Für mehr Bioessen in den Kitas: (v.l.) Bürgermeister Klaus Kögel, Angelika Lintzmeyer und Helmuth Ronstedt.
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Für mehr Bioessen in den Kitas: (v.l.) Bürgermeister Klaus Kögel, Angelika Lintzmeyer und Helmuth Ronstedt.

Bund-Naturschutz-Gruppe Seefeld bietet Hilfe zur Selbsthilfe an

Mehr Bio in mehr Kitas

Die Kinder in den Betreuungseinrichtungen in Seefeld sollen möglichst ökologisch produzierte Lebensmittel essen. Dafür macht sich die Bund-Naturschutz-Gruppe stark.

Seefeld – Bioessen in Kindertagesstätten – keine Selbstverständlichkeit, auch nicht in der Gemeinde Seefeld. Die Landesleitung des Bund Naturschutz hat ihre Ortsgruppen auf dieses Thema angesetzt. Seither ist Helmut Ronstedt, Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Seefeld, in Sachen Bioessen unterwegs. Ein erster Kick-Off-Termin mit Betreuungseinrichtungen in Seefeld fand bereits statt, Bürgermeister Klaus Kögel ist offen für den Impuls, und mit Angelika Lintzmeyer hat Ronstedt durch Zufall auch einen Profi gefunden, der sogar in Seefeld wohnt.

Lintzmeyer war Leiterin des Projekts „Biostadt München“. Gemeinsam mit der Tollwood-Gesellschaft für Kulturveranstaltungen und Umweltaktivitäten leistete sie Hilfe zur Selbsthilfe, wenn Betreuungseinrichtungen auf Bioessen umstellen wollten. Daraus hervorgegangen ist die Internetplattform www.biospeiseplan.de.

Das Treffen mit den Frauen, die in Seefeld Kindertagesstätten leiten, schildern Ronstedt, Kögel und Lintzmeyer einhellig als positiv. „Belebt“, sei es gewesen, findet Lintzmeyer, „und aufschlussreich“. Insgesamt gibt es zwölf Einrichtungen unterschiedlicher Träger, von Gemeinde über die Kirche, das BRK bis hin zu privaten Organisationen. Was das Essen in den Einrichtungen angeht, ist alles geboten. „Die Kitas haben sehr verschiedene Standards. Von nicht bewusst bis sehr bewusst“, sagt Ronstedt. Dabei kursiert nach wie vor viel Halbwissen durch die Gesellschaft. So sei zum Beispiel regional oft längst nicht bio. Das Vorurteil, Biokost sei zu teuer, will er nicht gelten lassen. Lintzmeyer bestätigt, dass ein gutes Management niedrigere Preise bewirken können. Eine Umstellung erfordert dennoch Aufwand. „Wir müssen Kopf, Hand und Herz bei den Trägern zusammenbringen“, erklärt Lintzmeyer. Berater sollen den Kitas vor Ort zur Seite stehen, ein „Biospeiseplanmanager“ hilft bei Rezepten und Kalkulation, und mit den Küchenkräften geht es dann vielleicht auch mal zur Besichtigung auf einen Biohof.

Betreuungseinrichtungen in Seefeld, die sich eine Umstellung überlegen, sind aufgerufen, sich via Internetseite www.biospeiseplan.de zu informieren. Bürgermeister Kögel kann sich vorstellen, in einem gemeindlichen Kindergarten ein Pilotprojekt zu starten. Er ist auch schon in Kontakt mit einem Seefelder Landwirt, der Biogemüse anbaut. Auch das ist eine Idee dahinter: Für Biobauern neue Märkte zu schaffen. Ronstedt und Lintzmeyer haben bei der Gemeinde jedenfalls offene Türen eingerannt. Kögel: „Der Mensch ist, was er isst.“ Taten sollen folgen.

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