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Das Hauptgebäude, Ansicht von Osten. In dem großen Gebäude sind Appartements und Demenzwohngruppen vorgesehen.

Seniorenwohnheim in Seefeld

Konzept steht, Bagger kommt

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In Seefeld beginnt in diesem Frühling der Bau eines Seniorenwohnheims. Nach zehn Jahren Planung. 

Seefeld – Das Konzept ist spruchreif, der Bauantrag genehmigt: In den nächsten Wochen wird an der Ulrich-Haid-Straße in Seefeld mit dem Bau eines Seniorenwohnheims samt Tagespflege begonnen. Bauherr Ulf Walliczek, Geschäftsführer des nur wenige Meter entfernt liegenden Seniorenstifts Pilsensee, will zeitnah im Rahmen einer Infoveranstaltung über sein Vorhaben berichten.

Betreutes Wohnen, ein neues Rathaus: Es gab schon viele Pläne und auch Investitionen, was die Wiese zwischen Ulrich-Haid-Straße und Hedwigstraße angeht. Dass sich ein Rathaus an der Stelle nicht realisieren lassen würde, war ziemlich bald klar. Für eine Erbengemeinschaft allerdings ging die Sache nicht so gut aus. Sie erhielt zwar am Rande der Fläche Baurecht, eine teure Planung für Betreutes Wohnen jedoch verschwand auf Nimmerwiedersehen in der Schublade. „Ich habe Gespräche mit den Familienmitgliedern geführt“, berichtet Walliczek. Ein gewisser Groll sei da noch spürbar. Dieser richte sich aber nicht gegen ihn, sondern eher gegen die Gemeinde, die das Projekt vor mittlerweile fast 15 Jahren mit zu hohen Auflagen belegt habe.

Bürgermeister Wolfram Gum kann sich gut erinnern an Sitzungen mit emotionalen Debatten, in denen es damalige, sehr streitbare Gemeinderäte den Planern schwer gemacht hätten. „Einer hat danach zu mir gesagt, das wäre sein Waterloo gewesen“, erinnert sich Gum. Letztlich kaufte die Gemeinde das Grundstück der Erbengemeinschaft ab. „Zu dem ortsüblichen Preis“, berichtet Gum.

Nun ist Walliczek (49) am Zug. In den nächsten Wochen ist Baubeginn, Ende 2020 sollen die ersten Bewohner einziehen. Das Konzept hat er mit Fachbehörden entwickelt. Geplant ist ein Hauptgebäude mit 22 Appartements auf zwei Etagen. Gedacht ist vor allem an Pflegewohnen für Ehepaare, bei denen ein Teil pflegebedürftig ist. „Wir wollen anbieten, was beide brauchen“, erklärt Walliczek. Das Konzept sei innovativ, „da müssen wir auch noch Hirnschmalz reinstecken“. Die Appartements wären so flexibel gestaltet, dass ihre Größe variabel sei. „Wir können aus einer Zweizimmerwohnung eine Dreizimmer- oder auch Einzimmerwohnung machen.“ Zudem ist Platz für zwei Demenzwohngruppen mit acht bis neun Plätzen, die sich autonom verwalten. „Wir bieten ihnen aber ambulante Betreuung an – und arbeiten eng mit ihren Betreuern und Angehörigen zusammen.“ Dem Hauptgebäude ist eine Tagespflege vorgelagert – mit 26 Tages- und vier Nachtpflegeplätzen. Im Stammhaus konzentriert sich das Personal indessen auf die medizinische Betreuung. Senioren, die im Krankenhaus waren zum Beispiel, „können wir dort wieder fit machen“, erklärt Walliczek.

Schon vor dem ersten Spatenstich hat Walliczek Anfragen. „Wir werden bald zu einem Infoabend einladen, in dem wir alle Fragen zu unserem Vorhaben beantworten“, kündigt er an. Wer das nicht abwarten möchte, kann sich jetzt bereits an die Einrichtungsleitung Nancy Hanisch wenden, z (0 81 52) 7 91 14 01.

Zehn Jahre Planungen liegen nun hinter Walliczek. „Die Welt ist heute eine andere“, sagt der 49-Jährige mit Blick auf die Altenpflege. Sein Seniorenstift bildet selber aus und hat darüber eine gewisse Unabhängigkeit vom Mark erlangt. Er will, dass sich die Mitarbeiter wohl fühlen. Dazu gehört beispielsweise ein transparentes Bezahlsystem. „Jeder weiß, was der andere verdient“, erklärt er. „Das tut allen gut und ist nach außen gut.“ Er wolle Mitarbeiter, die mit- und nach vorne denken. Die Branche sei hart, aber Walliczek meint, eine Veränderung zu spüren. „Die Diskussion verändert sich, die Wertschätzung wächst.“

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