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Die gemeindlichen Grünflächen in Seefeld sollen mit Blick auf Nachhaltigkeit überplant werden. 

Umweltschutz

Pflegeleichtes Insektenglück

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Mehrjährige Pflanzen und Stauden statt Rasen: Unter diesem Motto will auch die Gemeinde Seefeld einige ihrer gemeindlichen Grünflächen neu gestalten. 

Seefeld – Mehrjährige Pflanzen und Stauden statt Rasen: Unter diesem Motto will auch die Gemeinde Seefeld einige ihrer gemeindlichen Grünflächen neu gestalten. Das kostet Geld und sorgte in der jüngsten Gemeinderatssitzung für eine umfangreiche Debatte. Überplant werden sollen die zehn Flächen mit einer Gesamtgröße von knapp 3000 Quadratmetern dennoch. Aber die Nachfolgekosten wollen die Räte ebenfalls genauer wissen.

Ursprünglich hatte sich die Gemeinde Seefeld für das Projekt „Starnberger Land blüht auf“ beworben. Dahinter stecken die Solidargemeinschaft Starnberger Land und der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine. Sie wollen die Kommunen davon überzeugen, ihre Grünflächen nachhaltiger zu gestalten, um das Bienen- und Insektensterben zu stoppen. Dafür suchten sie eine Pilotkommune. „Leider wurde die Gemeinde Seefeld nicht ausgewählt“, bedauerte Imke Friedrich vom Seefelder Bauamt. Dennoch sei es möglich, die insgesamt zehn Flächen von Dr. Reinhard Witt überplanen zu lassen. Kosten: 178,50 Euro pro Fläche, in Summe also 1785 Euro.

Witt ist „naturnaher Gartenplaner“ und gilt als Koryphäe auf diesem Gebiet. Einige Gemeinderäte hatten kürzlich erst einen Vortrag von ihm gehört und waren voll des Lobes. Dabei haben die von Witt angelegten Pflanzungen nichts mit den Blühflächen zu tun, die sich immer öfter in den Kommunen finden lassen und zumeist von Bauhöfen angesät werden.

Witts Konzept setzt auf naturnahe und nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten, die auf lange Sicht bestehen und auch pflegeleichter sind. „Das sind mehrjährige Pflanzen, die erst anwachsen müssen“, erläuterte Dr. Oswald Gasser (FDP) in der Sitzung. Das schaue anfangs zwar weniger attraktiv aus, entwickle sich dann aber. „Und es muss nur zwei-, dreimal im Jahr gemäht werden – und nicht sieben- bis achtmal.“

Der Weg dahin allerdings ist aufwendig und teuer. Denn ohne Bodenaustausch scheint es nicht zu gehen. An diesem Umstand entzündete sich dann auch die längere Debatte. Ulrich Pirzer (FWG), selbst Inhaber einer Gärtnerei, vertrat die Meinung, dass Ansaaten dieser Art auch der Bauhof erledigen könne – mit seiner Unterstützung: „Wir trauen uns das auch zu.“ Vom Bauhof angesäte Flächen bei Unering oder der Hechendorfer Grundschule seien „richtig gut geworden“. Auch Christian Wagner (CSU) plädierte dafür, nicht zu viel Aufwand zu treiben, Ute Dorschner (SPD) war skeptisch, was die von der Gemeinde angelegten Blühflächen angeht. „Ein Projekt, das über die Jahre hinweg besser wird, haben wir so nicht hingekriegt.“ Laut Gasser soll Witts Planung für 15 bis 20 Jahre halten – bei gewisser Pflege. Martin Dosch (CSU) schlug schließlich vor, aus Kostengründen nicht alle zehn Flächen beplanen zu lassen, sondern erst mal nur eine.

Dr. Robert Benoist (Grüne) platzte fast der Kragen. „Wir reden hier über 1800 Euro – das ist die linke vordere Radkappe eines Feuerwehrautos. Und wir haben massives Insektensterben.“ Peter Schlecht (FWG) fand die Kostenfrage schon gerechtfertigt. „Man muss die Planung auch umsetzen. Bei rund 3000 Quadratmeter Fläche insgesamt müssten wir 600 Tonnen abtragen, da geht’s dann gleich um 250 000 Euro“, sagte er. „Abgesehen davon wird Humus behandelt wie Sondermüll“, fügte er hinzu.

Dass Witt nur für die Planung von ein, zwei Flächen anreist, fanden die Gemeinderäte dann aber auch unrealistisch. Sie entschieden, doch alle zehn Flächen überplanen zu lassen und zusätzlich von Witt eine Kostenschätzung einzufordern, was die Umsetzung angeht. Die Flächen, zwischen 115 und 615 Quadratmeter groß, befinden sich in den Ortsteilen Oberalting, Hechendorf, Unering und Drößling.

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