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Übergabe vor der Verwaltung: Bürgermeister Klaus Kögel (vorn, Mitte) nahm die Petition gegen Gewerbe im Aubachtal von Constanze Gentz (vorn, l.) Ildiko Gaal-Baier (vorn, 2.v.r.) und Günther Schorn (r.) entgegen. 

Ortsentwicklung in Seefeld/Gewerbe

Fläche bei Gut Delling bleibt im Rennen

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
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Fachbehörden sollen in der Gemeinde Seefeld mit Blick auf Gewerbeentwicklung mehrere Flächen begutachten. Trotz eines Antrags und einer Petition dagegen, bleibt auch ein Areal bei Gut Delling im Rennen. 

Seefeld – Schuld an allem ist der Begriff „Scoping“. Und eine Sitzung im Januar, an deren Ende niemand so genau wusste, wie genau der Beschluss lautete zum Thema: Flächen finden für Gewerbe in der Gemeinde Seefeld. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag versuchten Seefelds Räte die Sache ins Lot zubringen. Am Ende gab es wieder enttäuschte Gesichter.

Im Januar beschlossen Seefelds Gemeinderäte, per „Scoping“ mehrere Flächen im Gemeindegebiet auf eine Tauglichkeit als Gewerbestandort anzuschauen. Der Begriff „Scoping“ führt dabei in die Irre. Er wird unterschiedlich ausgelegt und verunsicherte vor allem den Bund Naturschutz, dem eine Untersuchung einer Fläche bei Gut Delling damit viel zu weit geht.

„Zu dem Begriff sind in den Köpfen unterschiedliche Ideen vorhaben“, sagte Bürgermeister Klaus Kögel in der Sitzung am Dienstagabend. Stefan Futterknecht vom Seefelder Bauamt nahm den Begriff „Scoping“ dann auch aus dem Rennen und ersetzte ihn durch „informelles Fachbehördengespräch“ oder auch „Erörterungstermin“. Dafür würden unterschiedliche Behörden eingeladen, die dann eine fachliche Einschätzung geben würden.

Es ging in der Beschlussvorlage um vier Flächen (Gut Delling, Gewerbepark Seefeld, Ecke Inninger Straße/Oberfeld, Kammerloher Stadl) sowie Vorschläge aus der Bürgerbeteiligung, die nicht definiert waren. In der Sitzung lag ein Antrag von Grünen/BI, CSU und SPD vor, die Prüfung auf den Standort an der Ecke Oberfeld/Inninger Straße und beim Gewerbepark am Jahnweg in Oberalting zu begrenzen.

Bevor die Diskussion beginnen konnte, versuchte Dr. Oswald Gasser (FDP) den Antrag per Geschäftsordnungsantrag abzusetzen. „Weil es keine neuen Gesichtspunkte gibt.“ Sein Vorhaben scheiterte mit 12 zu 7 Stimmen.

BVS und FWG vertraten die Meinung, so viele Standorte und so viel Input wie möglich einholen zu wollen. „Vielleicht sind Gut Delling und die Inninger Straße ja die schlechtesten Flächen“, sagte Peter Schlecht (FWG). Petra Gum (FWG) sprach von einer „Chance, die man wahrnehmen müsse“. Johanna Senft (BVS) plädierte „auf der Basis von Transparenz, dass wir uns alles anschauen“.

Ortwin Gentz (Grüne/BI) argumentierte, man wolle eine jahrelange Prüfung von Standorten verhindern. „Das ist ein ewig langer Prozess – wir sollten uns auf die Bereiche konzentrieren“, sagte auch Arnulf Daxer (CSU). Claudia Winter (CSU) schlug schließlich vor, nur Gut Delling aus der Liste für ein Fachgespräch zu entfernen. Gentz wollte auch die so genannte Lamawiese am Ortsausgang Hechendorfs herausgenommen wissen. Um diese war es bis dahin im Beschlussvorschlag nicht gegangen, sie war aber auf einer Skizze der Verwaltung eingezeichnet.

Geschäftstellenleiter Fritz Cording versuchte dann, Ordnung in die unterschiedlichen Anträge zu bringen. Der erste, von SPD, Grünen/BI und CSU, wurde abgelehnt. Ein zweiter, also ein Fachgespräch ohne Delling und die Lamawiese, fiel ebenso durch wie ein Gespräch ohne Gut Delling. Die Räte beschlossen letztlich mit 12 zu 7 Stimmen, das Fachbehördengespräch auf sämtliche Flächen anzuwenden. In Vergleich zu dem Antrag von Januar hatte sich somit nur die Begrifflichkeit geändert, und die Lamawiese war nun plötzlich im Spiel. Diese (ebenfalls an der Inninger Straße, gegenüber der Fläche Ecke Oberfeld/Inninger Straße) gehört einem Landwirt, der Acker bei Gut Delling der Stadt München.

Am nächsten Tag herrschte Katerstimmung bei den Grünen/BI und auch der CSU. Daxer bekräftigte im Gespräch mit dem Starnberger Merkur erneut: „Gewerbe wird es mit uns an dieser Stelle bei Gut Delling nicht geben.“

Enttäuschung auch bei der Seefelder Bund-Naturschutzgruppe. Diese übergab am Mittwoch, wie angekündigt, Bürgermeister Kögel die Online-Petition gegen Gewerbe auf der Fläche bei Gut Delling, beziehungsweise an der Eichenallee im Aubachtal. Bis Mittwoch hatten 5401 Menschen unterschrieben. „Sechs Monate nach der Wahl haben wir die selbe Situation, sogar mit einer weiteren Fläche“, kritisierte BN-Ortsvorsitzende Ildiko Gaal-Baier. BN-Kreischef Günter Schorn hofft indessen, zu dem Fachgespräch geladen zu werden. „Behörden haben bei Fachgesprächen eher eine Beißhemmung. Wir sind freier zu sagen, was dahinter steckt.“ 

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