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Am Amtsgericht Starnberg wurden zwei Männer unter anderem wegen Beamtenbeleidigung zu Geldstrafen verurteilt.

Aus dem Gerichtssaal

Auf tiefen Blick ins Glas folgt tiefer Blick in den Geldbeutel

Geldstrafen für zwei Männer, die sich nach Pöbeleien vor Gericht verantworten mussten. Auch für Beamtenbeleidigung.

Seefeld – Anfang Juli ging es heiß her im Seefelder Eisenpark: Bei sommerlichen Temperaturen feierten drei Männer feuchtfröhlich und ärgerten Anwohner durch lautstarke Pöbeleien. Zwei der drei Störenfriede mussten sich dieser Tage wegen Beleidigung vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten – sie müssen tief in die Tasche greifen. Der Dritte im Bunde, ein 19-jähriger Seefelder, wurde bereits rechtskräftig nach Jugendrecht verurteilt.

30 und 46 Jahre alt sind die Trinkkumpanen, die sich nun auf der Anklagebank wiederfanden. Der 46-jährige Seefelder wurde direkt aus der Justizvollzugsanstalt Landsberg vorgeführt, wo er derzeit eine Ersatzhaft für eine nicht gezahlte Geldstrafe wegen versuchten Diebstahls absitzt. Trotz Handschellen unterstrich der bereits neunfach vorbestrafte Mann seine Unschuld selbstbewusst mit allerlei Gesten. Demnach habe er an jenem Abend zwar einiges an Alkohol genossen, zu Beleidigungen habe er sich nicht hinreißen lassen. Auch der mitangeklagte arbeitslose Maurer räumte ein, fünf bis sechs Bier getrunken zu haben. Das Trio haben sich durch ständigen Rasenmäher-Krach sowie das Radio eines Anliegers provoziert gefühlt.

Gänzlich anders hörte sich die Schilderung des Geschädigten an. Nach einem Biergartenbesuch war an einen ruhigen Freitagabend nicht zu denken, so der nahe des Eisenparks wohnhafte Mann. Gedröhn, Geschrei und laute Musik hätten der Idylle den Garaus gemacht. Als der 50-Jährige „A’ Ruh’ is“ rief, konterte das feiernde Trio mit wortreichen Beleidigungen in Fäkalsprache. „Ich konnte drei verschiedene Stimmen hören“, sagte der 50-Jährige. Als zudem noch zwei Flaschen über dem Gartenzaun flogen und an der Häuserwand zerbarsten, alarmierte der Mann die Polizei.

Zunächst rückten die Beamten zu zweit an. Das Trio blieb vom Platzverweis allerdings unbeeindruckt, und so musste kurzerhand Verstärkung hinzugerufen werden. Insgesamt acht Polizisten wurden der drei Männer schließlich Herr, mussten sich seitens des 30-Jährigen dann aber auch Beleidigungen gefallen lassen. Während der 46-jährige Seefelder nach dem Scharmützel nach Hause ging, wurden bei seinen Trinkfreunden jeweils über zwei Promille gemessen. Auf dem Revier konnte der nicht haftfähige 30-Jährige laut Polizeiärztin nicht bleiben und musste die Nacht schließlich im Krankenhaus verbringen.

Ein Pardon gab es für die Schluckspechte vom Gericht nicht. Richter Ralf Jehle setzte die Geldstrafe für den 46-Jährigen bei 90 Tagessätzen à 15 Euro fest. Der mitangeklagte 30-jährige Maurer muss wegen der Beamtenbeleidigung etwas tiefer in die Tasche greifen und 100 Tagessätze à 15 Euro zahlen.  nh

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