist das alles möglich in Zeiten, in denen reihenweise Krankenhäuser schließen? „Der Kreistag hat nicht Hurra geschrieen. Aber wir wollen die Patienten nicht im Regen stehen lassen“, erklärt Roth. Der Landkreis sei für die ganze Region zuständig, „und nicht nur für den östlichen Teil“. Und Weiler ergänzt: „Starnberg ist nicht erweiterbar. Wenn wir nicht wollen, dass eine Versorgungslücke entsteht, bleibt nur diese Alternative. Dann muss aber auch etwas Zukunftsfähiges geschaffen werden.“ Nachdem die Gangart feststeht, drängt die Zeit. So bald wie möglich soll an das Seefelder Klinikum ein vierter OP angebaut werden. 2,8 Millionen kostet das. Die schlechte Nachricht: Der OP wird weder bei Anbau noch bei Neubau einer Klinik weiter zu gebrauchen sein. Die Stelle eines Chefarztes wird neu besetzt – wie berichtet, verlässt Dr. Regine Hahn das Haus zum 1. April. Geschäftsführer bleibt Helmut Friedrich. Welche Rolle die Schindlbeck-Klinik in dem Seefelder Konstrukt spielt, ist offen. Beide Häuser arbeiteten bisher eng zusammen. Es habe zwar erste Gespräche mit dem neuen Gesellschafter, Myriad Genetics, gegeben, aber keine Ergebnisse. Bei dem Unternehmen handelt es sich um den renommierten Marktführer in der Stammzellenforschung und bei Gentests. Zu den Kunden zählt unter anderem Angelina Jolie, die sich aufgrund einer Genmutation beide Brüste amputieren ließ. Firmensitz ist in den USA, die europäische Zentrale befindet sich in Zürich, und in Martinsried betreibt das Unternehmen, aus dessen Reihen Nobelpreisträger hervorgegangen sind, ein Zentrallabor. Ein starker Gesellschafter also, zu dessen Plänen sich aber gestern auch Robert Schindlbeck nicht näher äußern wollte. So oder so: „Der Staffelstab für Seefeld ist weitergereicht“, sagt Roth.

hvp

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