Unterzeichnen die Absichtserklärung: Gerd Muhlert, Bürgermeister Wolfram Gum und Peter Schlecht (v.l. Foto: Svj

Wärme aus Biomasse von einam für alle

Seefeld - Die Gemeinde Seefeld prüft mit Partnern ein Versorgungsnetz für Nahwärme aus einem Biomasse-Heizwerk. Die Absichtserklärung ist unter Dach und Fach.

Jüngst sagten Staats- und Regierungschefs führender Industrieländer beim G7-Gipfel in Elmau den fossilen Brennstoffen wie Öl, Kohle und Gas den Kampf an. Fast zur gleichen Zeit legte die kleine Gemeinde Seefeld mit lokalen und regionalen Partnern den Grundstein für eine regenerative Nahwärmeversorgung im Ort. Jetzt unterzeichneten Gerd Mulert (Energie-Genossenschaft Fünfseenland), Peter Schlecht von der gleichnamigen Firma sowie Bürgermeister Wolfram Gum eine Absichtserklärung. Ganz nach dem genossenschaftlichen Prinzip „Einer für alle, alle für einen“ soll in einem Gemeinschaftsmodell das Wärmenetz vom Technopark bis zum Krankenhaus den Bedarf von sechs Abnehmern (Schwesternwohnheim, Seniorenstift, Seniorenheim, Schule) abdecken. Das Biomasse-Heizwerk des Holzfachhandels soll ausgebaut und mit Sägespänen und Holzschnitzeln betrieben werden. Von hier aus fließt das Transport-Medium Heißwasser über 1400 Meter durch eine Leitung und versorgt mittels einer Übergabestation und einem Wärmetauscher die angeschlossenen Abnehmer. Das Angebot gilt nicht nur für die kommunalen Einrichtungen und Firmen, sondern soll auch an der Versorgungstrasse liegenden und Privathaushalten zugutekommen.

Die Planung spielt dem Klinikum in die Hände, denn dessen Heizung ist in die Jahre gekommen und muss ausgetauscht werden. So planen die Verantwortlichen ein hocheffizientes und deshalb ökologisch vorteilhaftes Blockheizkraftwerk, das Strom und Wärme produziert, den CO2-Ausstoß verringert und die Betreiber vom öffentlichen Netz weitgehend unabhängig macht, sagte Klinikleiter Thomas Deppenkemper. Zusätzlich möchte sich das Haus an der Nahwärmeversorgung anzuschließen.

Die Idee entstand vor zwei Jahren bei einem von der Regierung von Oberbayern angebotenen Energie-Coaching für Gemeinden. Daraus entwickelte sich unter Anleitung einer Münchner Beratungsfirma ein konkretes Projekt, das jetzt in die Umsetzung gehen soll. Voraussichtlich Ende Juni liegen den Gemeinderäten Unterlagen vor und nach der Gesellschaftsgründung „Wärmenetz“ wird die Projektierung vergeben. Erst die Wirtschaftlichkeitsprüfung entscheidet allerdings über Bau oder Nicht-Bau der Anlage. Und wenn alles glatt läuft ist die „Nahwärme für Seefeld“ 2016 betriebsbereit. Das Bio-Masse-Heizwerk soll komplett von der Firma Peter Schlecht finanziert werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Slalom fahren auf der Umfahrung
Einmal noch auf der Umfahrung radeln oder spazieren gehen: Zahlreiche Gilchinger folgten am Samstag der Einladung der Gemeinde zu einem „Blade Day“ auf der …
Slalom fahren auf der Umfahrung
Gymnasium-Begehren: Neue Klage
Das erste Bürgerbegehren zum Gymnasiumsstandort in Herrsching ist ein Fall fürs Verwaltungsgericht   - aber nicht wie geplant, am Dienstag. Die Initiatoren wollen auch …
Gymnasium-Begehren: Neue Klage
Anhänger löst sich während der Fahrt
Das hätte auch schlimmer enden können: Während der Fahrt hat sich am Freitag in Gauting in Anhänger selbstständig gemacht. 
Anhänger löst sich während der Fahrt
Mit italienischem Charme in den Wahlkampf
Mit italienischer Lebensfreude starteten die Freien Wähler Gilching am Donnerstag in den Wahlkampf. Antonio Inverso heißt der Kandidat, der die Liste für den Gemeinderat …
Mit italienischem Charme in den Wahlkampf

Kommentare