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Zwei Pioniere mit großen Plänen: Peter Schlecht junior (l.) und Vater Peter Schlecht vor ihrem Heizkessel. Das Foto entstand im Januar 2016 – da waren die Planungen für ein Nahwärmenetz in Seefeld nahezu abgeschlossen und alle guter Hoffnung. Jetzt haben die Schlechts aufgegeben. 

Energiewende

Aus Seefelds Nahwärmenetz wird nichts

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Peter Schlecht kippt sein über Jahre geplantes Projekt, weil er nicht genug Abnehmer findet. 

Oberalting – Die Enttäuschung ist auf allen Seiten groß: Peter Schlecht, Chef des gleichnamigen Holzfachhandels in Seefeld-Oberalting, hat gemeinsam mit seinem Sohn Peter Schlecht junior das Hackschnitzel-Nahwärme-netzprojekt gekippt. Der Grund: zu wenige Abnehmer bei zu hohen Kosten.

„Wir haben das Projekt an den Nagel gehängt“, sagte Peter Schlecht (FWG) in der Sitzung am Dienstagabend. Es sei ihm nicht gelungen, genugHaushalte entlang der geplanten Trasse zu gewinnen. In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses hatte Schlecht seine Entscheidung schon angedeutet und sehr offen alle Zahlen auf den Tisch gelegt. Die Mitglieder des Umweltausschusses entwickelten daraufhin die Idee, dass die Gemeinde für den Anschluss von gemeindlichen Liegenschaften wie Schule und Kindergarten höhere Anschlusskosten zahlen könnte. „Das mögen die Kollegen hier im Gremium noch mittragen“, sagte Schlecht am Dienstag. Doch er selbst und auch Geschäftsstellenleiter Fritz Cording hielten es für schwer vorstellbar, dass dafür auch die Bürger Verständnis haben würden. „Die würden eher sagen: Das habt ihr sauber hingeschanzt“, sagte Schlecht. Sich damit auseinanderzusetzen, „darauf habe ich keine Lust“. Er hätte mit dem Projekt ohnehin keine Reichtümer verdient. „Vielleicht ist noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Die Energiepreise sind einfach zu günstig.“ Dem Heizölpreis von 75 Cent könne er gerade noch entgegentreten, „aber noch weniger geht nicht“. Der Otto-Normalverbraucher sei einfach nicht zu gewinnen gewesen, dabei lasse er bei den Berechnungen für den Anschluss außer Acht, dass er sich beispielsweise den Kaminkehrer und damit Kosten spare. „Interessant ist das Projekt wohl auch eher für Neubauprojekte.“ Das geplante Kesselhaus für die Hackschnitzelheizung will Schlecht trotzdem bauen und die Sache „reduziert durchziehen“. Das heißt im Umkehrschluss: Die Pläne für das große Programm wandern nicht in den Mülleimer, sondern in die Schublade.

Die Gemeinderäte reagierten enttäuscht. Als „tragisch“, bezeichnete Dr. Oswald Gasser (FDP) die Entscheidung. Grade die Hausheizung sei Thema bei der Energiewende. Und die Gemeinde verfüge immerhin über einen Etat mit 75 000 Euro, mit denen sie die Energiewende im Rahmen des Energiesparprogramms unterstütze. Dr. Robert Benoist (Grüne) fand es ebenfalls „sehr schade, dass es nicht klappt“ und schlug vor, über einen finanziellen Einsatz der Gemeinde nochmal nachzudenken. Cording sah hier wenig Chancen: „Das sind zu exorbitante Zahlen.“

Erste Schatten hatte bereits die Entwicklung beim Klinikum Seefeld auf das Projekt geworfen. In den Berechnungen hatten Schlecht und die Energiegenossenschaft, die sich an dem Nahwärmenetz beteiligen wollte, das Krankenhaus einkalkuliert. Im Frühjahr 2017 kam dann die Absage, und die Schlechts mussten alles neu berechnen. Schlecht: „Wir haben viel Zeit und Energie investiert. Vielleicht sind wir einfach zu früh dran.“

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