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Allerbester Stimmung bei der Geburtstagsparty: (v.l.) Pfarrer Roland Böckler, Bürgermeister Wolfram Gum, Marianne Lutz (Kirchenverwaltung) und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Hermine Brengel.

Haus Peter und Paul

Partystimmung beim zehnten Geburtstag

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Oberalting - Ein Festtag: Die Pfarreiengemeinschaft Seefeld feierte gestern den zehnten Geburtstag ihres Pfarrheims, Haus Peter und Paul. Ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Und festzustellen: Es ist ein Ort der Begegnung geworden, des weltlichen Miteinanders. So wie immer gewünscht.

Eng besetzte Bänke beim Festgottesdienst, 180 Gäste beim anschließenden Mittagessen im Haus Peter und Paul: Viele Menschen wollten dabei sein, wenn die Pfarreiengemeinschaft zurückblickt auf die ersten zehn Jahres ihres Pfarrheims. „Wir haben es mit Absicht nicht St. Peter und Paul genannt, weil es nicht nur ein Ort der Kirche sein sollte“, erklärt Roland Böckler, seit 15 Jahren Pfarrer in Oberalting. Die Entscheidung für den Bau fiel in den ersten Jahren seiner Amtszeit und prägte sie entsprechend. „Es gab nichts Großes hier vor Ort.“ Von Beginn an aber sei auch klar gewesen: „Alleine geht’s nicht.“ Daraus entstand die intensive Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde.

Bürgermeister Wolfram Gum platzt denn auch schier vor Zufriedenheit über diesen wunderbaren Saal: „So was kann man nur mit so einem super Typen wie diesem Pfarrer und so einem Team schaffen“, schwärmt er. Als die Pfarrei damals angefragt hätte, sei er erst skeptisch gewesen. „Wir hatten damals Pech mit unseren Bauprojekten“, sagt er mit Blick auf die Sanierung des Schützenheims in Drößling, die teuer geriet. Doch die Ehrenamtlichen der Pfarrei hätten das Projekt wunderbar über die Bühne gebracht.

Treibende Kraft war vor allem Marianne Lutz, unterstützt von der damaligen Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Angelika Rank. Bewegt erinnert sich Lutz an den Entstehungsprozess und die Bauzeit: „Es war nicht ganz so leicht, wie es der Bürgermeister ausdrückt.“ Die Pfarreiengemeinschaft musste in Augsburg erst hohe Hürden überwinden. Stefan Frühwald von der Bischöflichen Finanzkammer sei der richtige Mann an der richtigen Stelle gewesen – natürlich war er auch gestern unter den Gästen.

1,8 Millionen Euro kostete der Bau des Pfarrheims schließlich. 400 000 Euro trug die Pfarrgemeinde, 600 000 Euro die Diözese, etwa 150 000 Euro kamen über Spenden zusammen. Die Gemeinde beteiligte sich mit 500 000 Euro unter der Auflage, dass Pfarrheim für politische Veranstaltungen nutzen zu dürfen. Den Neubau, in dessen Erdgeschoss die Bücherei eine neue Bleibe fand, fügte der Architekt Peter Gradl geschickt hinter dem sanierten Altbau ein, eine gute Entscheidung. „Das war uns wichtig, dass der Altbau stehen bleibt“, erinnert sich Pfarrer Böckler. Das Ensemble im Herzen Oberaltings konnte so gewahrt bleiben. Die erste Veranstaltung sei ein Baustellenkonzert gewesen – „am Rande der Legalität, mit Absperrseilen“, erinnert sich Böckler. Marianne Lutz hatte damals große Sorge um den frischen Estrich, der den Härtetest mit dem ersten Heizungseinsatz aber unbeschadet überstand.

Auch die Jugend hat lebhafte Erinnerungen an die Entstehungsgeschichte des Pfarrheims. Schließlich erlebte sie „goldene Jahre“ in dem Altbau, der damals noch eine rechte Rumpelbude war und in dessen Wände man daher noch nach Bedarf und ohne zu fragen Nägel einschlagen durfte. So bezeichnete es mit einem Lachen gestern Gesamtkirchenpflegerin Christine Lutz, die damals Oberministrantin war. Heute genießt die Jugend das Dachgeschoss immer noch – aber saniert und hergerichtet. Im Erdgeschoss befindet sich das schöne Pfarrbüro.

Im Pfarrsaal indessen herrscht Dauerbetrieb. Pfarrsekretärin Birgit Mörtl schätzt die Zahl der Veranstaltungen auf mindestens 60 jährlich. Neben Vorträgen, Konzerten und privaten Veranstaltungen gibt es Kabarett und natürlich die Bürgerversammlungen der Gemeinde. Die evangelische Kirche nutzt den Pfarrsaal ebenfalls, dafür gab es als Dank von Pfarrerin Katrin Hussmann einen kleinen Playmobil-Luther.

An den Unterhaltskosten beteiligt sich die Gemeinde Seefeld, die erst kürzlich eine Scheinwerferanlage finanziert hat. Das Haus Peter und Paul ist Zentrum der politischen und kirchlichen Gemeinde und aller Bürger Seefelds geworden. Gum: „So wollten wir das, besser geht’s doch gar nicht.“

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