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Ein Foto aus der Bauzeit am Oberfeld in Hechendorf. Die meisten Häuser, auch das Gerätehaus der Feuerwehr im Vordergrund, sind mittlerweile fertig und bewohnt. Das hat Konsequenzen für Verkehrskonzepte. 

Verkehr

Lückenschluss am Oberfeld nicht in Sicht

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Das leidige Thema Verkehr beschäftigte Seefelds Gemeinderäte erneut. Diesmal aber ging es nicht um die Seefelder Hauptstraße, wie so oft, sondern das Oberfeld in Hechendorf. Dort hängt alles an Grundbesitzern.

Hechendorf – Die Verkehrssituation am Oberfeld in Hechendorf beschäftigte Seefelds Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung. Zugrunde lag der Diskussion ein Antrag der Grünen vom 20. Mai. Diese fordern unter anderem den Lückenschluss des dortigen Geh- und Radwegs, den Bau einer Ampel auf Höhe des Skaterplatzes, Tempo 30, Verschwenkungen der Fahrbahn, Verkehrsinseln an mehreren Stellen sowie wechselseitige Parkmöglichkeiten entlang der Strecke zwischen Schlagenhofener Weg und Hauptstraße.

Vom Gremium hagelte es für den Antrag Kritik. „Da ist vieles nicht realistisch, was gefordert wird“, sagte Dr. Oswald Gasser (FDP), der Bürgermeister Wolfram Gum als Sitzungsleiter vertrat. Johanna Senft (BVS) warf den Grünen vor, sich bei Vorschlägen des Agenda-Arbeitskreises und auch Ideen aus dem Gemeinderat zu bedienen. „Die Agenda Verkehr befasst sich schon Jahre damit.“

Das Problem in dem Bereich ist die lockere Bebauung, die Autofahrer zum Gas geben verleitet. Zusätzlich ist dort nun auch noch das Einheimischenmodell mit 28 Parzellen entstanden, in denen vornehmlich Familien mit Kindern wohnen. In dem Bereich wird regelmäßig geblitzt. Die Zahl der Ausreißer allerdings hält sich mit fünf bis acht Prozent in Grenzen. Zum Vergleich: Bei der Pizzeria in Drößling sind bis zu zwölf Prozent der Autofahrer zu schnell. Die Polizei sieht ab zehn Prozent Handlungsbedarf.

Der Rad- und Fußwegebau ist am Oberfeld dennoch schon lange ein Thema. Letztlich aber hängt alles an Grundeigentümern, die Flächen abtreten müssten – für 25 Euro pro Quadratmeter. „Das steht eher nicht in Aussicht“, bekannte Christoph Drewes vom Bauamt. Allerdings habe die Verwaltung die Dringlichkeit einer Lösung am Oberfeld erkannt. „Wir können nicht auf die Grundverhandlungen warten.“ Sein Kollege Ralf-Peter Beutel hatte sich aus diesem Grund Gedanken gemacht und einen Plan skizziert, der die Situation zumindest für Fußgänger entschärfen könnte. Allerdings müssten diese in dem Bereich über Querungshilfen zweimal über die Straße. Und für Radfahrer wäre die ganze Konstruktion ohnehin zu eng. Also ein Kompromiss, den das Gremium aber durchaus wertschätzte.

Der Grünen-Vorschlag, im Bereich der Zweckverbandswohnungen wechselseitig Parkplätze zu markieren statt nur auf einer Seite, fand indessen keine Freunde. „Da kommen die Landwirte mit ihren Zugmaschinen nicht mehr durch, das ist jetzt schon eng“, warnte Martin Dosch (CSU). Auch Verwaltung, Polizei und Verkehrsbehörde im Landratsamt sind hier laut Drewes nicht ins Boot zu holen.

Für Gasser war der Antrag damit im Ganzen erledigt. „Denn ohne die Grundstückseigentümer ist nichts zu machen.“ Dr. Robert Benoist (Grüne) ärgerte die Vorgehensweise insgesamt. Er hätte sich dennoch Beschlüsse gewünscht. Schließlich beauftragten die Gemeinderäte die Verwaltung, die Grundverhandlungen weiterzuführen. Die Gemeinderatsmitglieder sollen die Verwaltung dabei tatkräftig unterstützten.  

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