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Einen Freinachtscherz haben sich Unbekannte am Beginn der Baustraße erlaubt. Gerhard Bönsch trägt das Schild mit Humor, „es greift mich ja nicht persönlich an“. 

Gespräche hinter den Kulissen

Geplanter Schafstall in Drößling: Unbekannte stellen kurioses Hinweisschild auf

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Der geplante Schafstall bei Drößling ist noch nicht gebaut. Dafür haben Unbekannte - vermutlich in der Freinacht - ein nicht ganz ernst gemeintes Hinweisschild aufgestellt.

Drößling – Auf der Baustelle tut sich nichts, hinter den Kulissen jedoch wird verhandelt: Nach wie vor plant Gerhard Bönsch aus Hechendorf in Drößling einen Unterstand für seine Kamerunschafe. Seit der Freinacht ziert ein Schild den Beginn der Baustraße, die auf die Hügelkuppe führt. „Freizeitpark Drößling“ ist darauf zu lesen, und „Reimport von Schafen und Kfz’s mit besten Verbindungen und Weitblick!“ Die Drößlinger bleiben also argwöhnisch.

Der Schreck war groß, als im März ein Bagger anrückte und am Ortsausgang Drößlings in Richtung Frieding eine imposante Baustraße in Richtung Hügelkuppe abschob. Weil sich empörte Anwohner bei der Gemeinde meldeten, verständigte diese das Landratsamt. Der Baustopp folgte auf dem Fuß. Seither finden Gespräche statt. „Das Gebäude soll wohl nicht mehr so groß werden“, sagte Bürgermeister Wolfram Gum gestern auf Nachfrage. Ein Bauantrag liege jedoch noch nicht vor.

„Alle Verhandlungen laufen noch“, bestätigte gestern auch Gerhard Bönsch. Mit dem Freinachtscherz habe er kein Problem, „das muss man mit Humor nehmen – und es ist ja auch nicht so weit weg von der Wahrheit“. Tatsächlich ist Bönsch, der seit 2009 in Hechendorf eine Schafzucht betreibt, auch Kfz-Mechaniker und Autohändler.

Standort auf dem Hügel „wird sich nicht halten lassen“

Er wolle überhaupt keinen Streit, „daher werden wir ganz bestimmt einen Kompromiss finden, mit dem alle leben können“. Den Standort oben auf dem Hügel hat er mehr oder weniger aufgegeben „der wird sich wohl nicht halten lassen“. Der Unterstand soll auch kleiner werden als ursprünglich vorgesehen. Bönsch denkt stattdessen darüber nach, den Schafstall in Hechendorf zu erweitern.

Dass sich die Angelegenheit in Drößling in einer Art genehmigungsfreiem Verfahren erledigen lässt, von der Idee hat sich Bönsch verabschiedet. „Genehmigungsfrei ist ein dehnbarer Begriff, das interpretiert jeder anders“, sagt er. Also werde er einen normalen Bauantrag einreichen, der im Vorfeld mit allen Beteiligten abgesprochen sei. Auf die Berichterstattung über den Baustopp habe er mehr als 40 Anrufe erhalten. „Nur drei Reaktionen waren negativ.“ Alle wollten artgerechte und nachhaltige Tierhaltung, Bönsch ist sich sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Dass das Prozedere in Drößling nun Zeit kostet, spiele keine Rolle. „In ein paar Jahren wird das sehr schön dort sein“, davon ist Bönsch überzeugt.

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