So hätte das neue Rathaus in Seefeld aussehen sollen. Nach wie vor scheint ein Neubau die beste Alternative. Aber nun fehlt das Geld. 

Neues Rathaus in Seefeld

Neue Finanzlage überrumpelt Arbeitskreis

Seefeld - Das Thema Rathausneubau treibt Seefelds Räte weiter um. Doch nun haben sich auch die finanziellen Vorzeichen  entscheidend geändert. Gestritten wurde trotzdem.

Per Bürgerentscheid entschieden sich die Seefelder im Oktober 2014 gegen den Neubau eines modernen Rathauses an der Hauptstraße und dafür, zu prüfen, ob nicht ein Anbau/Neubau am alten Standort möglich sei. Seither ist viel passiert: Die Verwaltung ist in den Technologiepark gezogen, eine Fachfrau hat in einer Organisationsanalyse eruiert, wie viel Platz eine zukunftsfähige Seefelder Verwaltung brauchen würde, und Experten haben belegt, das ein Anbau/Neubau beim Alten Rathaus in diesem Sinne nicht realisiert werden kann. Daraufhin trafen die Gemeinderäte im Januar 2016 die Entscheidung, das Thema Anbau/Neubau am alten Standort zu den Akten zu legen. 

Im Oktober 2015 veranstaltete der Arbeitskreis zum weiteren Vorgehen in Sachen Rathaus ein Bürgerforum. Dort hatte der Technologiepark als Bleibe für die Verwaltung große Zustimmung gefunden. Die Meinungen, ob das nun der Weisheit letzter Schluss ist, gehen jedoch immer noch auseinander. Also beleuchtete der Arbeitskreis vier Optionen: den Verbleib im Technologiepark zur Miete oder zum Kauf, einen Neubau an der Hauptstraße oder einen Neubau an der Ulrich-Haid-Straße. Die Arbeitsweise war komplex, wie Solveig Grundler den Gemeinderäten in der Sitzung am Dienstag im Detail erklärte. Sie hatte die zahlreichen und langen Sitzungen des AK moderiert. Zu den Mitgliedern des AK zählen Fritz Cording, Imke Friedrich und Stefan Futterknecht von der Verwaltung sowie die Gemeinderäte Dr. Brigitte Altenberger (SPD), Dr. Oswald Gasser (FDP), Sepp Schneider (CSU), Johanna Senft (BVS), Evelyn Villing (Grüne)und Josef Wastian (FWG).

Das Ergebnis der zahlreichen Treffen: Der Neubau eines Rathauses an der Hauptstraße in Seefeld macht unter Berücksichtigung zahlreicher Faktoren wie Wirtschaftlichkeit, Funktionalität, Ortsentwicklung und Nachhaltigkeit nach wie vor am meisten Sinn. Ein Neubau an der Ulrich-Haid-Straße landete nach Punkten auf Rang zwei, gefolgt vom Kauf des Technologieparks und schließlich der weiteren Miete desselben. Während der AK grübelte, haben sich in der Gemeinde allerdings die Vorzeichen geändert. Der größte Gewerbesteuerzahler wird in Zukunft über die Schweiz und USA abrechnen, für die Gemeinde Seefeld schrumpfen damit die Einnahmen um mehrere Millionen Euro. Dazu kommt die Situation des Krankenhauses: Um die Klinik zu retten, sollen ein Anbau- oder ein Neubau her, was wiederum Konsequenzen für einen Rathaus-Neubau auf dem Grundstück daneben an der Hauptstraße haben könnte. Die Frage ist auch: Wie geht man bei klammer Kasse mit der Sanierung des Alten Rathauses um? Viele Fragen und Zweifel, die im Rahmen eines Bürgerforums Anfang Mai beantwortet werden sollen. Brigitte Altenberger schien selbst überrascht von dem Ergebnis des Arbeitskreises. „Wir waren wirklich um Objektivität bemüht und haben jeden Punkt diskutiert“, berichtete sie. 

Kritik kam von Dr. Robert Benoist (Grüne). Er sah den Bürgerwillen nicht berücksichtigt und kritisierte die Arbeitsweise. „Wir haben die Methodik nicht erfunden, sondern ein anerkanntes Werkzeug genutzt“, konterte Bürgermeister Wolfram Gum, der außerdem betonte, „dass wir finanziell derzeit keine Kapazitäten haben“. Bevor die Debatte ausartete, sorgte Evelyn Villing (Grüne) für ein Schlusswort: „Wir haben eine geänderte finanzielle Situation und andere Probleme am Hals.“ Der Termin für das Bürgerforum wird noch bekanntgegeben.

hvp

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