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Ein tägliches Bild aus Drößling: Gemeinderat Ulrich Pirzer machte dieses Bild von den verkeilten Lkw am vergangenen Montag.

Verkehr

Nichts geht  mehr in Drößling

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Täglich verkeilen sich auf der Ortsdurchfahrt Lkw, die Gemeinde Seefeld fordert einen Runden Tisch. 

Drößling – Die Bürger in Drößling haben die Nase voll. In der Seefelder Gemeinderatssitzung am Dienstagabend beklagten die in dem Ortsteil wohnenden Gemeinderäte stellvertretend für den Ort die prekäre Verkehrslage. Vor allem im Hinblick auf die Planungen der Gemeinde Andechs, die das Gewerbegebiet in Frieding erweitern will. Der Ruf nach einer Umgehung wurde laut.

Fast eine halbe Stunde lang war die Ortsdurchfahrt Drößling am vergangenen Montag blockiert: Zwei Lkw versuchten, irgendwie aneinander vorbeizukommen. Pkw und Linienbus standen im Stau, und ein Verkehrsschild musste auch daran glauben. „Das war keine Ausnahme, das habe wir täglich“, sagte Ulrich Pirzer (FWG), Inhaber der Gärtnerei in der Ortsmitte, der Fotos von der Situation gemacht und an alle Gemeinderäte geschickt hatte. Auch Robert Schindlbeck (Parteifrei) hatte Vorfälle dieser Art schon beobachtet: „Die Busfahrer hängen da jeden Tag fest. Das ist auch eine Gefährdung der Fußgänger. Und es ist ein Wahnsinn, wie viele Jahre wir das schon diskutieren.“ Die Staatsstraße zerschneide das ganze Dorf, stellte der Drößlinger Christian Wagner (CSU) schließlich fest. Die Kinder könnten nicht allein durch den Ort gehen, um Freunde zu besuchen. „Eigentlich muss man sie da hin fahren.“

Auslöser für die Diskussion war die Beteiligung der Gemeinde Seefeld an der Gesamtüberarbeitung des Flächennutzungsplans, in dessen Rahmen Andechs nördlich von Frieding Gewerbeflächen ausweisen will. Zwar versichern die Andechser, der Ansiedlung von Verkehr produzierendem Gewerbe entgegenzuwirken. Die Seefelder, vor allem aber die Drößlinger, sind dennoch in Sorge, weil sie heute schon mit Schwerlastverkehr zu kämpfen haben, für den die enge Ortsdurchfahrt überhaupt nicht ausgelegt ist.

„Die Straße muss heruntergestuft werden, oder wir brauchen eine Umfahrung“, sagte Bürgermeister Wolfram Gum. Während der Sanierung der Kirchenmauer im Frühjahr hatte eine Ampel den Verkehr geregelt. Das hatten alle in guter Erinnerung. „Aber ohne Baustelle kriegen wir da keine Ampel“, sagte Imke Friedrich, die auch auf den Vorschlag von Martin Dameris (SPD) einfach weitere Arbeiten an der Kirchenmauer vorzuschieben, nicht eingehen wollte.

„Wir müssen realistisch bleiben“, fand auch Johanna Senft (Bürgerverein). Es sei wichtig, Geschehnisse wie am Montag zu dokumentieren und das Material an das Staatliche Bauamt Weilheim zu schicken. „Das weitere Vorgehen muss dann am Runden Tisch geklärt werden.“ Gum rief die Gemeinderäte entsprechend auf, ihm sämtliche Fotos mit Datumsangaben zu übermitteln. Auch die Bilder von Pirzer vom Montag sind schon unterwegs nach Weilheim.

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