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Musikalische Reisegruppe über dem Geiranger-Fjord: Der Chor Cappella Vocale aus Hechendorf hat die Heimat seiner Dirigentin Adele Eikenes Bassermann (l.) besucht. 

Unterwegs in Norwegen

Chor Cappella Vocale auf Reisen

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Der Hechendorfer Chor Cappella Vocale war in Norwegen unterwegs. Und hat dort auch ordentlich gesungen.

Hechendorf – „Unglaublich!“ Dieses Wort fällt ziemlich oft im Gespräch mit Lara Meuser, Vorsitzende des Vereins Cappella Vocale Hechendorf. Hinter dem gleichnamigen Chor liegt eine rund einwöchige Reise nach Norwegen, in die Heimat der Sängerin Adele Eikenes Bassermann, die zugleich Gründerin und Dirigentin des Chors ist (wir berichteten). In ihrem Heimatort Sandane, Gemeinde Gloppen, wurden die 45 Sängerinnen und Sänger mit offenen Armen empfangen.

Für Adele Eikenes Bassermann war die Reise nach Norwegen „ein Herzensprojekt“. Vor zwei Jahren begann die grobe Planung, seit einem Jahr war die diplomierte Gesangs- und Klavierpädagogin mit den Details beschäftigt. Eikenes Bassermann lebt seit 1992 nicht mehr in Norwegen, 2002 zog sie nach Hechendorf. Einmal im Jahr mindestens geht’s in die alte Heimat, und im vergangenen Sommer schließlich zurrte die Musikerin das Programm fest. „Das war viel Arbeit und auch anstrengend. Aber letztlich wurden alle Erwartungen übertroffen“, freut sich die 52-Jährige.

Im Gepäck hatte die Reisegruppe weltliches Repertoire, aber auch Kirchenmusik. Die Norweger waren auf den Besuch aus Bayern bestens vorbereitet. „Überall hingen Plakate von uns“, berichtet Meuser. Der Bürgermeister der knapp 6000 Menschen zählenden Ortschaft begrüßte die Gäste, und auch die Zeitung berichtete. Dazu kam das klassische Touristenprogramm mit einer Fährfahrt durch den Geiranger-Fjord und einer Busfahrt auf dem 1500 Meter hoch gelegenen Geiranger Skywalk.

Doch der Chor, dessen Mitglieder aus Seefeld und allen umliegenden Gemeinden kommen, war vor allem zum Singen dort. Und das machte er richtig gut. „Ich war sehr stolz auf meinen Chor“, schwärmt Eikenes Bassermann. Das erste Konzert stand unter dem Motto „Gloppen – Bayern – Grenzenlos“ und fand gemeinsam mit dem Gloppen Janitsjar Blasorchester statt. Im Rahmen des Konzerts erhielt dessen Dirigent John-Rune Ødven die höchste Auszeichnung Norwegens. „Wir waren sehr bewegt und gerührt, dass unser Konzert für die Übergabe des Preises ausgewählt worden war“, erzählt Meuser. Der bayerische Chor sang zudem bei einem Freiluftgottesdienst und trat in der Kirche mit dem Kirchenchor auf. In der gleichen Kirche war Eikenes Bassermann auch getauft worden, und sie hat dort geheiratet.

Meuser war überwältigt von der Gastfreundschaft. „Wir wurden sehr oft eingeladen. Für die Gastgeber bedeutete dies, dass immer 45 Leute kamen. Aber die Norweger sind sehr entspannt.“ Da Sandane sehr abgelegen liege, nähmen die Menschen das Kulturprogramm sehr ernst. „Und die Musikgruppen sind sehr, sehr gut.“ Das Leben sei ein anderes. „Im Wirtshaus zu sitzen, das kennen die Norweger nicht.“ Kein Wunder und auch durch die Preise erklärbar: „Ein Glas Wein kann da schon 15 Euro kosten.“ Also werde zu allen Gelegenheiten Kaffee getrunken.

Natürlich wird ein Gegenbesuch folgen. 2021 soll das Gloppen Janitsjar Blasorchester Hechendorf besuchen. „Die Gemeinden haben viele Ähnlichkeiten“, findet Eikenes Bassermann. Und wer weiß, vielleicht entstehe eines Tages sogar eine Partnerschaft zwischen den Musikern und den Gemeinden. 

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