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Die Ackerfläche bei Gut Delling im hinteren Bildbereich ist wieder als Gewerbestandort im Gespräch. Ein Gutachten soll klären, ob die Fläche überhaupt geeignet ist - das beantragen Teile des Gemeinderats.

Naturschutz

Bund Naturschutz startet Online-Petition

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Die Diskussion über ein neues Gewerbegebiet bei Gut Delling im Aubachtal geht in die nächste Runde. Der Bund-Naturschutz hat eine Online-Petition gestartet.

Seefeld – Wie berichtet, erörtern Seefelds Räte am morgigen Dienstag (19 Uhr im Sitzungssaal des Technologieparks) einen entsprechenden Antrag, nach dem der Umgriff der Fläche erfasst und der festgelegte Bereich naturschutzfachlich überprüft werden sollen. Antragsteller sind die FDP-Fraktion und die Gemeinderäte Martin Dosch, Sebastian Haberkorn, Christoph Preininger, Robert Schindlbeck und Josef Schneider. Die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Seefeld hat daraufhin am vergangenen Wochenende eine Online-Petition gestartet (change.org/KeinGewerbegebietAubachtal).  

Als Begründung für das Gutachten führen die Antragsteller die Finanzlage der Gemeinde an. „Zur Konsolidierung (...) benötigt die Gemeinde Seefeld relativ kurzfristig eine Steigerung des Gewerbesteueraufkommens, die wohl nur durch Neuansiedlung von Unternehmen erreicht werden kann.“ Eine Kenntnis der Faktenlage werde auch zu einer Versachlichung der Diskussion im laufenden Ortsplanungsprojekt beitragen. Bis nach der Kommunalwahl wolle man nicht warten, weil dies eine Verzögerung eines möglichen Verfahrens um Monate bedeuten würde.

„Die Antragsteller erhöhen damit den Druck für eine großflächige Versiegelung in einem sensiblen Gebiet“, kritisiert Constanze Gentz, Vorsitzende der Bund-Naturschutz-Gruppe, in einer Pressemitteilung. Damit würden vorzeitig Fakten geschaffen, während der Prozess der Ortsentwicklung aufgrund der Kommunalwahl ausgesetzt sei. Erst im Herbst 2020 sei die Ableitung von Maßnahmen und Schlüsselprojekten vorgesehen. „Hier wäre erst der richtige Zeitpunkt zur Diskussion eines solchen Vorhabens.“ Einnahmen aus einem neu zu entwickelnden Gewerbegebiet könnten frühestens in vielen Jahren realisiert werden. „Der aufgebaute Zeitdruck ist somit nicht zielführend. Ob angesichts der notwendigen Infrastruktur-Lasten überhaupt Einnahmen fließen werden, ist ungewiss.“ Ein Gewerbegebiet in der anvisierten Größe von zwölf bis 15 Hektar sei unvereinbar mit dem Ziel der bayerischen Staatsregierung, den Flächenverbrauch auf fünf Hektar pro Tag für ganz Bayern zu begrenzen. Das bedeute für Seefeld einen maximalen Verbrauch von etwas unter einem Hektar pro Jahr. „Seefeld muss endlich die Flächenspar-Vorgaben der Staatsregierung erfüllen“, meint Gentz.

Alle genannten Gemeinderäte, die den FDP-Antrag mittragen, kandidierten bei der Kommunalwahl 2014 noch für die CSU. Während Haberkorn und Dosch aus der Kommunalpolitik aussteigen, stehen Preininger, Schindlbeck, Schneider bei der Kommunalwahl 2020 auf der Liste des Seefelder Bürgervereins (BVS).

Die Bürgerinitiative Eichenallee unterstützt die Petition. Und kritisiert den BVS. Dieser setze sich in seinem Programm für den Schutz des Aubachtals ein. „Wenn ich das Aubachtal schützen möchte, kann ich nicht gleichzeitig die Bebaubarkeit prüfen“, so Ortwin Gentz in einer Pressemitteilung.  

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