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Blick auf die Chirurgische Klinik Seefeld.

Klinik Seefeld

Neubaupläne sorgen für helle Aufregung

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Seefeld - Im Vorfeld zur Gemeinderatssitzung am Dienstagabend formiert sich in Seefeld Widerstand: Thema ist die Planung für einen eventuellen Neubau der Chirurgischen Klinik Seefeld. Im Internet haben die Gegner bereits eine Unterschriftenkampagne initiiert.

Die Chirurgische Klinik Seefeld ist ab Mitte dieses Jahres Teil des Klinikverbund Starnberg Penzberg. Schon länger diskutieren die Verantwortlichen den eventuellen Neubau der Klinik. Das 70-Betten-Haus soll auf 120 Betten vergrößert werden, damit es konkurrenzfähig ist. Seitens der Regierung von Oberbayern wird diese Planung positiv beurteilt (wir berichteten). Zwar gibt es am aktuellen Standort in Seefelds Ortsmitte die Option anzubauen. Im Raum steht aber ein Neubau. Im Herbst noch ging es um eine Fläche am Ortsausgang von Hechendorf. Diese wird von der Seefelder Verwaltung jedoch als „bedenklich“ eingestuft, „da ein großer kompakter Baukörper unmittelbar angrenzend an kleinteilige Wohnbebauung errichtet werden müsste und je nach Standort eine erhöhte innerörtliche Verkehrsbelastung zu befürchten wäre“, wie es in der Sitzungsvorlage heiß.

Die Freifläche, um die es heute Abend geht, stellt in den Augen der Verwaltung „eine gute Alternative dar“: Das Areal befindet sich direkt gegenüber vom Technologiepark, sei verkehrstechnisch optimal angebunden. „Auch ist damit zu rechnen, dass die momentan noch in Privateigentum befindlichen Flächen erworben werden können. Somit wäre auch die Flächenverfügbarkeit gegeben“, so die Verwaltung. Die Fläche ist im Regionalplan allerdings als Regionaler Grünzug dargestellt und möglichst von Bebauung freizuhalten. Der Bau eines Krankenhauses an dieser Stelle ist nur möglich, wenn sie aus dem Grünzug herausgenommen wird.

Derzeit findet eine Gesamtfortschreibung des Regionalplans München statt. Die Gemeinden haben bis zum 15. Mai Zeit, Hinweise dazu vorzubringen – und auch Herausnahmen zu beantragen. Darüber beraten heute Abend die Gemeinderäte. Ein Vor-Ort-Termin mit dem Regionalen Planungsverband München hat bereits stattgefunden. Die Chancen für eine Herausnahme stehen gut, da es sich um einen gemeinnützigen Zweck handelt. Dass nun plötzlich alles schnell gehen muss, begründet die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage auch mit dem tagelangen Ausfall der Telefonanlage im April.

Die Veröffentlichung der Tagesordnung vergangene Woche hat bei den Bürgern für Aufregung gesorgt. Ortwin Gentz, 44-jähriger Informatiker aus Hechendorf, hat eine Unterschriftenkampagne initiiert. „Einer muss ja mit seinem Namen dafür stehen, aber unsere Bedenken werden von der Bürgerschaft getragen“, sagte er gestern. Die Kritiker des Neubaus sprechen sich gegen die Bebauung des Grünzugs, die Versiegelung der Flächen und für den Erhalt der Eichenallee an dieser Stelle aus. Sie fordern eine eingehende Prüfung der Wirtschaftlichkeit eines Krankenhausneubaus und eine bessere Planungsbeteiligung. Ildiko Gaal-Baier, Mitglied der Agenda Ortsbild/Ortsentwicklung, sieht sich vor allem als Fürsprecherin der Eichenallee. Ein Krankenhausneubau ist für sie an dieser Stelle „ein trojanisches Pferd“. Die Gemeinde brauche Flächen für Gewerbe, der Neubau sei auch ein Vorwand in Zeiten knapper Kassen. „Das wird ein Zweckbau mit Hubschrauberlandeplatz“, an den sich über kurz oder lang Gewerbeflächen anschließen würden. Die Sitzung beginnt am Dienstagabend um 19.15 Uhr im Technologiepark.

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