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Pioniere in Seefeld: Peter Schlecht junior und Peter Schlecht senior. 

Klimawandel und Nachhaltigkeit

Nahwärmenetz in Seefeld auf dem Weg

Seefeld - Peter Schlecht will in Seefeld-Oberalting ein Nahwärmenetz anbieten. Er braucht nur noch Abnehmer. 

Es kann losgehen. Die Planungen für ein Nahwärmenetz in Seefeld sind nahezu abgeschlossen, nun steht die Umsetzung an. Ende des Jahres will Peter Schlecht, Chef des gleichnamigen Holzfachhandels in Oberalting, ans Netz gehen. Die Gemeinde soll das Projekt über ihr Förderprogramm unterstützen – fordert jedenfalls der Umweltausschuss. 

Seit einigen Monaten ist Schlecht mit der Planung seines Nahwärmenetzes beschäftigt. Zu den Fachleuten an seiner Seite zählt Dr. Cornelius Skiba, der am Dienstagabend dem Seefelder Umweltausschuss ausführlich Bericht erstattete. Mit im Boot sitzt auch die Energiegenossenschaft Fünfseenland, die sich zur Hälfte an den Kosten beteiligt. Hackschnitzel aus dem eigenen Werk und auch zugekaufte sollen die an das Netz angeschlossenen gemeindlichen Liegenschaften, Unternehmen und privaten Haushalte mit Nahwärme versorgen. Dabei sind vor allem die Großkunden interessant. Denn auch für Schlecht lohnt sich das Ganze erst, wenn er mindestens 4517 Megawattstunden im Jahr verkaufen kann – bis zu 5100 kann er liefern. Die Chirurgische Klinik Seefeld beispielsweise verbraucht ungefähr 1000 Megawattstunden. 

Entlang der 2935 Meter langen Trasse gibt es insgesamt 29 Interessenten. Die Trasse führt vom Technologiepark aus am Holzwerk vorbei bis hinauf zum Seniorenheim und dem Krankenhaus an der Hauptstraße. Dazu kommen Stichleitungen beispielsweise zum Sportheim des TSV Oberalting und zum Tennisclub. Um die 4000 Euro soll der Anschluss an das Netz kosten. Und der Umweltausschuss hat am Dienstag flugs beschlossen, diese Gebühren über das Energieförderprogramm zu subventionieren und das Programm um 100 000 Euro aufzustocken. Jedenfalls soll dies der Gemeinderat auf Empfehlung des Ausschusses demnächst beschließen. „Das ist auch ein gutes Argument, wenn es nun um die Verhandlungen mit den Interessenten geht“, argumentierte Dr. Oswald Gasser (FDP). Das soll laut Skiba im Februar geschehen. Denn von der Anzahl der Zusagen und Vorverträge ist abhängig, ob Schlecht das Projekt durchzieht. Mit dem Bau der Trasse soll – nach der Baugenehmigung – im September begonnen werden, Inbetriebnahme steht dann Ende 2016 auf dem Plan. Zwei Millionen Euro Gesamtkosten hat Schlecht vor der Brust. 445 000 Euro etwa erhält er an Zuschüssen, den Rest tragen er und die Energiegenossenschaft. 

Seit 1994 heizt Schlecht mit Hackschnitzeln. Er kennt sich also auch mit den Störfaktoren aus. „Es kann schon passieren, dass das Hackgut zu grob ist und das System aussteigt“, sagt er. „Daher arbeiten wir mit doppeltem Boden.“ Ein Gastank kann sofort zugeschaltet werden. Die Störungsmeldung landet auch bei Schlechts, die sich dann eben kümmern müssen. Peter Schlecht ist zuversichtlich, dass er genug Interessenten findet für sein Nahwärmenetz. Der Strompreis ist geringfügig höher, dafür entfallen sämtliche Wartungsgebühren, sind die Anschlusskosten geringer. Der Kunde braucht nur einen Wärmetauscher, gewinnt also unter Umständen auch einen neuen Kellerraum, weil der Öltank überflüssig wird. Das der Ölpreis so niedrig ist, darauf könne man sich nicht verlassen. Bei Hackschnitzeln allerdings, so zeigt es die Statistik aus den vergangenen Jahren, ist der Preis stabil. Mal ganz abgesehen von dem Nutzen für das Klima, der Unabhängigkeit und der Nachhaltigkeit. In den nächsten Wochen will Schlecht noch mit einem Infoabend über das Projekt informieren. Interessenten können sich auch unter  (0 81 52) 99 26 74 bei ihm melden. „Wir brauchten ohnehin einen neuen Kessel, und es ist auch gar nicht so schlimm“, erklärt der 58-jährige Schlecht schließlich auf die Frage, warum er sich so ein Projekt antue. Und sein Junior Peter sei aus ökologischen Gründen „ganz wild darauf“

Hanna von Prittwitz

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