+
Zwischen dem Feuerwehrhaus (r.) und der Baufirma Dosch am Oberfeld in Hechendorf sollte ursprünglich ein 50 mal 60 Meter großer Kleinfeldplatz entstehen. Wegen der Böschung hinter den Gebäuden wird das aber zu teuer. Nun gibt’s erst mal nur einen Bolzplatz. 

Ortsentwicklung

Ein Bolzplatz als Zwischenlösung

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
    schließen

Ein Kleinfeldplatz für den TSV Hechendorf: Diesem Ziel ist der Sportverein in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend nicht näher gekommen, im Gegenteil.

Hechendorf–  „Wir sind mit einer Idee rein und mit leeren Händen raus“, kommentierte Fußball-Abteilungsleiter Niki von Dehn die Lage.

Wie berichtet, sollte ursprünglich am Oberfeld in Hechendorf ein 50 mal 60 Meter großer Fußballplatz entstehen. Da jedoch das in dem Areal ansässige Bauunternehmen Dosch der Gemeinde weitere 1000 Quadratmeter abgekauft hat, wird es nun knapp für den Platz. Eine Verschiebung in Richtung Böschung sorgt – neben der zeitlichen Verzögerung – für höhere Baukosten. Von 1,2 Millionen Euro ist die Rede. Wegen der angespannten Finanzlage hat die Gemeinde den Fußballern angeboten, an gleicher Stelle einen 45 mal 55 Meter großen Platz zu bauen – für 800 000 Euro.

„Der hilft den Fußballern gar nicht“, stellte TSV-Chef Thomas Rogorsch in der Sitzung am Dienstag fest. Der Platz sei zu klein. Und dafür seien 800 000 Euro zu teuer. Er schlug vor, stattdessen am Oberfeld einen schlichten Bolzplatz anzulegen, ohne Entwässerung und ohne Flutlichtanlage. „Dafür braucht man das Gelände nur abzuschieben.“ Damit könne der TSV eine gewisse Zeit überbrücken. Im Gegenzug sollen alle Beteiligten konzentriert nach einer Fläche für ein Sportgelände suchen. Verläuft diese Suche erfolglos, „werden wir auf den 50 mal 60 Meter großen Platz am Oberfeld zurückgreifen“, kündigte Rogorsch an. Beim TSV spielen derzeit 15 Fußballmannschaften. Von Dehn geht von rund 300 Fußballern aus.

Von allen Fraktionen gab es für den TSV-Vorschlag Lob. Martin Dosch (CSU) plädierte dafür, einen Masterplan zu machen, „in dem der TSV nicht runterfällt“. Dr. Robert Benoist (Grüne) blieb pessimistisch. „Ich sehe nicht, dass sich die Situation für den TSV verbessert.“ Peter Schlecht (FWG) konnte sich schon wegen der Finanzlage nicht vorstellen, dass, sollte tatsächlich eine Fläche gefunden werden, dort sofort ein ordentlicher Fußballplatz gebaut werden kann: „Uns muss klar sein, dass wir auch nicht an anderer Stelle mit einer großen Sportanlage starten können.“ Ein Kleinfeldplatz am Oberfeld sei für ihn allerdings auch immer schon eine Notlösung gewesen. „Mir fehlt dort der Charme, dass sich was entwickeln kann.“

Auch Christian Wagner (CSU) fand die Bolzplatz-Idee gut. Der TSV sei lange vertröstet worden. „Aber es gab vom TSV auch unterschiedliche Aussagen, das hat es für uns schwierig gemacht.“ Er appellierte an die Sportvereine der Gemeinde, zusammenzuarbeiten. Der TSV Oberalting verfügt über eine Anlage samt Kunstrasen, die auch vom TSV Hechendorf genutzt wird. „Die Gräben sind kleiner geworden“, sagte Dosch.

Sollte eine Fläche für eine Sportanlage gefunden werden, „fangen wir auch gleich mit einem Großfeld an und nicht, wie Herr Schlecht sagt, mit einem Kleinfeldplatz“, so Dosch. Er schlug auch vor, bei der Entwicklung einer Sportanlage an anderer Stelle die Fläche am Oberfeld für Gewerbe zu nutzen. „Sie sollte der Allgemeinheit zur Verfügung stehen“, konterte Benoist. „Sie kommt auch versiegelt der Allgemeinheit zugute, weil dort Arbeitsplätze entstehen“, ging Gum dazwischen. Nur Sebastian Haberkorn (CSU) warnte vor der Bolzplatz-Lösung am Oberfeld: „Wenn die gebaut wird, bleibt sie lange bestehen.“

Die Verwaltung wird nun prüfen, was der Bau eines schlichten Bolzplatzes am Oberfeld kostet. Und der neue Gemeinderat wird sich, unterstützt vom Lenkungskreis der Ortsentwicklung, auf die Suche nach einer Fläche machen. Selbst wenn es diese geben sollte, wird die Entwicklung Jahre dauern. „Ihr bleibt uns im Nacken, aber einfach wird das nicht“, sagte Gum an den TSV gewandt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Krawall-Nacht vor Starnberger Polizeiinspektion: So lauten die Urteile
Krawall-Nacht vor Starnberger Polizeiinspektion: So lauten die Urteile
Schwer verletzt nach Autounfall: 22-Jährige prallt zwischen Gilching und Gauting gegen Baum
Schwer verletzt nach Autounfall: 22-Jährige prallt zwischen Gilching und Gauting gegen Baum
25 Standorte um 5G erweitert: Telekom rüstet im Landkreis Starnberg auf
25 Standorte um 5G erweitert: Telekom rüstet im Landkreis Starnberg auf
SARS-CoV-2: Zwölf Lehrer in Quarantäne
SARS-CoV-2: Zwölf Lehrer in Quarantäne

Kommentare