Vortrag Einbruchsicherheit

Wer sichert, stiehlt Einbrechern Zeit

Drößling - Der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung hat sich eines aktuellen Themas angenommen: den zahlreichen Einbrüchen in abgelegenen Gegenden.

Abgelegene Anwesen sind bevorzugte Objekte für Einbrecher. Das trifft fast immer auf landwirtschaftliche Betriebe zu. Am Dienstag kamen rund 50 Landwirte in die Jahresversammlung vom „Verband für landwirtschaftliche Fachbildung Starnberg (VLF)“ in die Pizzeria „La Fattoria“ in Drößling und verfolgten die Ausführungen von Kriminalhauptkommissar in Fürstenfeldbruck, Josef Dietz. Geladen hatte der stellvertretende Geschäftsführer Matthias Löffler.

Vorsitzender Martin Wastian fasste das Jahr zusammen. Positiv belegt waren die Grünlandtage im Mai und Juni. „Dort konnten wir vor Ort Grünland anschauen und sehen, wie man es besser machen kann.“ Löffler seinerseits berichtete von den Landwirtschaftsschulen. „In Weilheim bieten wir auch die Fachrichtung ökologischer Landbau an“, sagte er und wies auf die laufenden Anmeldungen für das Wintersemester hin. Kassier Markus Merz meldete ein Plus in der Kasse, bedauerte allerdings einen Abgang, womit der Verband „nur noch“ 251 Mitglieder zählt.

Dann bekam der Kriminalhauptkommissar mehr als eine Stunde lang die ungeteilte Aufmerksamkeit der Landwirte. Dietz ist einer von zwei Ansprechpartnern bei der Polizei, die eine persönliche und auf ihr Haus ausgelegte Beratung anbieten und er versprach „konkrete Tipps, wie man sich schützen kann“. Manche fast ernüchternd einfach wie etwa der zusätzliche Riegel an der Tür. Oder Vds-zertifizierte Beschläge. Manchmal reicht schon das Einlegen eines einfachen Holzstückes bei einer Schiebetür. Der einbruchssichere Ausbau wird neuerdings auf Antrag vom KfW gefördert.

Sich zu schützen lohnt sich, machte der Vortrag deutlich. „Eine Terrassentür ist in sieben bis 15 Sekunden mit einem Schraubenzieher aufgehebelt.“ Und in maximal fünf Minuten steht der Dieb mit der Beute wieder auf der Straße. Mit der Sicherung „stiehlt man“ dem Einbrechern die Zeit und damit läuft er Gefahr, gefasst zu werden. Und Alarmanlagen „verhindern keinen Einbruch, sie warnen nur“. Dasselbe gelte für einen Hund. „Seien Sie aufmerksam“, bat er die Anwesenden. Verdächtige, die Häuser fotografierten oder langsam durch den Ort fahren, sollte man bei der Notrufnummer 110 melden. Allerdings rät Dietz aus rechtlichen Gründen davon ab, selbst zum Fotoapparat zu greifen.

Ein Landwirt wollte wissen, wie er seine Halle mit den teuren Maschinen richtig sichert. „Wir erarbeiten ein Konzept“, so Dietz. Ein großer Kombi mit verdunkelten Scheiben fahre zu den Höfen und wolle Werkzeug verkaufen. Verdächtig? Auf jeden Fall. Alleine schon, weil der Verkäufer keinen Gewerbeschein haben könnte. „Damit fördern Sie Schwarzarbeit und machen sich mitschuldig.“ Und: „Wir erleben Fälle, in denen etwa Polen ein Haus für 3 Euro 50 Stundenlohn ausbauen. Drei Tage später wird eingebrochen.“

Ganz zum Schluss gab es ein dickes Lob von Helmut Wagner an die Ordnungshüter. „Kompliment an die bayerische Polizei, dass die Sicherheit hier besser ist als in anderen Bundesländern.“ Mehr Informationen zum Thema gibt es im Internet unter www.polizei-beratung.de. Mehr Infos über die Landwirtschaftsschulen finden sich im Netz unter www.aelf-wm.bayern.de/bildung.

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