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Das Tengelmann-Areal in Seefeld: Links vom Supermark ist die Fassade des Alten Rathauses zu erkennen. Optisch soll sich an dem Ensemble nichts ändern. Trotzdem könnte der Supermarkt hinter dem Rathaus erweitert werd en.

Was wird aus dem Tengelmann?

Neuer Plan für Seefelds Herz

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Seefeld - Der Gemeinderat diskutiert die Erweiterung des Supermarkts an der Hauptstraße.

Zum Ende des Jahres haben Seefelds Gemeinderäte hinter verschlossenen Türen noch über ein Thema verhandelt, das großen Einfluss auf die Entwicklung der Ortsmitte in Seefeld haben könnte: Es gibt eine neue Planung für den Tengelmann. Bürgermeister Wolfram Gum bestätigte am Mittwoch, dass der Besitzer des Komplexes einen Entwurf vorgelegt hat. Mehr dürfe er nicht verraten, nur so viel: „Die Räte haben das einstimmig befürwortet.“ Und ja, er hält den Vorschlag für realisierbar.

Ein moderner Edeka-Markt, größer als der jetzige Tengelmann-Markt und am besten noch mit einem Drogerie-Sortiment – für Bürgermeister Wolfram Gum eine ideale Lösung, für die er sich schon zu Zeiten der Rathausplanung stark gemacht hat. Wie berichtet, nahm die Geschichte einen anderen Verlauf: Per Bürgerentscheid stemmten sich die Seefelder gegen einen Rathausneubau. Die Verwaltung zog in den Technologiepark – dort ist sie heute noch.

Das alte Rathaus dient heute mehreren Vereinen als Bleibe. Und der Tengelmann-Markt? Unverändert. Zu klein, sagen viele. Die Verantwortlichen bei Tengelmann hatten nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie an dieser Stelle gerne mehr Platz hätten als die jetzigen 750 Quadratmeter – um konkurrenzfähig zu bleiben. Und Rathauschef Gum hatte erst vor kurzem gegenüber unserer Zeitung bekräftigt: „Wir brauchen eine zukunftsfähige Lösung für den Ort.“

Nun gibt es einen neuen Vorschlag von Walther Kloiber, dem Besitzer des Grundstücks. So viel möchte der 70-Jährige zu den neuen Plänen gar nicht sagen. Dann verrät er aber doch: Es sei ihm ein Herzensanliegen, dass hier in der Mitte Seefelds etwas Gutes entstünde, das auch langfristig Kaufkraft im Ort binde. Die Diskussionen in Seefeld hätten aber auch gezeigt, dass die Seefelder ihr altes Rathaus bewahren wollten. Daran orientiert sich auch die Planung für einen größeren Vollsortimenter: „Es wird nichts abgerissen, der Neubau des alten Rathauses wird in den neuen Markt integriert“, sagt Kloiber. Das ganze Ensemble bleibe erhalten, aber im hinteren Bereich könne unter Beibehaltung der Grundstücksgrenzen und daher nicht zu groß ein Erweiterungsbau entstehen.

Ursprünglich hatten die Gegner eines Rathausneubaus erreichen wollen, dass das alte Rathaus der Gemeinde an der Hauptstraße erweitert wird. Nach gründlicher Prüfung war jedoch klar: An dieser Stelle lässt sich kein zukunftsfähiges Verwaltungsgebäude errichten. Der Weg für Kloibers Planung wäre also frei. Kloiber selbst möchte sich da noch nicht aus dem Fenster lehnen. „Ich glaube, dass es eine gute Lösung sein könnte, die das Zentrum bewahrt und schützt.“ Gespräche mit Gewerbetreibenden rund um den Standort hätten ihn zu der Planung bewogen. Und seine Frau: „Sie sagt immer: Reiß es nicht weg, das alte Rathaus, lass es so stehen.“ Der Planer, ein Architekt aus Wörthsee, habe sehr behutsam gearbeitet. Kloiber sagt: „Das Thema beschäftigt mich schon sehr lange. Mit hat immer etwas vorgeschwebt, was die Leute mögen.“ Auch Edeka, zukünftiger Betreiber der Tengelmann-Filiale in Seefeld, habe Interesse angemeldet. Bereichern will sich Kloiber nicht. „Das denken vielleicht manche. Aber so ist es nicht. Man kann doch am Ende auch gar nichts mitnehmen. Ich will nur gesund bleiben und bescheiden.“

Laut Gum hat die Entwicklung der Ortsmitte rund ums alte Rathaus oberste Priorität. Für das Projekt müsste Kloiber Teile des alten Rathauses erwerben und auch die Änderung des Bebauungsplans finanzieren. Gum: „Es wäre schön, wenn wir da eine gute Lösung für den Ort finden.“

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