+
Als alles klar schien: Gerd Mulert (l.) mit Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum (M.) und Peter Schlecht. 

Projekt in Seefeld gescheitert

Vorerst kein Nahwärmenetz

  • schließen

Das geplante Nahwärmenetz in Seefeld scheitert an Absage der Klinik. Einzelne Trassen könnte es dennoch geben.

Seefeld – Im Dezember noch schien das Seefelder Nahwärmenetz mit Versorgung durch Hackschnitzel nur eine Frage der Zeit zu sein. Ende März kamen erste Zweifel auf. Nun ist klar: das Projekt ist vorerst gescheitert. Die Seefelder Klinik möchte sich nicht beteiligen – deshalb sehen die Verantwortlichen keine Wirtschaftlichkeit mehr.

Geplant war, zwei Trassen der Energiegenossenschaft Starnberger See und des Holzfachhandels Peter Schlecht zu einem Netz zusammenzulegen. Dieses Netz und die Trasse der Energiegenossenschaft vom Klinikum Seefeld bis zur Grundschule wird es nun nicht geben, wie Vorsitzender Gerd Mulert sagt: „Wir haben das Nahwärmenetz ad acta gelegt.“

Seniorenzentrum am Pilsensee: „Ein kleines Licht am Horizont“

Die Absage kam aus Starnberg – das dortige Klinikum hat die Seefelder Klinik übernommen. Und an deren 20 Jahre alten Heizkessel will man festhalten. Mulert hofft aber: „Dass es ein Umdenken geben kann, war zwischen den Zeilen herauszulesen.“ Er sagt: „Deren Heizung ist uralt. Wenn morgen was passiert, muss die Klinik was machen.“ Den 20 Jahre alten Kessel zu behalten, sei „keine innovative Lösung“. Mulert schätzt, dass die Klinik mit einer besseren Energieversorgung jährlich knapp 200 000 Euro einsparen könnte. „Ein Umdenken kann aber zu spät sein“, sagt er. Die 15 Interessenten für die Trasse würden nach und nach ihre alten Heizungen erneuern und dann vielleicht keinen Bedarf mehr haben.

Im Hintergrund tut sich aber eine mögliche Lösung auf. Mulert sieht im Seniorenzentrum Pilsensee „ein kleines Licht am Horizont“. Von Verantwortlichen habe er grundsätzliches Interesse gehört. Das Seniorenzentrum werde in Richtung der Grundschule erweitert. Denkbar sei demnach im Keller der Schule oder des Seniorenstifts ein kleines Blockheizkraftwerk, das auch umliegende Nachbarn versorgen könnte. Für eine richtige Trasse würde das „aber eher nicht reichen“.

Unternehmer Schlecht: Eigene Trasse lohnt sich nach etwa 30 Jahren

Derzeit bleibt die Energiegenossenschaft auf Planungskosten im niedrigen fünfstelligen Bereich sitzen. Mulert betont aber: „Wir treten an, um die Energiewende umzusetzen. Da muss man mal ein Risiko in die Hand nehmen.“

Unterdessen hält Unternehmer Schlecht an seiner eigenen Trasse im unteren Ortsteil von Oberalting fest: „Wir werden das durchziehen.“ Er glaubt an einen steigenden Ölpreis und rechnet mit einer steigenden Nachfrage nach Hackschnitzeln. Damit er seine Trasse umsetzt, muss es etwa 50 Abnehmer für 2000 Megawatt geben. „Nach 30 Jahren kann man da als Unternehmer mit einem blauen Auge rausgehen.“ Gibt es nicht genügend Interessenten, möchte Schlecht dennoch ein Blockheizkraft auf seinem Gelände errichten.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Weßling trägt die Rote Laterne
Weßling steht schlecht da im ökologischen Landkreis-Vergleich. Im Fokus stehen DLR, Autofahrer und Sporthalle.
Weßling trägt die Rote Laterne
Hindenburgstraße bleibt breiter als geplant
In einigen Monaten rollen die Bagger an und bauen die Hindenburgstraße und den Sternweg in Pöcking um, um die Schulwegsicherheit zu verbessern. Allerdings wird anders …
Hindenburgstraße bleibt breiter als geplant
Zusammenhalten für Zaman
Asylbewerber Zaman Ahmadzai arbeitet beim Pizzaservice Steinebach. Sein Umfeld lobt ihn als bestens integriert – doch der Afghane soll abgeschoben werden. Seine Freunde …
Zusammenhalten für Zaman
Qualität vor Tempo
Der Umbau des Dießener Klosters St. Vinzenz in eine psychosomatische Klinik dauert an. Aber gut Ding will Weile haben. Das gilt insbesondere für die Sanierung von …
Qualität vor Tempo

Kommentare