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Dem 19-jährigen BMW-Fahrer verordnete Richter Ralf Jehle ein Fahrsicherheitstraining. (Symbolbild)

19-Jähriger begeht Fahrerflucht

Neuen BMW vor Laterne gesetzt

Er wollte seinen brandneuen BMW bloß ein bisschen ausprobieren, doch dabei fuhr ein 19-Jähriger direkt gegen einen Laternenmast. Weil er sich von der Unfallstelle entfernte, ohne den Schaden zu melden, stand der Azubi nun vor Gericht.

Seefeld – Mitte April 2019 schlitterte ein Münchner Azubi mit seinem nagelneuen BMW in Seefeld gegen einen Laternenmast. Anschließend machte sich der angehende Schreiner (19) allerdings aus dem Staub. Vor dem Jugendgericht musste er sich jetzt wegen Unfallflucht verantworten.

„Es ist ein Fehler von mir gewesen, da gibt es auch nichts zu leugnen“, erklärte der 19-Jährige gleich zu Beginn der Verhandlung. Am Vortag des Unfalls hatte sich der Azubi einen hochmotorigen BMW gekauft und wollte diesen ungestört auf dem großen Parkplatz eines Seefelder Firmengeländes ausprobieren. „Ich wollte ein bisschen rumfahren“, bekannte der 19-Jährige. Die gut 140 PS seines neuen Geschosses überforderten den jungen Mann offenbar. Es dauerte nicht lange bis der Münchner sein driftendes Auto gegen einen Laternenmast setzte, der dadurch umkippte. Der Sachschaden beläuft sich auf gut 1700 Euro. Seinen neuen BMW hat der Azubi bereits für 600 Euro reparieren lassen.

Ein Augenzeuge meldete den Vorfall der Polizei

Zur Anzeige kam die Sache dank eines Augenzeugen, der die Driftübungen beobachtete und auch Fotos gemacht hatte. Wie genau der Unfall zustande kam, weiß der Angeklagte heute nicht mehr: „Ich bin wohl irgendwie von der Kupplung abgerutscht. Das Auto ist ausgebrochen, ich weiß es nicht mehr genau.“ Die Jugendgerichtshilfe hielt ein ADAC-Fahrsicherheitstraining plus Leseweisung für empfehlenswert und merkte an: „Der Vorfall ist sehr jugendtypisch. Ein neues Auto – cool – und losfahren.“

Jugendrichter Ralf Jehle folgte mit seinem Urteil dem Vorschlag der Jugendgerichtshilfe und verhängte ein Fahrsicherheitstraining sowie ein Leseprojekt für den jungen BMW-Fahrer. „Dass das eine Unfallflucht war, liegt auf der Hand. Der Geschädigte wäre auf dem Schaden sitzen geblieben, wenn der Angeklagte nicht beobachtet worden wäre“, machte Richter Jehle nach der Urteilsverkündung deutlich.  

Immer wieder verursachen Raser schwere Unfälle.Was steckt hinter dem rücksichtlosen Verhalten der überwiegend jungen Männer? Verkehrspsychologen suchen nach Erklärungen. *

von Nilda Höhlein

*Merkur.de gehört zum bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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