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Dankbare Blumenboten: (v.l.) Sohn Ben und Stiftleiter Ulf Walliczek, Geschäftsführer Patrick Kraller und Ulrich Pirzer vom gleichnamigen Blumengeschäft in Drößling. 

Ein Moment der Wertschätzung

Leiter und Geschäftsführer des Seniorenstifts am Pilsensee in Seefeld haben auf ihre Weise Danke gesagt. 

Seefeld – „Ihr seid Held*innen“ steht in roten Buchstaben auf einem Banner am Seniorenstift Pilsensee. Es richtet sich an die 45 Mitarbeiter des Stifts, die seit Beginn der Corona-Krise ununterbrochen im Schichtbetrieb arbeiten, um die Versorgung der Stiftbewohner unter Quarantäne zu garantieren. Für diesen Einsatz wollten sich Stiftleiter Ulf Walliczek und Blumenhändler Ulrich Pirzer bedanken. Sie brachten den anwesenden Pflegern, Verwaltungs-, Küchen- und Putzkräften das Banner und verschiedene Blumen mit.

„Ich wollte zwischen all der Weltuntergangsstimmung mal für einen Moment Wertschätzung sorgen“, sagt Wallizcek. Der Heimleiter hat das Banner schon vor einer guten Woche bestellt, Pirzer rief zufälligerweise am Montag danach bei ihm an. „Blümchen sind da, um Menschen Freude zu bereiten. Im Augenblick vor allem den Menschen, auf die das System angewiesen ist“, begründet Pirzer seinen Anruf. Narzissen, Tulpen und Primeln legte der Blumenhändler für die Angestellten vor dem Stift aus. Persönlich übergeben konnte er sie nicht – Sicherheitsabstand musste sein.

Dass Senioren des Stifts in Quarantäne müssen, ist für die Belegschaft prinzipiell keine Ausnahmesituation. Das Durchschnittsalter der Bewohner liegt bei 80 Jahren, sodass auch bei anderen viralen Infekten die erkrankten Senioren isoliert werden müssen. Zurzeit werden aber alle 50 Bewohner getrennt voneinander verpflegt. Die Einzelbetreuung verlangt den Mitarbeitern viel ab: „Wir können keine Hand entbehren“, sagt Walliczek. „Die neuen Vorkehrungen sind in der Summe eine Mehrbelastung für unser Personal.“ Auch kleinere Maßnahmen wie zum Beispiel die Schutzhandschuhe vor jedem Zimmerbesuch wechseln zu müssen, bedeuten im Laufe des Tages mehr Stress.

Neben den verschärften Hygienemaßnahmen gilt zurzeit auch eine Urlaubssperre für die Angestellten. Hinzu kommen Personalausfälle, da auch Mitarbeiter in Quarantäne gehen müssen, sobald auch nur der entfernteste Verdacht einer Infektion besteht. Zwei Mitarbeiterinnen seien vergangene Woche zu Hause geblieben, berichtet der Stiftleiter und betont: „Das war eine rein präventive Maßnahme, aber wir brauchen mehr Tests. Personal in den Krankenhäusern und der Pflege sollte außerdem Vorrang haben.“

Fallen die Testergebnisse negativ aus, wird weitergearbeitet. Auch an Schutzkleidung zu kommen sei schwierig, vor allem der richtige Mundschutz lasse auf sich warten, sagt Walliczek. Aber die Mitarbeiter seien weiter motiviert, sich voll und ganz auf die Verpflegung der Heimbewohner zu fokussieren. Seit 35 Jahren folgt das Seniorenstift diesem Konzept.

Das Heim wurde damals von Anke und Dieter Walliczek, den Eltern des Stiftleiters, gegründet. Ihr Sohn führt die Einrichtung seit sechs Jahren und hat große Pläne. Bis Ende 2020 soll sich das Stift von einem Ort der stationären Pflege hin zu einem Wohnquartier wandeln. Dabei stehen die Selbstbestimmung der Bewohner und die Teilhabe von Familien, Nachbarn und Ehrenamtlichen im Vordergrund. „Wir sehen gerade durch Corona, dass der Wille zu helfen bei den Menschen in Seefeld da ist“, sagt Walliczek. „Ich hoffe, dass diese Solidarität nachhaltig ist, und Leute auch nach der Krise bei unserem neuen Projekt mitmachen.“ 

abp

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