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Neuer Anlauf für BRK-Kombigebäude

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Von: Hanna von Prittwitz

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Blick von oben auf den Wertstoffhof an der Ulrich-Haid-Straße in Seefeld. Rechts davon plant das BRK ein Kombigebäude. Skizze: brk
Blick von oben auf den Wertstoffhof an der Ulrich-Haid-Straße in Seefeld. Rechts davon plant das BRK ein Kombigebäude. © Skizze: brk

Das BRK Starnberg will an der Ulrich-Haid-Straße in Seefeld ein Kombigebäude errichten. Im Gespräch ist dies seit 2012. Nun gibt es einen neuen Vorstoß. Die Gemeinde Seefeld beteiligt sich an dem Projekt mit 30 000 Euro.

Seefeld – „Das ist ein langer Weg bis hierher gewesen“, begann BRK-Chef Jan Lang am Dienstagabend seine Ausführungen vor dem Seefelder Gemeinderat. Dabei ging es um den Bau eines Kombigebäudes an der Ulrich-Haid-Straße in Seefeld und auch den bereits geplanten Bau einer neuen Wasserwachtstation in Steinebach, der von der Planung her jedoch schon weiter gediehen ist. Der Bauantrag wurde dafür bereits eingereicht (wir berichteten). Die Gemeinde Seefeld unterstützt beide Projekte mit je 30 000 Euro. Dies beschlossen die Räte einstimmig.

Das ist geplant

Laut Lang soll das neue Gebäude an der Ulrich-Haid-Straße die Helfer vor Ort beherbergen, außerdem einen Teil des Katastrophenschutzes für den Landkreis und die mobile Wasserwacht-Schnelleinsatzgruppe Nord, die für den nördlichen Landkreis zuständig ist. Die Flächen an der Ulrich-Haid-Straße direkt neben dem Wertstoffhof sind in privater Hand. Mit der Besitzerin hat das BRK eine Reservierungsvereinbarung getroffen, die bis Ende 2022 gilt. Bis dahin spätestens muss gemeinsam mit Gemeinde und Landratsamt Baurecht geschaffen worden sein. Die Gemeinde hat bereits 2014 die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen und mit der Änderung des Flächennutzungsplans begonnen, um eine Fläche für die BRK-Rettungswache auszuweisen. Gedauert hat es nun deshalb so lange, weil das BRK erst mit dem Landkreis eine Richtlinie zur Förderung von Bauten des Katastrophenschutzes aushandeln musste. „Dafür haben wir fünf Jahre gebraucht“, sagte Lang. Insgesamt plant das BRK nun an zehn Stellen im Landkreis neue Gebäude beziehungsweise BRK-Stationen.

„Gebaut werden soll nur das nach dem aktuellen Bedarf Nötige“, sagte Lang zum Seefelder Projekt. Den Flächenbedarf bezifferte er auf 1150 Quadratmeter, davon nimmt rund 563 Quadratmeter das Gebäude ein. Die Ausfahrt soll sich Richtung Wertstoffhof befinden. Möglicherweise werde die Zufahrt zum Wertstoffhof verbreitert und gemeinsam genutzt.

In dem Gebäude ist dann Platz für mehrere Fahrzeuge und Boote, sanitäre Anlagen und Umkleiden, Lager und Werkstatt aber auch für einen Mehrzweckraum für Mannschaft, die Jugend und Ausbildungsveranstaltungen. „Aufgrund der Personalnot überlegen wir auch, ob wir nicht im ersten Stock eine Dienstwohnung errichten“, erklärte Lang. Neue bauliche Anforderungen an Notrufannahmestellen könnten auch dazu führen, dass die Service- und Einsatzzentrale des BRK ebenfalls ins Obergeschoss einziehen müsse.

Das soll es kosten

Die Kosten bezifferte Lang auf 1,1 bis 1,3 Millionen Euro. „Welche Kosten für die Herstellung des Grundstücks anfallen, ist unklar.“ Die Kosten für die Wasserwacht in Steinebach gab er mit rund 800 000 Euro an. Etwa 45 000 Euro könne das BRK für die Projekte alleine stemmen, 251 000 Euro würden über Darlehen finanziert. Der Landkreis Starnberg sei mit 1,28 Millionen Euro dabei. Zuschussanträge gehen nicht nur an die Gemeinde Seefeld mit insgesamt 60 000 Euro, sondern auch an Wörthsee (165 000 Euro) und Inning (30 000 Euro).

Bis zum Jahresende will Lang mit der Gemeinde den Entwurf eines Bebauungsplans abstimmen. „Wir hoffen auf Baurecht Mitte 2022.“ Die Gewerke sollen bis Ende des ersten Quartals 2022 vergeben werden. „Aufgrund von Holzmodulbauweise und Fertigteilkonstruktion gehen wir von einer Bauzeit von nur zwölf bis 18 Monaten aus“, sagte Lang.

Die Diskussion

Eine längere Debatte blieb aus. Mit den Zuschüssen haderte niemand, wohl aber mit möglichen Kostenexplosionen beim Bau, die dann auch auf die Gemeinde zurückfallen. „Die gemeindliche Kasse ist nicht so voll“, gab Josef Wastian (FWG) zu bedenken. „Es wäre schön, wenn wir bei diesen Beträgen bleiben könnten“, warnte auch Bürgermeister Klaus Kögel. Ortwin Gentz (Grüne/BI) begrüßte den Bau von Wohnungen auf dem Gebäude an der Ulrich-Haid-Straße. Christian Ruf (FWG) wollte sichergehen, dass wirklich nur das BRK-Personal von ihnen profitiert. „Sie müssen ehrenamtlich beim BRK beschäftigt sein. Sonst schießen wir uns doch selber ins Knie“, erklärte Lang. Ulrich Pirzer (FWG) hätte bei der Kostenbeteiligung gern die Münchner ins Boot geholt, die an Sommertagen durchaus auch vom BRK-Einsatz profitieren würden. „Das haben wir versucht“, erklärte Lang. Schließlich spare der Erholungsflächenverein auch Geld, weil in Oberndorf am Wörthsee entgegen ersten Plänen keine große Wasserwachtstation gebaut werde. Für eine Kostenbeteiligung habe sich daher auch der damalige Landrat Karl Roth eingesetzt. „Aber wir hatten keine Chance.“

Noch eine Bitte

Zum Schluss hatte Lang noch eine Bitte. So wurde dem derzeit in der Seefelder Stampfgasse untergebrachtem BRK von der Gemeinde zum Jahresende gekündigt – sie will dort Wohnungen bauen. „Bitte prüfen Sie, ob wir das Erdgeschoss bis Dezember 2023 weiter nutzen können. Denn Obdachlosigkeit geht an die Nieren“, bat Lang. „Das prüfen wir“, versprach Kögel.

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