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Der CSU-Chef und der Kandidat: Klaus Kögel (l.) nahm von Seefelds Vorstand Arnulf Daxer Glückwünsche zur Wahl entgegen.

Kommunalwahl 2020

Klaus Kögel geht für Seefelds CSU ins Rennen

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Mit einem unbeschriebenen Blatt wagt Seefelds CSU den Neuanfang: Am Freitagabend wählten die Mitglieder Klaus Kögel aus Hechendorf zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. In seiner Antrittsrede warb der Marketingexperte und Wirtschaftsmediator für Geschlossenheit und kündigte an, als Brückenbauer alle Seefelder mitnehmen zu wollen.

Seefeld– 32 Wahlberechtigte und zahlreiche Zuhörer sorgten für ein volles Sudhaus im Schloss. In den vergangenen Wochen hatte sich Kögel schon bei vielen von ihnen vorgestellt. Denn er wohnt zwar seit siebeneinhalb Jahren mit seiner Frau Gundi in Hechendorf. Als aber die CSU im Februar überraschend fast alle CSU-Gemeinderäte aus dem Vorstand drängte und die langjährige Vorsitzende Doris Kramp-Cichon durch Arnulf Daxer ersetzte, war Kögel „noch nicht einmal stimmberechtigt“, wie er erklärte. Er ist erst seit Januar CSU-Mitglied.

Kögel, Jahrgang 1958, wuchs in Krailling auf und lebte 23 Jahre in der Nachbargemeinde Wörthsee. Seine Ehefrau Gundi ist dort bis heute im Vorstand der Nachbarschaftshilfe. Das Paar hat drei erwachsene Kinder und ein Enkelkind. Nach dem ersten juristischen Staatsexamen änderte Kögel seine Zielsetzung und studierte Marketing und Kommunikation. Derzeit ist er im Management eines Unternehmens aus der Kälte- und Klimabranche in Sindelfingen tätig. Diese Beschäftigung beendet Kögel im Dezember.

Er habe gelernt, „dass Konflikte oft unnötige Verschwendung von Ressourcen sind“, stellte Kögel in seiner Antrittsrede fest. Für ihn stehen eine übergreifende Zusammenarbeit, transparente Kommunikation mit allen Interessensvertretern sowie der Perspektivwechsel im Vordergrund: „Die Dinge einfach mal von der anderen Seite anzuschauen hilft ungemein, weil man die Position des anderen besser versteht.“ Hohen Wert misst er dem Dienstleistungsgedanken auch einer Behörde bei. Er wolle dazu beitragen, „dass unsere schöne Gemeinde ihre hohe Lebensqualität erhält und sogar noch verbessert“. Die CSU solle als stärkster Ortsverband auch in Zukunft hinter dem Lenkrad sitzen.

Verbesserung der Infrastruktur, Schaffung von Begegnungsstätten, Natur-, Landschafts- und Klimaschutz sowie die Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft – das sind Schlagworte aus Kögels Agenda. Dazu kommt die stärkere Nutzung von Fördermitteln für Projekte in Seefeld.

„Man muss schon aufpassen, das man nicht zu viel verspricht“, sagte Kögel im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Daher seien die Fördermittel auch so wichtig. Er sei immer für Zusammenarbeit, und zwar mit allen Seefelder Fraktionen. Sich selbst bezeichnete Kögel auch als „grünen Schwarzen“ – seine Frau ist Mitglied der Seefelder Grünen. „Das sorgt bei uns daheim für eine fruchtbare Diskussion“, befand er.

Die amtierenden Gemeinderäte Josef Schneider, Christian Wagner Sebastian Haberkorn und Christoph Preininger waren nicht da. Kögel bedauerte das. „Wir haben mit allen Gespräche geführt und ich hätte mir gewünscht, dass mehr von ihnen kommen“, sagte er dem Starnberger Merkur. „Aber wer nicht mitspielen möchte, spielt nicht mit.“ Er sei jedoch immer offen.

 Josef Schneider sagte gestern auf Rückfrage, er habe nicht für Unmut sorgen wollen. Für ihn persönlich stehe jedoch fest, dass er sich nach dem Vorfall im Frühjahr für die CSU-Gemeinderatsliste nicht mehr aufstellen lassen werde. „Ich kann mit der Art und Weise nicht umgehen. Und ich kann auch nicht so tun, als wäre nichts gewesen.“ Bei der Vorstandswahl im Februar waren die genannten Gemeinderäte entgegen der Absprache nicht mehr in den Vorstand gewählt worden. Auch Doris-Kramp-Cichon verfolgte die Veranstaltung. „Es gibt auch noch was anderes als die CSU“, sagte sie. Aber interessieren würde sie der Ortsverband natürlich trotzdem noch. 

So oder so, die CSU-Mitglieder im Sudhaus waren von ihrem Kandidaten überzeugt. 31 Anwesende stimmten für ihn, es gab eine Gegenstimme.

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