Schreckliches Zug-Unglück: Großeinsatz läuft - wohl mindestens ein Todesopfer

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Noch ist sie leer, die Liegewiese des Campingplatzes am Pilsensee: Martin Zerhoch und sein Team freuen sich ab morgigen Samstag wieder auf Badegäste. 

Campingplatz am Pilsensee

Badegäste wieder willkommen

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
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Die Corona-Pandemie hat den Campern auf dem Campingplatz am Pilsensee zuletzt sehr ruhige Wochen und eine freie Liegewiese beschert. Ab morgigen Samstag jedoch ist die Freifläche auch für Badegäste wieder geöffnet.

Seefeld – Mehr als 100 000 Übernachtungen jährlich von Besuchern aus aller Welt. Kaum zu glauben, aber diese Zahl gilt für den Ortsteil Seefeld. Genauer, den gräflichen Campingplatz am Pilsensee. Seit zehn Jahren kümmert sich Martin Zerhoch aus Andechs um die Liegenschaften des Grafen Cajetan zu Toerring-Jettenbach. Dazu zählt auch der Campingplatz, der zu seiner Gründung in den 1960er Jahren der größte in Bayern war und bis heute wohl einer der ältesten Anlagen ist. Zerhoch ist Prokurist der Campingplatz Pilsensee GmbH & Co. KG. Die vergangenen Monate hatten es allerdings in sich. Dass ab morgigen Samstag endlich auch wieder die Badegäste und damit die Menschen ringsum die Liegeflächen genießen können, ist einem ausgetüftelten Buchungssystem zu verdanken.

Die maximale Besucherzahl werden Zerhoch und das Campingplatzteam täglich aufs Neue berechnen, und zwar in Abhängigkeit von der Belegung der Campingstellplätze. Das erfordert einen höheren Personalaufwand. Geöffnet ist die Anlage daher montags bis sonntags und an Feiertagen von 9 bis 19 Uhr. Alle Tagesgäste müssen sich über ein Onlinebuchungssystem anmelden und auch zahlen. Es ist über die Internetseite www.camping-pilsensee zu erreichen. Dort hinterlegen die Besucher die notwendigen Daten. „Das verhindert eine Schlangenbildung am Eingang“, sagt Zerhoch. Der Verkauf von Karten vor Ort findet nicht statt, es gibt heuer auch keine Jahreskarten. Erwachsene zahlen für den Tag auf der Liegewiese wie gewohnt 4 Euro, Kinder 2. Die Parkplatzgebühr liegt bei 3 Euro.

„Wir haben schon drüber nachgedacht, die Gebühren zu erhöhen“, sagt Zerhoch. Der Campingplatz wird privatwirtschaftlich betrieben, die Unterhaltskosten sind hoch, und die Pandemie hat im Frühjahr Verluste eingebracht, deren Höhe noch gar nicht ermittelt werden kann. „Wir haben von 17. März bis 30. Mai nur Stornierungen bearbeitet“, sagt Zerhoch. Nach jeder Pressekonferenz zum Thema Corona habe es Hunderte E-Mails gegeben. „Es gab keine einheitlichen Regelungen. Jedes Bundesland hat es anders gemacht. Entsprechend gab es viele Fragen.“ An den Kosten für die Tagesgäste habe man trotz allem nicht schrauben wollen. „Wir sind jetzt erstmal froh, dass wir sie überhaupt willkommen heißen können.“

Auch die Camper fühlen sich wieder wohl am Pilsensee. Mittlerweile ist die Anlage gut belegt. Insgesamt gibt es 350 Stellplätze für Jahrescamper (die Plätze werden von Jahr zu Jahr vergeben und sind das ganze Jahr erreichbar) und 150 für Mobilheime inklusive sieben Chalets sowie einen großen Zeltplatz. Wer keinen Schlafplatz mitbringt, kann außerdem in einem umgebauten Jagdhäuschen oder zwölf Fässern übernachten. Und die erst 2018 erneuerten sanitären Anlagen bieten zehn Mietbäder, ein Luxus für 16 Euro täglich. Die Stellplatzkosten betragen zwischen 33 und 35 Euro für zwei Personen, Fahrzeug und Strom. Vor Ort gibt es ein Restaurant, einen Kiosk und einen kleinen Shop, den die Bäckerei Zobel aus Seefeld betreibt. Ernst Hans Zobel hat auch den Kiosk übernommen. 

Mit dem ganz normalen Tagesgeschäft rechnet Zerhoch in diesem sonderbaren Corona-Jahr trotz allem nicht mehr. Neulich erst musste er zu Gästen aus Gütersloh Kontakt aufnehmen, nachdem Ministerpräsident Markus Söder ein Beherbergungsverbot ausgerufen hatte. Zwei legten einen Corona-Test vor, zwei weitere stornierten. „Dort sind die Zahlen längst wieder normal. Jetzt ist Warendorf ein Problem“, sagt Zerhoch. Andere wollten wegen des Coronaausbruchs in Hechendorf stornieren. Zerhoch einigte sich mit den meisten auf einen Gutschein.

Ab dem morgigen Samstag werden Martin Zerhoch und die weiteren Mitarbeiter schauen, wie sich die Situation auf der Liegewiese entwickelt. „Wir fangen mit einer vorsichtigen Besucherzahl an“, sagt Zerhoch. Der Aufwand sei immens, aber hohe Sicherheit natürlich unverzichtbar. „Wir stehen in der Haftung“, erklärt Zerhoch. Wenn im Erholungsgebiet Oberndorf am Wörthsee jemand das Corona-Virus verteile, müsse niemand den Kopf hinhalten. „Wir hier aber schon.“

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